Natur zieht Bilanz: Insel Wolfsthal revitalisiert. Im Vorjahr wurden die Arbeiten für ein ökologischeres Flussmanagment an der Donauinsel bei Wolfsthal im Nationalpark Donau-Auen abgeschlossen. Jetzt zeigt sich, dass die Natur profitiert.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 23. April 2020 (13:21)

Von 2017 bis 2019 lief das internationale Naturschutzprojekt „Danube parks connected“. Im Zuge dieses Projekts wurde auch die im Nationalpark Donau-Auen liegende Insel Wolfsthal revitalisiert.  

„Strömungsliebende Fische wie etwa die Nase und zum Beispiel auch Tiere wie der Eisvogel profitieren sehr davon“Erika Dorn vom Nationalpark Donau-Auen

Der urwaldartige Weidenbestand und die weiten Schotterflächen der Donauinsel bei Wolfsthal beheimaten zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten. Als „Trittsteinlebensraum“ im Fluss verbindet die Insel den Nationalpark Donau-Auen und die Schutzgebiete in der benachbarten Slowakei.

Weil einige alte Wasserregulierungsbauwerke, sogenannte Buhnen, die Durchströmung des Seitenarmes zwischen Insel und Flussufer verhinderten, gingen über die Zeit allerdings Wasserflächen sowie der Inselcharakter verloren und Fische konnten den Gewässerzug nicht mehr nutzen. Nach zweijähriger Planungszeit wurden zwischen November 2018 und Februar 2019 im Seitenarm alle Querbauwerke entfernt.

Insgesamt mussten tausende Tonnen Wasserbausteine abtransportiert werden. Ein Jahr nach Baufertigstellung - zeigt sich der Standort in voller Schönheit: Der Seitenarm ist wieder durchströmt, flusstypische Lebensräume sind neu entstanden. Das Bestehen der Wildinsel sei somit langfristig gesichert, heißt es von Seiten des Nationalparks.

„Strömungsliebende Fische wie etwa die Nase und zum Beispiel auch Tiere wie der Eisvogel profitieren sehr davon“, so Erika Dorn vom Nationalpark Donau-Auen. „Der Bereich ist auch ein beliebtes Naherholungsgebiet, an dem sich viele Spaziergänger freuen, der Standort hat klar an Attraktivität zurückgewonnen.“ Das sei auch den vielen Kooperationspartnern, darunter die Gemeinde Wolfsthal, der Verband der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine und die benachbarten Grundeigentümer zu verdanken.

Inselschutz in NÖ als donauweites Vorbild

Die Revitalisierung der Insel Wolfsthal ist außerdem Teil der donauweiten Initiative „Wildisland“, die sich für den Schutz der letzten naturnahen Inseln einsetzt und die für die Europäische Kommission als Vorzeigeinitiative gilt. Entlang der Donau gibt es über 900 Inseln. 147 davon wurden aufgrund ihrer bis heute erhaltenen Naturnähe als Flusswildnis ausgewiesen.

Auf Nachfolgeprojekte wie jenes bei der Insel Wolfsthal , die den Wildnischarakter der Inseln fördern, wird von Seiten des Nationalparks gehofft. "Danubeparks", das Netzwerk der Donauschutzgebiete hat etwa diesen Februar unter Leitung des Nationalpark Donau-Auen ein umfassendes donauweites Projekt zum Schutz der letzten wilden Donauinseln eingereicht. Im Falle einer Bewilligung könnten schon ab Herbst 2020 weitere Maßnahmen umgesetzt werden.

Nationalpark Donau-Auen

Drei Viertel des Nationalparks Donau-Auen liegen in Niederösterreich, ein Viertel in Wien. Der Nationalpark entlang der Donau bietet zahlreichen seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum, informieren können sich Interessierte unter https://www.donauauen.at/.

Aufgrund der aktuellen Lage bleibt das schlossORTH Nationalpark-Zentrum mit dem Auerlebnisgelände Schlossinsel bis auf Weiteres für Gäste geschlossen. Das Nationalparkgebiet ist für individuelle Besuche offen, allerdings beeinträchtigt die erhöhte Besucherzahl den Lebensraum der Tiere und Pflanzen und es wird daher um rücksichtsvolles Verhalten in der Natur ersucht.

TV-Tipp

In einer Spezialsendung des Formats „Heimatleuchten“ zeigt Servus TV am Freitag, dem 1. Mai ab 20:15 Uhr übrigens die Dokumentation „Unsere Nationalparks“, in der Österreichs Nationalparks von ihrer schönsten Seite zu erleben sind.