Schlammbaden mit Dolce-Vita-Feeling . Abano Terme – das ist eines der größten Kurzentren in Europa! Die Region lädt aber auch zu einem kulturell-kulinarischen Urlaub ein.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 06. März 2019 (04:26)
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In der Fußgängerzone von Abano Terme ist es zu jeder Tageszeit ruhig (oder sagen wir: entspannend), die Urlauber bleiben lieber in ihren Hotels (aktuell gibt es rund 80). Eines der Wahrzeichen der Stadt ist das ehrwürdige Grand Hotel Orologio, das aber (leider) schon länger geschlossen hat. 

Ein Vulkansee, eingebettet in die fruchtbare Landschaft der Euganeischen Hügeln, ist der Geburtsort des „Wunderheilers“ Fango. Der tief vom Seeboden geerntete Schlamm erreicht nach nur wenigen Transportminuten Abano Terme (und das angrenzende Montegrotto Terme). Hier wird der Fango seiner Bestimmung übergeben. Angereichert mit Thermalwasser, das sich den Weg von den Voralpen durch Kalkstein in einer Tiefe von bis zu 3.000 Meter bahnt, gilt Fango als vielversprechende Therapie bei u. a. rheumatischen Erkrankungen.

Fango ist aber keinesfalls eine Erfindung der Gegenwart: Schon die alten Römer wussten um die Heilkräfte der Landschaft rund um die Euganeischen Hügeln mitsamt ihrem regionalen Thermalwasser und machten aus der Region eine wichtige „Gesundheitszone“ der Antike.

Einen Steinwurf vom „Fango-Zentrum“ entfernt liegt eine der ältesten Städte Italiens: Padua. Die mehr als 200.000 Einwohner zählende Stadt, dessen Prato della Valle als drittgrößter Innenstadtplatz Europas gilt, ist von Abano Terme aus in wenigen Autominuten erreichbar. Zu den wohl bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählt neben der Wallfahrtskirche Basilica di Sant’Antonio, dem bronzenen Reiterstandbild von Donatello oder dem Oratorio di San Giorgio auch der 1545 gegründete botanische Garten, der als Weltkulturerbe gilt.

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Mit der Kraft der Natur – Fango. Ein Gesundheitsurlaub in Abano Terme ist bei den Österreichern noch immer beliebt.

Der kleine Seehafen von Chioggia gehört ebenfalls zu den Schätzen der Region. Da der Ort ebenso wie Venedig auf Holzpfählen errichtet wurde, trägt er den Beinamen „Klein-Venedig“. Berühmt wurde das romantische Städtchen auch dank seiner zahlreichen Brücken, über die man auch den rund sechs Kilometer langen Strand von Sottomarina (ein Badeort a lá Lignano oder Jesolo, der aber in erster Linie von Italienern besucht wird) erreichen kann.

Eine riesige Artenvielfalt mit mehr als 1.400 botanischen Arten (dies entspricht ca. einem Sechstel der italienischen Flora) kann man im Naturpark der Euganeischen Hügel bestaunen. Die sanften Steigungen laden zum Wandern oder zum Radfahren ein, dazu gibt es traditionelle italienische Küche, deren Duft man entlang der Route kaum widerstehen kann. Verzaubert vom Wandel der Natur im Laufe der Jahreszeiten und betört von Farben und Gerüchen der Landschaft begegnet man hier einem wunderschönen Panorama. Apropos Radfahren: Die sanft hügelige Region und die Routen entlang des nahe gelegenen Meeres ziehen die Radfahrer magisch an. Überall begegnet man ihnen – sportlich, schnittig, verspielt, verziert … Achtung, die Radfahrer sind wirklich überall!

Fährt man nur wenige Kilometer weiter, glänzen prachtvolle Villen und Schlösser, mittelalterliche Dörfer, historische Gärten und Parks, umgeben von grünenden Weingärten und Obsthainen. Und da ja Italien für seine Gastfreundschaft und Feierlaune bekannt ist, gibt es zu jedem Anlass – und das sind viele (!) – die passende regionale Küche und Musik. Sie sind herzlich eingeladen …