ZKW: Task Force koordiniert von Wieselburg aus. Für international tätige Konzerne wie die ZKW Group bedeutet das Coronavirus besonders sensiblen Umgang gleich in mehreren Bereichen. Der Scheinwerferproduzent mit Hauptsitz in Wieselburg bereibt ja selbst zwei Produktionswerke in China. Die NÖN sprach mit dem CEO der ZKW Group, Oliver Schubert.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 02. März 2020 (06:58)
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Oliver Schubert, CEO ZKW Group
ZKW Group

Wie ist die aktuelle Situation in China?
An den zwei chinesischen Standorten Dalian und Ningbo wurde der Betrieb mit Anfang Februar wieder aufgenommen. ZKW hat etwa 1.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an diesen Standorten. Die Gesundheit unserer Belegschaft vor Ort ist uns das wichtigste. Deshalb forcieren wir weiterhin Maßnahmen wie Temperaturmessungen und das verbindliche Tragen von Schutzmasken.  

Kommt es in ihrem Unternehmen dadurch schon zu Lieferschwierigkeiten?
Nein, das temporäre Aussetzen der Produktion wegen des Coronavirus werde nach aktuellem Stand zu keinen Verzögerungen führen, weil auch die Kunden ihre Produktion zeitweise ausgesetzt haben und daher die Lieferungen auch zeitversetzt abrufen.

Wie sehr schwächt das Coronavirus den Wirtschaftsraum Asien?
Je nach Branche ist das unterschiedlich. Hygieneartikel- und Lebensmittelbranche werden in Zeiten wie diesen höhere Abrufe generieren. Wir in der Automobilzulieferbranche sind natürlich durch die Vorgaben der chinesischen Regierung vor Ort in unseren beiden Standorten in Dalion und Ningbo in unseren Möglichkeiten eingeschränkt. 

Wie sehr spürt ZKW schon wirtschaftliche Auswirkungen?
Glücklicherweise gibt es aktuell noch keine Probleme in der Lieferkette. Weder sind direkte Lieferanten betroffen, ergo können wir auch unseren Lieferverpflichtungen gegenüber unseren Kunden zeitgerecht nachkommen. 

Wie geht das Unternehmen in Wieselburg damit um – gibt es da besondere Vorsichtsmaßnahmen (vor allem auch bei internationalen Besuchen)?
 Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist für uns das Wichtigste. Seit der Vorwoche gibt es daher die offizielle Anweisung von Seiten des Managements, dass sämtliche dienstliche Reisen von und in den asiatischen Raum ab sofort bis auf Widerruf von allen ZKW Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu unterlassen sind. Darüber hinaus gilt auch, die Dienstreisen in und von sämtlichen betroffenen Gebieten zu unterlassen, wie zum Beispiel Italien. Ebenso sind Lieferantenbesuche aus diesen Regionen bereits eingestellt. 

Unsere Belegschaft ist zu besonderer Achtsamkeit aufgerufen worden: 

  • Händewaschen, Desinfektionsspender benutzen
  • eventuelle Verdachtsfälle oder Auffälligkeiten direkt beim jeweiligen lokalen Management melden. 
  • Sollten Mitarbeiter sich in den letzten 2 Wochen in einem betroffenen Gebiet (z.B. Asiatischer Raum, Norditalien – Lombardei, Venetien) aufgehalten haben oder bewussten Kontakt mit infizierten Personen gehabt haben -> Rufen Sie die telefonische Gesundheitsberatung 1450 oder Ihren Hausarzt an und verlassen Sie das Haus nicht.

 

Hat das Management einen Notfallplan entworfen, wenn etwas passiert? 
Als weltweit tätiges Unternehmen müssen wir achtsam mit diesem Thema umgehen., weswegen wir uns natürlich detaillierte Gedanken zu eventuellen Notfallplänen machen – sowohl allgemeiner Natur und speziell auch im Hinblick auf unsere Lieferungen zum Kunden usw.   Wir haben in Wieselburg für die laufende Einschätzung der Lage eine Task Force und eine zentrale Koordinationsstelle eingerichtet und sind in Kontakt mit lokalen Gesundheitsbehörden, Fachfirmen und Arbeitsmedizinern.