Hedwig Kadletz ist „Haltegriff für Flüchtlingsfamilie“. Hedwig Kadletz hat sich der Bedürftigenhilfe verschrieben. Neben ihrer Tätigkeit als Leseoma unterstützt sie die syrische Flüchtlingsfamilie Hamed im Ort.

Von Alexandra Frantz. Erstellt am 01. November 2017 (04:00)
Ghada Okla und MohammadHamed wohnen mit ihren Söhnen Abdullah, Nawaf und Al Abas in Leobendorf. Hedwig Kadletz unterstützt sie in vielen Belangen.
privat

„Ohne ehrenamtliches Engagement funktioniert unsere Gesellschaft nicht“, ist sich die pensionierte AHS-Lehrerin und Historikerin Hedwig Kadletz sicher. Sie macht sich seit 2015 als freiwillige Helferin in der Gemeinde stark und unterstützt Flüchtlingsfamilie Hamed aus Syrien. Die fünfköpfige Familie aus Daraa musste ihr Heimatland aufgrund des Aufstands gegen Machthaber Baschar-al-Assad hinter sich lassen.

„Der Islamische Staat verlangte im Sommer, dass sie das Land verlassen“, erzählt Kadletz. Seit die Familie in Leobendorf lebt, hilft Kadletz, wo sie kann. „Am Anfang habe ich viele Fahrtdienste übernommen oder Kontakte hergestellt“, erzählt sie. Die Familie musste sich erst einleben und alles kennenlernen. Auch Arztbesuche, Amtswege und Behördengänge standen auf der To-do-Liste von Kadletz.

Die Helferin organisierte sogar eine Wohnung im selben Haus, in dem sie lebt. „Immer wenn irgendetwas passiert ist, läuten sie bei mir“, ist Kadletz über die räumliche Nähe froh, denn so kann sie noch schneller helfen.

„Es gibt einen Kreis von Menschen im Ort, der die Familie freundlich begrüßt, viele schauen aber noch skeptisch.“Hedwig Kadletz, Helferin

Neben den alltäglichen Dingen hilft die Leobendorferin aber auch in der schulischen Ausbildung der drei Kinder (elf, 15 und 18). „Da ich AHS-Lehrerin für Deutsch und Geschichte war und im 10. Bezirk in Wien unterrichtet habe, habe ich eine Ausbildung für Deutsch als Zweitsprache absolviert. Das hilft mir enorm beim regelmäßigen Lernen mit den Kindern.“

Neben der Unterstützung für Familie Hamed engagiert sich Kadletz an mehreren Orten. „Ich bin gefragt worden, ob ich mich um die Topothek Leobendorf kümmern möchte“, freut sie sich und sagt weiter: „Im Sommer hatte die Gemeinde einen Ferialpraktikanten. Er hat es geschafft, die Fotoeinträge auf 500 zu heben.“ So kann die Topothek nun am 23. November im Rahmen des Leobendorfer Herbstes freigeschaltet werden. „Da sind uralte Fotoschätze dabei, das ist schon sehr wichtig“, betont Kadletz.

Und die Helferin engagiert sich auch noch wöchentlich als Leseoma in der Volksschule Leobendorf. „Ich bin schon seit meiner Pensionierung 2011 dabei, das macht mir sehr großen Spaß.“