Erlauftaler Käsewölfe in Geldnöten. Nach eineinhalb Jahren wird Erlauftaler Käsewölfe GmbH geschlossen. Probleme gab es vor allem im Vertrieb.

Von Anna Faltner. Erstellt am 09. Juni 2020 (17:45)
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Ein Bild aus besseren Tagen: Georg Wagner und Robert Bugl bei einer ihrer Käseverkostungen vor ihrer Schlosskäserei.Wickenschnabel
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Mit klingendem Namen und regionalem Handwerk starteten die Erlauftaler Käsewölfe im Herbst 2018 mit der Käseproduktion im Schloss Wolfpassing. Robert Bugl und Georg Wagner waren die letzten Lehrlinge in der ehemaligen Molkerei in Wolfpassing. Nach einigen Jahren in der größeren österreichischen Milchindustrie, wollten sie den Käse wieder zurück nach Wolfpassing bringen. Und das schafften sie zuerst auch.

Die Schlosskäserei konnte mit Schauraum besichtigt werden, in der Region waren die Molkereiprodukte der Erlauftaler Käsewölfe oft im Handel und in der Gastronomie zu finden. In der Vorwoche wurde nun am Landesgericht St. Pölten allerdings aufgrund eines Eigenantrages das Konkursverfahren eröffnet, wie Iris Scharitzer vom Österreichischen Verband Creditreform berichtet.

„Im Vertrieb hat uns die Kraft gefehlt“

„Zu Beginn der Gründung wurden ziemlich hohe Investitionen getätigt. In weiterer Folge gab es Probleme mit den Vertriebskanälen“, nennt Masseverwalter Rudolf Nokaj die Gründe für die Misere. Das bestätigen auch die Käsewölfe selbst.

„Im Vertrieb haben uns die Kraft und der Aufschwung gefehlt. Corona hat da dann quasi noch den Strich darunter gemacht“, sagt Georg Wagner im NÖN-Telefonat. Wie es weitergeht, wissen die Käsewölfe momentan noch nicht. Der Betrieb wird derzeit von Nokaj geschlossen. „Die Geschäftsführer sind bemüht, eine Auffanglösung auf die Beine zu stellen, um mögliche Investoren zu gewinnen“, informiert der Rechtsanwalt. Ob das gelingt, ist natürlich noch nicht abschätzbar.

Betroffen von der Betriebsschließung sind fünf Dienstnehmer und insgesamt 26 Gläubiger. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 1,69 Millionen Euro. Gläubiger können ihre Forderungen über Creditreform bis zum 14. Juli 2020 anmelden. Die erste Gläubigerversammlung findet am 28. Juli 2020 statt.