Baufortschritt bei der Naturfilteranlage. Die Sicherung der Trinkwasserqualität ist neben dem Leitungsnetz ein wichtiger Faktor für die Trinkwasserversorgung. EVN hat bereits vier Naturfilteranlagen (Zwentendorf an der Zaya, Wienerherberg, Drösing und Obersiebenbrunn) in Betrieb genommen. Die fünfte Naturfilteranlage in Petronell-Carnuntum im Industrieviertel wird derzeit errichtet.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 19. März 2021 (08:34)
EVN Wasser Projektleiter Andreas Luger und Geschäftsführer Franz Dinhobl vor der Baustelle der Naturfilteranlage
EVN/Matejschek

EVN Wasser Geschäftsführer Franz Dinhobl und Projektleiter Andreas Luger zeigen den Baufortschritt des Projektes:“ Wer daran vorbeifährt wird die Anlage schon als fertig einschätzen, aber im Inneren wird an den technischen Anlagen gearbeitet. Es werden in vielen Arbeitsschritten die einzelnenn Anlagenteile montiert und verbunden, um die Aufbereitung des Trinkwassers langfristig sicher zu stellen.“

„Im Winter 2021/22 soll die Anlage in Betrieb gehen und in der Region für Trinkwasser „in Quellwasserqualität und mit idealem Härtegrad“ sorgen“, erzählt EVN Wasser Geschäftsführer Franz Dinhobl. 

EVN Wasser Geschäftsführer Franz Dinhobl in der EVN
EVN/Matejschek

Die Naturfilteranlage Petronell-Carnuntum kann künftig 50.000 Kundinnen und Kunden mit Trinkwasser mit einer Gesamthärte von 10 bis 12° deutsche Härte liefern. Derzeit weist das Wasser einen Härtegehalt zwischen 14° und 22° dH auf.

EVN Wasser wird in den nächsten 10 Jahren insgesamt rd. 155 Mio. Euro in den weiteren Ausbau der hohen Versorgungssicherheit investieren, dazu gehören rund 300 km zusätzliche Transportleitungen.

Naturfiltration im Detail

Für die neue Naturfilteranlage in Petronell-Carnuntum wird eine Halle mit einer Größe von ca. 1800 m2 und einer Höhe von bis zu 11 Meter errichtet. Die Gesamtinvestition beträgt rund 10,3 Mio. Euro.

Der Vergleich mit Quellwasser muss dann nicht mehr gescheut werden. Durch die Verwendung von sehr feinen Membranen können die Härtegrade rein mechanisch gesenkt werden. Dieses Verfahren weist nicht die Nachteile der im Haushalt oft eingesetzten Ionentauscher auf, die den Geschmack des Wassers unangenehm verändern und oft mikrobiologische Probleme hervorrufen. Auf neue Wasserenthärtungsgeräte im Haushalt kann künftig also verzichtet werden.

Blick über das „Innere“ der Naturfilteranlage
EVN/Matejschek

Quellfrisches Trinkwasser ist in Niederösterreich eine Selbstverständlichkeit. Der Härtegrad ist dabei ein wesentliches Qualitätsmerkmal. Je höher der Wert an Kalzium und Magnesium im Wasser ist, desto härter ist das Wasser. Zu viel Kalk im Wasser bringt zahlreiche Nachteile: hartnäckig verschmutzte Gläser, defekte Geräte, trockene Haut beim Duschen. Weiches Wasser bietet also entscheidende Vorteile.

EVN Wasser

EVN Wasser ist als 100 %-ige Tochtergesellschaft der EVN AG für den Bereich der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich zuständig und versorgt derzeit 778 Katastralgemeinden und damit mehr als 584.500 Einwohner in Niederösterreich mit Trinkwasser, davon rd. 123.300 Einwohner bis in den Haushalt hinein. Das Unternehmen ist der größte Wasserversorger Niederösterreichs.