Geschmack in vielen Varianten. Belebte Städte, wunderschöne Küstenformationen, eine reizvolle Lagunenlandschaft mit Naturpark und geschmackvolle Spezialitäten aus dem Meer und vom Land – all das kann die Algarve bieten.

Von Hannes Ramharter. Erstellt am 04. Dezember 2019 (04:11)
An der Ponta de Piedade zeigt sich die Küste von ihrer bizarrsten Form. Das Meer hat in vielen Jahrhunderten zahlreiche Grotten in die Felsen geschaffen.
Ramharter

Einer der ältesten Orte an der Algarve ist Lagos. Bis heute konnte die Stadt die Atmosphäre einer Kleinstadt erhalten, obwohl per Flugzeug viele Reisende an die
Algarve kommen. Einen Ausflug zur Ponta de Piedade – der Spitze der Barmherzigkeit – sollte man von Lagos aus auf jeden Fall unternehmen. Dort sieht man hohe, ins Meer ragende Klippen mit Grotten und einen Leuchtturm. Wenn es die Fischer bei rauer See um diese Landzunge geschafft hatten, waren sie in Sicherheit. Daher wurde von ihren Frauen dieser Ort auch immer wieder benutzt, um Ausschau nach den Fischern zu halten. Vom Parkplatz des Leuchtturms kann man nicht nur die Klippen von oben bestaunen, sondern über rund 150 Stiegen auch hinuntergehen, wo Boote bereitstehen, die die Touristen zu Grotten und den Felsformationen führen.

Geschmack von einer völlig anderen Seite kann man in den Monique-Bergen erleben. Dort wird eine besondere Spezialität der Algarve erzeugt, der Medronho. Das ist ein aus den Früchten des Westlichen Erdbeerbaumes gebrannter Schnaps, den es mit dem ebenfalls in dieser Region oft gewonnenen Honig auch als Likör gibt. Ebenso typisch für diese Ge-
gend ist das schwarze Iberische Schwein. Dieses wird nicht nur für Fleisch und Schinken gehalten, wenn es geschlachtet wird, dann verwenden die Menschen so viel wie möglich davon, zum Beispiel auch das Blut für Blutwurst in verschiedenen Varianten. Und auch Korkeichen sind hier nach wie vor sehr häufig zu finden, man erkennt sie an den an ihren Stämmen aufgemalten Ziffern, die dazu dienen, dass die Besitzer wissen, wann sie wieder Kork aus dem Stamm gewinnen können.

Neun Speise- und drei Getränkeverkostungen bietet Joana Cabrita Martins auf ihrer Food Tour in Olhão den Gästen an.
Johann Ramharter

In Albufeira befindet sich eines der bekanntesten Hotels Portugals, die Villa Joya, die hoch über dem Atlantik inmitten eines grünen Gartens thront und von Joy Jung, deren Eltern das kleine, aber feine Hotel gegründet hatten, geführt wird. Die Villa verfügt lediglich über 13 Zimmer und neun Suiten, das Zwei-Sterne-Restaurant (Michelin) wird vom Österreicher Dieter Koschina geleitet. An seiner Seite steht Head-Chef Stefan Langmann, gebürtig aus Marbach an der Donau, der im Hotel Schachner in Maria Taferl seine Lehrzeit verbrachte.

Wer ein besonderes geschmackvolles Erlebnis sucht, sollte eine Ria Food Tour in Olhão machen. Man erfährt dabei nicht nur über die Geschichte dieses Fischerstädtchens mit seinen weiß gekalkten Häusern, sondern erlebt den noch immer vorhandenen Fischreichtum des Atlantiks hautnah am Fischmarkt. Die Tour beinhaltet neun Speise- und drei Getränkeverkostungen, führt eben in den Fischmarkt und den Obst- und Gemüsemarkt sowie in die Stadt, wo auch das kleine Museum einer traditionellen Fischkonservenfabrik inklusive Verkostung besichtigt wird. Und den Abschluss eines Tages in Olhão sollte eine Fahrt in die Lagune des Naturparks Ria Formosa bilden, bei der man nicht nur die zahlreich dort überwinternden Schwarzstörche sehen kann, sondern auch viele einsame Strände findet sowie den südlichsten Leuchtturm des portugiesischen Festlandes. Auch Muschelsammler kann man dort bei ihrer Arbeit beobachten.