„Premiere ist immer zu früh“ beim Theater im Schloss. Mit den Proben für das Stück „Das Konzert“ befindet sich das Ensemble im Endspurt für 6. August.

Von Anna Faltner. Erstellt am 29. Juli 2021 (07:31)

Ein Mann von einem Mann, ein Klavierlehrer, Professor und Schwerenöter. Um ihn dreht sich das Lustspiel „Das Konzert“, das am Freitag, 6. August, Premiere beim ersten Theatersommer im Schloss Wolfpassing feiert. Die NÖN durfte das Ensemble vorab bei den Proben besuchen.

Lustig, mit früheren Geschlechterrollen und doch aktuell – so viel kann man schon sagen. Geschrieben wurde das Stück vor 100 Jahren von Hermann Bahr. „Die ‚Mann-Frau-Problematik‘ gibt es aber heute immer noch, da hat sich nicht viel verändert. Die Damen im Publikum werden sich bestimmt begeistert etwas abschauen von der Ehefrau“, meint Regisseur Daniel Pascal, der selbst die Hauptrolle – den Pianisten Gustav Heink – verkörpert.

Eigentlich ist er mit Marie (gespielt von Intendantin Christina Meister-Sedlinger) verheiratet. Doch die Versuchung seiner verliebten Klavierschülerinnen ist oft zu groß. „Weil der Meister einfach sooo schön ist“, wie es seine Klavierschülerinnen ausdrücken.

„Und die Premiere kommt immer zu früh. Das ist einfach so“ 
Christina Meister-Sedlinger

Mit dem Text klappt es bereits gut, der Regisseur ist mit dem Fortschritt der Proben zufrieden. „Natürlich steht man zwischendurch vor Herausforderungen, wie Proben eben so sind. Wir versuchen uns dem Stück so zu nähern, dass es dem Publikum gefällt. Und die Premiere kommt immer zu früh. Das ist einfach so“, muss er schmunzeln.

Seit Mitte Juni wurde immer von Montag bis Samstag geprobt, mittlerweile ist auch der Sonntag als Probentag dazugekommen. Vier bis sieben Stunden stehen die Darsteller auf der Bühne. Das elfköpfige Ensemble hat sich übrigens nach zwei Castings zusammengestellt. Eines mit Theaterprofis und eines mit talentierten und bereits Schauspiel-erfahrenen Amateuren.

„Jede Rolle strahlt und ist ganz individuell. So einen unglaublich sensiblen Regisseur muss man erst einmal finden.“ 
Christina Meister-Sedlinger

„Jede Rolle strahlt und ist ganz individuell. So einen unglaublich sensiblen Regisseur muss man erst einmal finden. Er leitet uns durch das Stück und gibt uns gleichzeitig die Möglichkeit, uns selbst kreativ zu entwickeln“, lobt Intendantin Christina Meister-Sedlinger ihren „Bühnen-Ehemann“.

Der Schwerenöter im Stück spielt abseits der Bühne also eine ganz andere Rolle. Bei ihm zuhause in Traun hat er das Bühnenbild entworfen und lackiert, im Schloss hat er vom Gerüst aus jeden einzelnen Scheinwerfer perfekt eingerichtet. „Jetzt müssen wir nur noch den Hall in dieser tollen Location bekämpfen“, sagt Pascal.