Brač und der schönste Strand . Kroatien boomt und boomt und boomt. Auch heuer wird das Land des Fußball-Vize-Welt- meisters wieder sehr gefragt sein. Es gibt viele Geheimtipps – die Insel Brač ist allerdings mehr als ein Geheimtipp!

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 13. März 2019 (03:45)
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Als Naturdenkmal Kroatiens zählt das Goldene Horn zu den bekanntesten Stränden der gesamten Adria und wurde bereits unter die zehn schönsten Strände der Welt gewählt.

Nein, Sie sind nicht in der Karibik, wenngleich irgendwie Karibik-Feeling aufkommt.

Goldenes Horn – Symbol für Urlaub in Kroatien

Die Rede ist vom Goldenen Horn (Zlatni Rat). Eine der Top-Sehenswürdigkeiten der Insel Brač. Die charakteristische Landspitze aus strahlend hellem Kiesel liegt an der Südküste bei Bol und zählt nicht nur zu den Aushängeschildern von Brač, sondern gilt als das Symbol für einen Urlaub in Kroatien. Rund 500 Meter ragt das Goldene Horn in die azurblaue Adria. Es wurde zum Naturdenkmal erklärt und ändert seine Ausrichtung und Form je nach Strömungen, Wind und Wellen.

Über Jahrmillionen entstand die Landzunge durch Ablagerungen von Gestein, das im Lauf der Zeit durch die ständige Brandung fein gemahlen wurde. Wer auf Brač ist, muss unbedingt das Goldene Horn gesehen haben! Ideal für Wasserratten, für Sonnenanbeter – und bläst auch noch der Wind, verwandelt sich das Goldene Horn noch zusätzlich in ein El Dorado für Wind- und Kitesurfer. Einfach herrlich!

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Die Seele baumeln lassen in der ruhigen Bucht von Milna.

Der kleine Ferienort Bol ist das touristische Zentrum der drittgrößten Adria-Insel. Bis heute versprüht er den Zauber des ehemaligen Fischerdorfes. Enge, winkelige Gassen mit dicht gedrängten Steinhäusern, ein kleiner Hafen, in dem ein ständiges Treiben der Boote und Schiffe herrscht, und dazwischen immer wieder Restaurants und Cafés, die zum Verweilen und Beobachten der Urlauberschar einladen. Am Ortsrand liegt das alte Dominikanerkloster direkt am Meer mit seinem Museum und einem gut gefüllten Weinkeller.

Zu den Highlights von Brač zählt auch die einzigartige Aussicht vom mit 778 Meter höchsten Gipfel der Insel, dem Vidova Gora. Manche behaupten, Hexen hätten hier bei Vollmond ihre Séancen abgehalten und aus den Kräutern der Macchia Zaubertränke gebraut. Dafür spricht, dass die Karsthöhlen, die man in Richtung Nerezisca sieht, angeblich mit der Hexenbucht Vicja Luka verbunden sein sollen.

Andere gehen davon aus, dass der Gipfel eine heilige Stätte war und die hier befindlichen Ruinen einst die Tempel der Götter Sventovit und Svevid darstellten. Wie dem auch sei: Das Einzige, was heutige Besucher noch erschrecken kann, sind die hinter Straßenkurven lauernden Windböen, die nur gut vorbereiteten Drachenfliegern gefallen dürften. Die Aussicht, die von Italien bis Hvar reichen kann, immer aber den Blick auf das Goldene Horn, idyllische Weidegründe und eine Radarstation freilegt, hat noch jeden verzaubert – ganz ohne ok-kulte Magie!

Höhlen mit Reliefs, gezeichnet von Priestern

Auch sehenswert: die Drachenhöhle (sieben Kilometer westlich von Bol, 200 Meter über Murvica), deren Wände mit Reliefs geschmückt sind, die das Leben

der Priester im Mittelalter beschreiben. Sie lebten in Höhlen wie dieser und verbrachten ihre freie Zeit damit, Skulpturen zu schaffen, in denen sie der Nachwelt von ihrem Alltag berichten, aber auch der Kreativität freien Lauf lassen.

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Sehenswert: Alter Friedhof in der Stadt Supetar (größter Ort der Insel mit hufeisenförmigem Strand).

Eine beliebte Freizeitaktivität auf Brač ist auch das Entdecken von frühchristlichen und altkroa-tischen Kirchen, die über die gesamte Insel verstreut sind. Nur wenige davon sind ausgeschildert und nicht selten passiert es, dass auf Wanderungen im unwegsamen Gelände plötzlich eine Kapelle auftaucht …

Skrip heißt der älteste Ort der Insel und ist selbst schon fast ein Museum der Inselgeschichte. Hier wird von der Ära erzählt, als die Bewohner noch ihren Unterhalt als Piraten verdienen mussten, bis zu den heutigen Zeiten, in denen gleichermaßen Tourismus und Landwirtschaft den simplen Wohlstand der rund 200 Bewohner sichern.

Kalkstein von Brač im Weißen Haus

Oliven und Wein werden auf Brač großgeschrieben. Früher, im 18. Jahrhundert, gab es auf der Insel 500.000 Olivenbäume und rund 12.000 Hektar waren von Wein-reben bewachsen. Ebenfalls berühmt ist Brač für seine weißen Kalksteinbrüche, die bereits in der Zeit von Renaissance und Barock einige Steinmetzdynastien hervorbrachten. Steine von Brač sind in den herrlichsten Bauten ganz Dalmatiens zu finden – zum Beispiel im Diokletianspalast in Split oder in den Kirchen von Trogir. Sie wurden sogar für den Bau des Weißen Hauses in Washington verwendet. Ob das Donald Trump überhaupt weiß?