Die Natur hat immer geöffnet. Seit Freitag haben National- und Naturparks wieder Häuser und Programme geöffnet.

Von Michaela Fleck und Stefanie Marek. Update am 16. Mai 2020 (17:26)

Ins Grüne wollten viele, gerade während der Krise. Nur: In Niederösterreichs zwei Nationalparks und 20 Naturparks war das Wegenetz zwar offen. Infocenter, Veranstaltungen, Cafés und Shops waren aber zu. Und während vor allem die Gebiete rund um die Städte einen erhöhten Besucherandrang verzeichneten, blieb es in entlegeneren Gegenden leer, manche Parke mussten komplett geschlossen bleiben. Mit 15. Mai haben jetzt viele wieder aufgesperrt. Die Konsequenzen der Beschränkungen werden noch die ganze Saison spürbar sein.

Sehnsucht nach der Natur ist spürbar

„Die Menschen haben in den letzten Wochen viel Zeit vor Bildschirmen verbracht, die Sehnsucht nach der Natur ist spürbar“, sagt Edith Klauser, die Direktorin des Nationalparks Donau-Auen. Das frei zugängliche Wegenetz sei in den letzten Wochen viel stärker als sonst besucht worden. Wegen des Andrangs wurde die Aufsicht durch Ranger und Forstverwaltung verstärkt. Zur Zeit haben mehrere gefährdete Arten Brutsaison, durch die Trockenheit besteht Waldbrandgefahr. Negative Auswirkungen auf Flora und Fauna hätten die (Wochenend-)Besucher aber nicht. Unter der Woche sei es sehr ruhig gewesen.

Eigentlich wäre man in den Donau-Auen am 21. März in die Saison gestartet, am 16. Mai öffnete das Nationalparkzentrum nun mit acht Wochen Verspätung. In der Zwischenzeit wurde eine neue Ausstellung zum Seeadler vorbereitet und die Schlossinsel komplett neu gestaltet. Viele Anfragen gebe es schon jetzt, ein Konzept für kontaktlose Führungen auch. Vor allem Schulgruppen werden aber massiv fehlen, so die Nationalparkdirektorin.

Einnahmen fehlen

Auch im Nationalpark Thayatal haben viele Schulgruppen storniert. Für das beliebte Wildkatzencamp galt in der Krise: „Wir sind ausgebucht – und stehen leer!“, so Nationalparkdirektor Christian Übl. Das Camp wolle man im September wieder öffnen, für das Nationalparkhaus fiel der Startschuss schon diesen Freitag. „Frieda und Carlo“, das Wildkatzenpärchen, „freuen sich schon auf Besucher.“ Im Nationalpark fehlten Einnahmen, aber auch Ausgaben. Und die Zeit habe man auch für neue Forschungen genutzt – und dabei mittlerweile gleich zwei ausgestorbene Moosarten wiederentdeckt.

Ganz anders gestaltet sich die Situation für den Naturpark Blockheide bei Gmünd. Geplante Projekte hängen in der Luft, außer den Einheimischen waren in den letzten Wochen kaum Menschen auf den über 100 Hektar unterwegs. Aussichtsturm, Shop und Ausstellung waren zu, Führungen fanden nicht statt. Für die Finanzen des Vereins, der den Park ehrenamtlich betreut, sei das sehr schlecht, so Kassier Johann Kellner. Mit Anfang Mai wurde der Betrieb wieder hochgefahren.

Auch der Naturpark Sparbach bei Mödling öffnete mit 15. Mai wieder seine Tore, seit 1. Mai ist auch die Mautstraße zur Hohen Wand wieder ohne Einschränkungen geöffnet.

www.donauauen.at

www.np-thayatal.at

www.naturparke-noe.at