Initiative will Scheibbser Heuberg-Brücke retten. In Scheibbs kursiert eine Unterschriftenliste für die Erhaltung der alten Heuberg-Brücke.

Von Karin Katona. Erstellt am 04. August 2021 (05:43)
Protest - Scheibbser Brücken-Zwist geht weiter
Robert Teufel will die alte Heubergbrücke erhalten und hofft auf viele Unterschriften. Foto: Karin Katona
Karin Katona

Eine Unterschriftenliste zur Erhaltung der alten Heubergbrücke beim Keramikmuseum kursiert seit vergangener Woche in Scheibbs.

Gestartet hat die Aktion Robert Teufel, ehemaliger Gemeinderat in Scheibbs. Die Brücke, sagt Teufel, sei als Industriedenkmal erhaltenswert. Und: „Dadurch, dass beim Bau 1943 Kriegsgefangene eingesetzt wurden, ist die Brücke auch ein Kriegsmahnmal.“

Für Stadtchef ist die Causa längst erledigt

Die Brücke, die durch einen Grundstückstausch ab 2023 nur noch einseitig begehbar sein wird, könne als Aussichtsplattform dienen. Der Verkehr geht dann über die parallel flussaufwärts errichtete neue Heubergbrücke.

Für ÖVP-Bürgermeister Franz Aigner ist die Causa Heubergbrücke längst erledigt. Bereits 2018, argumentiert der Ortschef, sei, in Verbindung mit dem Beschluss für den Bau der neuen Heubergbrücke, der Abbruch der alten Brücke im Gemeinderat beschlossen worden – einstimmig. „Auch Robert Teufel hat damals mitgestimmt“, sagt Aigner.

SPÖ-Stadtrat Hans Huber, der ebenfalls die Erhaltung der alten Heubergbrücke befürwortet, verweist jedoch auf das Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 28. Jänner 2020, wo es um die Vergabe der Bauarbeiten für die neue Brücke gegangen sei: „Dort steht eindeutig, dass über die Zukunft der alten Brücke gesondert abgestimmt wird. Es soll auch noch über ein zukünftiges Verkehrskonzept diskutiert werden.“

Eine Ungereimtheit sehen Huber und Teufel im Entschluss der Stadtgemeinde, einen Kostenvoranschlag für die Sanierung der Brücke einzuholen, wenn schon deren Abbruch beschlossen gewesen sei.

Eben dieser Kostenvorschlag, der für die Sanierung der hölzernen Brücke mit 96.000 Euro zu Buche schlägt, weckt bei Bürgermeister Franz Aigner noch mehr Unverständnis: „Die neue Heubergbrücke kostet 1,2 Millionen. Wir können uns nicht zusätzlich die teure Sanierung der alten leisten. Das wird jeder wirtschaftlich denkende Mensch verstehen.“ Die Kosten für einen Abbruch der Brücke kann der Ortschef ad hoc nicht nennen, doch: „Es sind wesentlich weniger als 96.000 Euro.“

Für die als Alternative zur alten Brücke angedachte Aussichtsplattform habe man einen Planungs- und Kostenvoranschlag eingeholt. „Die Entscheidung wird davon abhängig sein, wie viel die Plattform kostet.“ Wer die alte Heubergbrücke unbedingt wolle, bekomme sie geschenkt, lässt Aigner wissen: „Wir zahlen ihm als Draufgabe sogar zehn Prozent der Renovierungskosten.“