Leitungsbau der Naturfilteranlage Petronell im Winter. Normalerweise stehen im Winter die Baustellen eher still. Nicht so im Auwald nahe Petronell, denn hier wurden die Arbeiten an der neuen Trinkwasserleitung der EVN Wasser mit Ende Jänner beendet.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 21. Februar 2020 (11:58)

„Grund dafür ist ein in der Nähe gelegener Horst eines Seeadlerpaares. Die Seeadler beginnen mit der Brut Ende Jänner bis Mitte Februar und in dieser Zeit dürfen Sie nicht gestört werden. Der Seeadler ist der größte Greifvogel Europas und trat Jahrzehnte lang nicht als Brutvogel in Österreich auf. Jetzt gibt es wieder 6 Adlerhorste in den Donauauen östlich von Wien.“ erzählt Dr. Christian Baumgartner vom Nationalpark Donau-Auen.

Das Brunnenfeld Petronell-Carnuntum liegt in einem Natura-2000-Schutzgebiet in direkter Nachbarschaft zum Nationalpark Donau-Auen. Einen Kilometer lang führt dieser Teilabschnitt des Leitungsbaus durch die Au. EVN Wasser Geschäftsführer Raimund Paschinger: “Der sorgsame Umgang mit der Natur ist bei der Umsetzung dieses Projektes ein wichtiger Eckpfeiler.“

Der Grundeigentümer - die Familie Abensperg-Traun, der Nationalpark-Donauauen und die EVN kooperieren bei diesem Projekt eng miteinander.

Seeadler

Mit einer Flügelspannweite von bis zu  2,5 m ist der Seeadler die größte europäische Adlerart. Als Brutvogel wurde der Seeadler in Österreich vor einigen Jahrzehnten ausgerottet. Mehrere Naturschutzorganisationen bemühten sich intensiv um die Wiedereinbürgerung. Seit 2005 gibt es in den Donau-Auen östlich von Wien wieder erfolgreiche Bruten, die Seeadler haben sich wieder ganzjährig angesiedelt. In den Donauauen östlich von Wien sind heute sechs Adlerhorste vorhanden. In ganz Österreich sind heute etwas 35 Seeadlerhorste vorhanden.

Projektdetails Naturfilteranlage Petronell-Carnuntum

Die Naturfilteranlage Petronell-Carnuntum wird zukünftig in der Region 50.000 Einwohnerinnen und Einwohner mit weichem Wasser versorgen. Für die neue Naturfilteranlage wird eine Halle mit einer Größe von ca. 60 mal 30 Meter und einer Höhe von bis zu 11 Meter errichtet. Die Leitungen vom Brunnenfeld zur zukünftigen Naturfilteranlage belaufen sich auf ca. 1600 m.

Die Investitionskosten für das Projekt sind 9,4 Mio. Euro und soll im Dezember 2021 fertiggestellt werden.

Der Vergleich mit Quellwasser muss dann nicht mehr gescheut werden. Durch die Verwendung von sehr feinen Membranen können die Härtegrade rein mechanisch auf 10-12°dH gesenkt werden. Quellfrisches Trinkwasser ist in Niederösterreich eine Selbstverständlichkeit. Der Härtegrad ist dabei ein wesentliches Qualitätsmerkmal. Je höher der Wert an Kalzium und Magnesium im Wasser ist, desto härter ist das Wasser. Zu viel Kalk im Wasser bringt zahlreiche Nachteile: hartnäckig verschmutzte Gläser, defekte Geräte, trockene Haut beim Duschen. Weiches Wasser bietet also entscheidende Vorteile.