NÖM AG erwirbt Käsewölfe: Produktion geht weiter. NÖ Molkerei kauft das Unternehmen und will qualitativen Käse für Gastronomie anbieten.

Von Anna Faltner. Erstellt am 05. August 2020 (05:25)
Vor bald zwei Jahren starteten die Erlauftaler Käsewölfe die Produktion von Camembert, Gouda, Bergkäse und Co. am Schlossareal. Nun hat die NÖM AG das Unternehmen aus der Insolvenz erworben.
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Nach einem motivierten Start und eineinhalb Jahren Produktion mussten sich die Erlauftaler Käsewölfe im Juni geschlagen geben. Hohe Investitionen zu Beginn der Firmengründung sowie Probleme in den Vertriebskanälen sorgten dafür, dass das Konkursverfahren eröffnet werden musste. Wichtig war allen Beteiligten aber, dass die Käseproduktion in irgendeiner Form in Wolfpassing weitergeführt wird. Und das soll nun auch so sein.

Die NÖM AG war bereits Milchlieferant für die Käsewölfe. Jetzt, also am Mittwoch um 15 Uhr, hat die Niederösterreichische Molkerei das verschuldete Unternehmen aus der Insolvenz erworben. „Wir wollen das Projekt weiterführen. Es ist eine kleine Manufaktur, die wir unbedingt weiterleben lassen möchten. Uns hat es sehr gefreut, dass wir den Zuschlag bekommen haben“, berichtet Alfred Berger, Vorstand für Marketing, Verkauf & Finanzen der NÖM AG.

In den nächsten Tagen werden die Schlüssel übergeben. Nach der Inventur sowie einer genauen Evaluierung in den nächsten Wochen kann die NÖM AG über die weitere Vorgehensweise berichten. Fest steht aber: „Wir wollen guten, qualitativen Käse für die höhere Gastronomie in Niederösterreich und Wien anbieten“, sagt Berger. Ideen für den Vertrieb gebe es bereits.

Fünf Dienstnehmer betroffen

Betroffen von der Betriebsschließung waren fünf Dienstnehmer und insgesamt 26 Gläubiger. Die Verbindlichkeiten beliefen sich auf 1,69 Millionen Euro. Um welchen Preis das Unternehmen nun veräußert wurde, bleibt vertraulich.

Ob und in welcher Form die Gründer-Käsewölfe Robert Bugl und Georg Wagner weiter mit an Bord sein werden, steht noch nicht fest. „Wir werden allen Mitarbeitern anbieten, mit uns zusammen weiterzuarbeiten“, informiert Alfred Berger seitens der NÖM AG. Die beiden bisherigen Unternehmer wollten sich zu den aktuellen Entwicklungen rund um den Betrieb gegenüber der NÖN nicht äußern.

Froh darüber, dass es in irgendeiner Form weitergeht, ist auch VP-Bürgermeister Friedrich Salzer. „Für uns als Gemeinde ist es natürlich schön, dass der Betrieb erhalten bleibt. Ich würde mir wünschen, dass die zwei Jungunternehmer ihr Know-how auch weiterhin einbringen können. Die Qualität der Produkte war schon ihr Verdienst“, betont er.