Ein Haus der Generationen. Gemeinde plant gemeinsam mit Waldviertler Wohnbaugenossenschaft, auf Daurer-Areal Seniorenzentrum zu schaffen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 27. Januar 2018 (05:40)
Seniorenwohnheim (linker Gebäudekomplex), G‘schäft, Café und Kindergarten (rechter Komplex) und daraufgesetzt zwei Wohnbaublöcke mit rund 21 Mietwohnungen – so sehen die Pläne für das nächste Zukunftsprojekt im Reinsberger Dorfzentrum aus.
Planentwürfe: Büro Bauer/Brandhofer

Noch schlummert das ehemalige Areal der Tischlerei Daurer mitten im Reinsbeger Dorfzentrum vor sich hin. Doch schon in zwei Jahren könnte auf diesem Platz wieder reger Betrieb herrschen. Denn die Gemeinde Reinsberg, die das Areal 2013 aus der Konkursmasse herausgekauft hat, plant gemeinsam mit der gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft Waldviertel ein besonderes Projekt: der neue Kindergarten, Nahversorger, Café, 20 Wohnungen sowie ein betreutes Seniorenzentrum samt großer Begegnungszone soll hier in den nächsten zwei Jahren entstehen.

Planentwürfe: Büro Bauer/Brandhofer

„Es ist ein Projekt, das unserem Dorfzentrum gemeinsam mit dem Kulturhaus einen ganz neuen Charakter verleihen könnte und gleichzeitig zu einem Haus der Generationen werden könnte“, erklärt VP-Bürgermeister Franz Faschingleitner. Die Gemeinde plant schon seit dem Kauf des Daurer-Areals an verschiedensten Varianten. Beim Dirndlgwandsonntag im Herbst des Vorjahres kam es zum Gespräch zwischen Faschingleitner und VP-Landtagsabgeordneten Anton Erber.

Dabei entstand die Idee eines Seniorenwohnheimes. „Die Menschen wollen so lange wie möglich in ihrem Ort bleiben. Und wenn es diese Möglichkeit noch dazu mitten im Dorfzentrum gibt, dann könnte das zu einem Musterprojekt werden“, zeigt sich auch Erber begeistert.

Betreutes Wohnen für zehn bis zwölf Senioren

Geplant sind ein rund 600 m umfassendes, barrierefreies Seniorenwohnheim mit bis zu zwölf Plätzen für betreutes Wohnen samt großem, offenem Sozialbereich sowie eine großzügige Begegnungszone im Innenhof. Jedes rund 25 m große Seniorenzimmer soll über eigene Kochnische und einen eigenen Nassbereich verfügen. Dazu sollen einerseits der Reinsberger Kindergarten und das Reinsberger G’schäft in das neue Gebäude übersiedeln.

„Wir brauchen für unseren Kindergarten eine Lösung. Der derzeitige Zustand für die zwei Gruppen im ersten Stock des Gemeindeamtes ist eigentlich so nicht mehr zulässig“, weiß Faschingleitner und spricht dabei die fehlende Barrierefreiheit als auch den fehlenden Aufenthaltsraum an. Derzeit vorgesehen sind zwei Kindergarten- und eine Kleinkindergruppe sowie ein auch öffentlich nutzbarer Kinderspielplatz. „Die mündliche Förderzusage des Landes für beide Projekt – Kindergarten und Seniorenwohnheim – haben wir bereits“, verrät Faschingleitner.

Bürgermeister Franz Faschingleitner (links) und Landtagsabgeordneter Anton Erber mit den Plänen für das neue Seniorenzentrum, das auf dem Daurer-Areal entstehen soll.
Christian Eplinger

Auch „Unser G‘schäft in Reinsberg“ soll im neuen Gebäude eine neue, größere Heimstätte mit rund 130 m finden, angeschlossen an ein kleines Café. Ob es dafür einen eigenen Betreiber geben wird oder es vom G’schäft aus mitbetrieben wird, ist noch offen. Komplettiert wird das Projekt, dessen grobe Kostenschätzung sich auf bis zu acht Millionen Euro beläuft, mit einem zweiteiligen aufgesetzten Wohnbaukomplex, der 20 Mietwohnungen zwischen 55 und 75 m umfasst.

„Die WAV errichtet in zahlreichen Gemeinden vermehrt in den letzten Jahren auch sogenannte Kommunalprojekte zur Stärkung der Ortskerne – so wi in Reinsberg, wo wir in den nächsten Monaten die Finalisierung der Pläne in Kooperation mit den äußerst engagierten Verantwortlichen der Gemeinde vornehmen. Aus heutiger Sicht wird das Gesamtprojekt noch im Sommer 2018 zur baubehördlichen Einreichung vorgelegt werden können“, sagt Manfred Damberger, Vorstandsdirektor der Waldviertler Wohnbaugeselleschaft. Die Förderzusagen für die Wohnungen hat die Waldviertler bereits.