Musealvereins-Mitglieder: Aus Liebe zur Geschichte. Der Musealverein Waidhofen hat bereits über 10.000 Exponate gesammelt. Die ehrenamtlichen Mitglieder bestücken zahlreiche Museen in Waidhofen und Umgebung.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 07. November 2017 (02:59)
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Claudia Hanf-Effenberger und Obfrau Maria Gumpinger (v.l.) vom Musealverein kümmern sich ehrenamtlich um über 10.000 historische Exponate. Mehr als 2.800 der Objekte sind Bilder.
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Das Ehrenamt ist das Um und Auf im Waidhofner Musealverein. Der Verein sammelt und organisiert historische Objekte aus der Region – und das alles unbezahlt. „Die geschichtliche Sammlung ist eine städtische Sache, aber ohne Freiwillige ginge es nicht“, sagt die Kustodin des Vereins, Claudia Hanf-Effenberger.

Über 10.000 Exponate werden vom 1905 gegründeten Verein organisiert und instandgehalten. „Wir bemühen uns um den Erhalt dessen, was wir schon gesammelt haben“, meint die Obfrau Maria Gumpinger. So stammen etwa rund 99 Prozent der Exponate des 5e-Museums in Waidhofen vom Musealverein und auch der Stadtturm wird vom Verein bestückt.

Auch im Haus der Geschichte und bei Landesausstellungen sind Exponate des historischen Waidhofner Vereins zu finden. „Natürlich ist es keine leichte Aufgabe. Nur wenige Mitglieder müssen über 10.000 Exponate organisieren und wir leisten viele Stunden unbezahlt. Aber es ist eine interessante Arbeit“, meint Gumpinger.

„Die ehrenamtliche Arbeit ist in jedem Fall eine tolle Sache. Unsere Gesellschaft braucht freiwilligen Einsatz.“Claudia Hanf-Effenberger, Kustodin des Musealvereins

Die Exponate, die der Verein bislang zusammengetragen hat, stammen aus dem 18., 19. und zum Teil auch aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Bandbreite der gesammelten Gegenstände reicht von Waffen über Textilien und Haushaltsgegenstände bis hin zu Holz- und Metallobjekten. Der Großteil der Exponate wurde aus der Bevölkerung zusammengetragen, einzelne Stücke wurden auch angekauft.

Als Kustodin des Vereins ist es die Aufgabe von Claudia Hanf-Effenberger, die Objekte zu inventarisieren, zu sortieren, näher zu bestimmen, zu ertauschen und sachgerecht unterzubringen. Bei einzelnen Gegenständen müssen auch kleinere oder größere Reparaturen in Auftrag gegeben werden.

Hanf-Effenberger hat dafür vor etwa zwei bis drei Jahren die Kusto denausbildung des Museumsmanagements NÖ absolviert. „Ich wollte mich in meiner Pension irgendwo einbringen. Da ich mich sehr für Geschichte interessiere, habe ich damals dann beim Musealverein nachgefragt. So bin ich zum Verein gekommen“, sagt die Kustodin.

Jedes Jahr bringt der Musealverein auch die „Historischen Beiträge“ heraus. In dieser 100 Seiten umfassenden Publikation werden historische Arbeiten über die Region publiziert. Das neue Buch soll am 7. November im Rathaussaal der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

„Die Freiwilligentätigkeit an sich ist in jedem Fall eine positive Sache. Wir sind eine bürgerliche Gesellschaft und nicht alles kann der Staat bewältigen. Da braucht es eben auch freiwilligen Einsatz“, sagt Hanf-Effenberger. Derzeit hofft man stark auf Nachwuchs, der den Verein und seine Arbeit verstärkt. „Die ehrenamtliche Arbeit im Musealverein ist auf jeden Fall lohnenswert. Jeder, der sich dafür interessiert, ist bei uns jederzeit willkommen“, sagt die Kustodin.