Vom Winzerschlössl zur Jagdschloss-Ruine. Der Föllik ist außerhalb von Großhöflein eher ein Geheimtipp. Nicht nur wegen des kleinen, verfallenen Schlosses mitten im Wald ist er jedenfalls einen Ausflug wert.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 23. April 2021 (04:46)

Die BVZ stellte in den vergangenen Wochen und Lockdowns bereits eine Fülle an Wanderrouten im Leithagebirge und am Ruster Hügel vor. Bleibt nur noch ein Berg zu besteigen — in burgenländischen Dimensionen gesprochen. Gemeint ist der Föllik in Großhöflein.

Vielen nur vom Weinetikett oder durch die Mülldeponie bekannt, bietet der Berg aber auch einige Überraschungen und eine überraschende Vergangenheit — die noch bis heute wirkt. So dort von 1.800 vor Christus etwa die größte Festung der Region, wegen ihrer Lage an der Bernsteinstraße bedeutend für den Handel Richtung Balkan und Italien. 1968 stimmte Großhöflein gegen die Pläne, den Föllik zum Landschaftsschutzgebiet zu erklären, stattdessen entschied man sich für Motorsportveranstaltungen und die A3.

Die BVZ-Wanderung startet beim Winzerschlössl Kaiser in Kleinhöflein. Von dort geht es durch die Weingärten nach Großhöflein, je nach Route kommt man dem Eisbach entlang oder direkt durch die Weingärten in den Ort. Normalerweise führt die Route über die Ödenburger Straße zur Autobahnbrücke. Derzeit finden dort allerdings Bauarbeiten statt, daher muss ein kleiner Umweg gegangen werden. Wieder ab in den Weingarten und kurz darauf ist man am Fuße des Föllik.

Am Waldrand steht, mittlerweile dem Verfall preisgegeben, das ehemalige Jagdhaus. Dahinter startet der Waldweg am Föllik. Nach insgesamt sechs Kilometern und knapp einer Stunde Marsch gelangt man schließlich zum „Gipfel“. Dort erwartet Wanderer ein überraschender Anblick: Ein verfallenes Jagdschloss.

Es steht im Besitz der Esterházy Stiftung und wurde 1792 von Fürst Anton Esterházy errichtet. Als leidenschaftlicher Jäger wollte er zum fürstlichen Vergnügen neben einem weiteren Fasanengarten auch ein „Lusthaus“ errichten. Dazu wurden die Bauern, die am Föllik ihre Weiden hatten, enteignet und bekamen stattdessen eine Fläche im Hornsteiner Wald.

Die „Gloriette“ hatte einen großen Festsaal und zahlreiche Nebengebäude, im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört. Zu sehen ist nur noch eine verwachsene, verfallene Ruine, die aus Sicherheitsgründen nicht mehr betreten werden darf — aber auch von außen eindrucksvoll wirkt.

Zurück geht es über auf gleichem Wege, den Föllik bergab. Zurück nach Großhöflein und durch die Weingärten weiter nach Kleinhöflein — ein Abstecher zum Retentionsbecken lohnt sich — und zurück durch die Kleinhöfleiner Hauptstraße.