Bahnhöfe sollen bald wieder glänzen. Neben der Radwegsanierung möchte „Verein Ybbstal“ nun auch die Bahnhöfe Lunz und Kienberg sowie die Bergstrecke der Ybbstalbahn sanieren.

Von Claudia Christ und Andreas Kössl. Erstellt am 27. Februar 2019 (04:00)
Claudia Christ
Der Bahnhof Kienberg-Gaming bietet derzeit einen eher verwahrlosten Anblick. Das soll sich laut dem Verein Ybbstal bald ändern. Er soll für die NÖ Lokalbahnen Betriebs GmbH (NÖLB) saniert werden.

Dass der Ybbstalradweg beliebter ist denn je, zeigte die vergangene Radsaison: Insgesamt 50.000 Leute radelten durch das Ybbstal. Dennoch gibt es noch Punkte, die verbessert werden könnten. Diese kamen bei der kürzlich stattgefundenen Vorstandssitzung des Radwegvereins im Lunzer Amonhaus zur Sprache. „Die Optimierungen betreffen neben Fahrbahnschäden auch die Optimierung der touristischen Ziele“, informiert Vereinsobmann Bürgermeister Martin Ploderer. In puncto Fahrbahnschäden wird derzeit ein dementsprechendes Konzept mit einer Prioritätenliste erstellt. „Danach werden wir die Gesamtsumme mit den Förderstellen des Landes Niederösterreich koordinieren“, sagt Ploderer.

Als Hauptprojekt hat sich der Verein jedoch die Optimierung der touristischen Angebote zum Ziel gesetzt. „Wir werden uns in Zukunft auch um die schienengebundenen touristischen Angebote zwischen Kienberg und Göstling kümmern“, sagt Ploderer. Konkret geht es dabei um drei Vorhaben. Diese sind Teil des Projekts „Ybbstalbahn 2019 bis 2023“, das von der Region gemeinsam erarbeitet wurde und nun den Gemeinderäten der einzelnen Gemeinden zur Abstimmung vorgelegt werden soll. In Waidhofen war dies am Montag der Fall (siehe Seite 6).

„Damit ist ein touristischer Bahnbetrieb auf der Strecke durch die zwei Vereine sichergestellt.“Bürgermeister Werner Krammer, Waidhofen

Dieses Regionsprojekt sieht vor, die Bahnhöfe Lunz/See und Kienberg-Gaming so weit zu attraktivieren, dass die Waidhofner Eisenbahnfreunde vom Club 598 in Lunz und die NÖ Lokalbahnen Betriebs GmbH (NÖLB), die den Ötscherland-Express betreibt, in Kienberg-Gaming eine neue Heimat für den Fahrtbetrieb bekommen.

1,5 Millionen für Streckensanierung

Dazu sollen um 1,5 Millionen Euro die Bergstrecke zwischen Lunz/See und Kienberg saniert und die Holzschwellen durch Stahlschwellen ersetzt werden, damit auch der Club 598 auf der Strecke fahren kann.

Claudia Christ

Der Streckenabschnitt der Ybbstalbahn zwischen Lunz/See und Stiegengraben soll künftig mit dem Mostviertler Schienenradl, das derzeit in Ruprechtshofen stationiert ist, befahren werden. Um diese drei Vorhaben umsetzen zu können, wurde der Radwegverein in „Verein Ybbstal“ umbenannt. Seine Statuten wurden dahingehend geändert, dass der Vereinszweck um die Betreuung der Bahninfrastruktur erweitert wurde. Der neue Verein ist nun für die Strecke zwischen Lunz und Kienberg Prekariatsnehmer von der NÖVOG. Bislang war dies die NÖLB. Nun gibt der Verein Ybbstal die Strecke an den Club 598 und die NÖLB weiter. „Damit sind beide Vereine auf der Strecke gleichberechtigt“, führt Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer aus. „Ein touristischer Bahnbetrieb auf der Strecke ist dadurch sichergestellt.“

Als neues Mitglied wurde die Gemeinde Gaming in den Verein aufgenommen. „Das wurde von den Ybbstaler Gemeinden einstimmig beschlossen, jetzt fehlt nur mehr der positive Gemeinderatsbeschluss der Gaminger“, sagt Vereinsobmann Ploderer. Wann und ob dieser Beschluss im Gaminger Gemeinderat gefällt wird, ist derzeit noch nicht klar.

Claudia Christ
Wenn auch nicht sanierungsbedürftig, so weist doch auch der Lunzer Bahnhof kleinere Mängel auf. Er soll für den Club 598 saniert werden.

„Die geplanten Vorhaben auf der Strecke zwischen Stiegengraben und Kienberg wollen wir gemeinsam mit der NÖVOG als Streckenbesitzer, der Kleinregion, der Eisenstraße, dem Club 598, der NÖLB und dem Schienenradl in einem Dreijahresplan verwirklichen“, sagt Ploderer. Durch diese Kooperation biete sich der Region eine einmalige Chance. Es könnte eine Schienenverbindung zwischen den Radwegen im Ybbstal und im Erlauftal geschaffen werden.

Wenn die Details unter Dach und Fach sind, will der Vereinsvorstand das Sanierungskonzept dem Land NÖ vorlegen, damit ein Finanzierungsprojekt ausgearbeitet werden kann.