Bezirk Scheibbs: Bierführer sind wieder auf Achse. Bestellungen noch auf „Halbmast“. Alle Seiten hoffen aber auf einen guten Sommer und sind froh, dass Geschäft wieder anläuft.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 20. Mai 2021 (05:28)
Die Bierführer sind wieder unterwegs und versorgen die Gastronomie mit Getränken. Peter Bruckner liefert sein Erzbräu persönlich an Patrick Daurer vom Zellerhof in Lunz (Bild).
Fotos: Art Attak Amstetten/privat
Art Attak Amstetten/privat

Viele Monate lang hat man sie im Ortsbild vermisst – die Bierführer der Brauerei Wieselburg, vom Getränkehandel Dollfuss oder von kleineren privaten Brauereien, die ihre Wirte, Gasthäuser oder Hotels mit Getränken versorgen. Seit zwei Wochen sind sie wieder im Einsatz. Die Lager gehören aufgefüllt und im Gegenzug die noch vorhandene letzte „Altware“ abgeholt.

„Natürlich ist es positiv, dass das Geschäft wieder angelaufen ist, wenngleich die Bestellungen noch etwas verhalten sind. Die Wirte sind abwartend. Sie wissen ja auch nicht genau, was auf sie zukommt und wie die Gäste auf die Maßnahmen reagieren“, schildert Manfred Nurscher, Verkaufsdirektor der Brauerei Wieselburg im NÖN-Gespräch.

Aufatmen heißt es auch bei den Mitarbeitern der Brauerei Wieselburg. Immerhin waren die seit einem halben Jahr in Kurzarbeit. Jetzt nimmt die Arbeit sukzessive wieder zu. „Zwar ist die Flaschenfüllanlage normal weitergelaufen, aber die Fassfüllanlage von November bis April stillgelegen“, weiß Nurscher.

Der Gastrobereich hat bei der Brau Union, deren Marktanteil im Mostviertel zwischen 70 und 90 Prozent liegt, einen Umsatzanteil von 35 Prozent. „Nicht vergessen darf man, dass uns neben den Festen auch immer noch die komplette Nachtgastronomie fehlt“, sagt Nurscher.

Das merken auch die Getränkehändler, die einerseits durchaus noch mit Lieferschwierigkeiten der Produzenten, aber auch mit den sehr zurückhaltenden Bestellungen seitens der Gastro-Kunden kämpfen. „Zaghaft“, bezeichnet Brigitte Teufl vom Getränkehandel Dollfuss in Scheibbs die aktuelle Bestellsituation der rund 200 Gastro-Kunden, die Dollfuss beliefert.

Die zehn Mitarbeiter bleiben bis Juni in Kurzarbeit, wobei nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet wird. „Wenn sie 38 Stunden arbeiten, bekommen sie 38 Stunden bezahlt“, erklärt Brigitte Teufl und freut sich, dass die Test- und Impfmoral unter den Mitarbeitern hoch ist. „Es ist für uns wichtig. Gerade wenn unsere Leute liefern fahren, wollen wir nichts riskieren“, sagt Teufl.

Rund 50 Gastronomiebetriebe in der Region beliefert Peter Bruckner aus Gaming mit seinen Erzbräu-Produkten. Beim Start zeigten sich auch seine Kunden mit den Bestellungen noch verhalten. „Keiner weiß genau, wie sich die 3-G-Regel und die Kontrollen auf den Besuch auswirken. Außerdem können die Innenbereiche oft praktisch nur zur Hälfte ausgenutzt werden“, zeigt Bruckner Verständnis für seine Kunden.

Dennoch hat er die Produktion seiner Hauptsorten schon wieder auf das Normalmaß hochgefahren, um für einen hoffentlich positiv verlaufenden Sommer gerüstet zu sein. „Wir erwarten wieder regen Ausflugstourismus. Und eine kleine Brauerei wie wir muss da rechtzeitig vorsorgen“, sagt Bruckner.

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