„Wir könnten jetzt tot sein“. Der Purgstaller Altbürgermeister Franz Ressl und seine Frau Christine saßen im Unglückszug in der zweiten Sitzreihe: „Unser Zug stand fast zehn Minuten auf dem Gleis“.

Von Karin Katona. Erstellt am 25. Oktober 2016 (05:01)
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Christine und Franz Ressl saßen im Unglückszug in der zweiten Sitzreihe. Franz Ressl wurde im Krankenhaus in Scheibbs behandelt.
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Für die 22 Insassen des Regionalzugs 7012, der auf dem Weg von St. Pölten nach Scheibbs war, bleibt Mittwoch, der 19. Oktober, wohl immer in Erinnerung. Während der Zug aufgrund eines Haltsignals am Gleis stand, wurde er von fünf „Geisterwaggons“ gerammt. Schauplatz des Unfalls war direkt beim Betriebsareal der Brauerei Wieselburg in Nähe des dortigen Bahnüberganges.

Vier Personen wurden schwerverletzt, zehn weitere mussten mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Einer der Verletzten ist Purgstalls Altbürgermeister Franz Ressl, der im NÖN-Interview über das Erlebte berichtet.

NÖN: Wenn Sie an den Unfall zurückdenken: Was fällt Ihnen als erstes ein?

Ressl: Wir haben beim Einsteigen noch überlegt, ob wir uns in die erste Reihe setzen sollen, da wir immer am liebsten vorne sitzen. An diesem Tag hat aber meine Frau gesagt, komm, wir setzen uns in die zweite Reihe. Außerdem sind wir nicht wie sonst immer gegenüber, sondern nebeneinander gesessen. Wenn wir alles so gemacht hätten wie immer, könnten wir schwer verletzt oder tot sein.

NÖN: Was ist direkt vor dem Aufprall geschehen?

Ressl: Der Zug ist stehengeblieben, nach ein paar Minuten kam die Durchsage, wegen eines betrieblichen Problems gebe es einen Aufenthalt, wir würden die Fahrt aber bald fortsetzen. Wir haben fünf bis zehn Minuten gewartet. Dann ist es passiert, ohne Vorwarnung.

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