Auf den Spuren der Tiere im Naturpark Sparbach. Naturpark Sparbach: Naherholung für Jung und Alt.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion und Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 15. Mai 2021 (04:04)
Im Wildpark sind über 100 Wildschweine zu Hause.
Gaby Schätzle

Die Natur vor der Haustüre, ein Hauch von Abenteuer für die Kids und ein spannendes waldpädagogisches Konzept – das sind nur einige der Highlights, mit denen der Naturpark Sparbach punktet. Eigentlich ist es eine historische Anlage, denn das „Gut Johannstein – Sparbach“ ging im Jahre 1808 ans Haus Liechtenstein. Um das Sparbacher Schloss, das 1810 umgebaut worden war, entstand 1812 ein Tiergarten, der eingezäunt und für jagdliche Zwecke genutzt wurde.

Susanne Käfer im Streichelzoo, der besonders bei den Kindern beliebt ist.
Fotoatelier Prendinger

1962 wurde aus dem Wildpark ein moderner Naturpark, der erste Österreichs. Betreiber ist die Stiftung Fürst Liechtenstein. „War der Park bisher das ganze Jahr offen, entschied man sich im Jahr 2000 für ein neues Konzept“, erläutert Susanne Käfer vom Naturparkbüro Sparbach, „es wurde auf Saisonbetrieb mit einer Öffnungszeit von April bis Allerheiligen umgestellt.“ Weitere Meilensteine auf dem Weg zu einem erfolgreichen Auftritt waren die Neugestaltung 2004/05 und die Errichtung des Besucherzentrums. Die Besucherzahlen stiegen von ursprünglich 30.000 im Jahresschnitt auf 85.000 bis 90.000 pro Saison. Seine Bemühungen um gelebten Naturschutz, den Erhalt der Arten und ein ausgeklügeltes und umfangreiches waldpädagogisches Konzept brachten dem Park zahlreiche Preise ein, er wurde als einziger Naturpark Österreichs für sein Bildungsangebot mit dem Österreichischen Umweltzeichen bedacht und mit „Best of Austria“ ausgezeichnet.

Heute präsentiert sich der Park auf einer Fläche von 360 Hektar nicht nur als wertvolles Naherholungsareal für Jung und Alt, sondern auch als Umwelt- und Bildungseinrichtung für Kindergärten und Schulen. Ein Naturparkhaus inmitten des großzügigen Freigeländes lädt zu interaktivem Kennenlernen der Tiere und Pflanzen in ihrem Jahreslauf. „Wir bieten regelmäßig Führungen und zahlreiche Events mit unterschiedlichen Schwerpunkten“, erläutert Käfer, „wir haben unter anderem ein Frühlingsfest, eine Sonnwendfeier und ein Herbstfest, dazu viele Schwerpunkte zu fachlich ausgerichteten Themen, wie zum Beispiel Orchideen, Vogelstimmen erkennen, die Fledermausnacht, die Lange Nacht des Naturparks oder Afterwork-Events.“

Dam- & Muffelwild und 100 Wildschweine

Im Sommer widmet sich eine Veranstaltung dem Thema Klimawandel. Die Schaugehege mit sechs Schafen, sechs Ziegen und fünf Eseln kommen bei den Kindern besonders gut an, nicht zu vergessen der große eingezäunte Spielplatz. Neben dem Dam- und Muffelwild sind im Park auch rund 100 freilaufende Wildschweine zuhause, die über ausgedehnte Rückzugsgebiete verfügen, aber dennoch immer wieder „auf Tuchfühlung“ mit den Besuchern gehen, friedlich ihrer Wege ziehen und so aus der Nähe beobachtet werden können. Sie vermehren sich derzeit exponentiell, „sie sind anpassungsfähig, intelligent und die Früchte der vielen Buchen und Eichen bescheren ihnen richtige Mastjahre“, weiß Käfer, „so werden sie früher geschlechtsreif und vermehren sich entsprechend.“ Die Bestandsregulierung findet ebenso wie die Holzernte in der Winterruhe statt. „Das machen unsere Förster“, erzählt Käfer über die Arbeit hinter den Kulissen, „außerdem haben wir ein zehnköpfiges waldpädagogisches Team, 

das für unsere Gäste immer spannende und informative Programme ausarbeitet.“
Eng arbeitet man mit den Schulen zusammen. Die Volksschule Hinterbrühl ist sogar „Naturparkschule“, das heißt, dass jede Klasse mindestens einmal im Jahr einen Ausflug in den Park macht. Außerdem gibt es einen österreichweiten Aktionstag der Naturparkschulen. „Da ist dann die ganze Schule da und es gibt ein besonderes Motto, wie zum Beispiel ,Landschaften voller Baukünstler‘, wo es um Spechte, Ameisen, Maulwürfe oder Bienen geht“, erläutert Käfer.

Rotfedern und Karpfen kann man im Lenauteich beobachten.
Naturpark Sparbach/Käfer

Doch der Naturpark Sparbach spricht alle Altersgruppen an, die Ruine Johannstein, das Köhlerhaus, der Triumphbogen auf der Dianawiese und der Lenauteich mit der Leopoldmühle sind attraktive Ziele für einen Spaziergang. In einem weiteren Themenschwerpunkt, dem „Biedermeier“, widmet man sich der Geschichte der Anlage. Inzwischen gibt es auch eine eigene App Hyronimus-Sparbach. Mit einem Audioguide für das Smartphone lassen sich 22 Stationen mit Begleittext in Deutsch oder Englisch besuchen, auch wenn gerade keine Führung möglich ist.

„Immer mehr wird der Park auch als Event-Location geschätzt, man kann zum Beispiel den Grillplatz mieten“, betont Käfer, „denn einen Geburtstag oder einen anderen Anlass am Lagerfeuer zu begehen hat schon seinen besonderen Reiz.“

Vor Ihrem Besuch informieren Sie sich bitte über die Corona-Maßnahmen.
www.naturpark-sparbach.at