Auf Gipfelkreuz-Suche im Waldviertel. Die NÖN präsentiert mit den Reisereportern Gerald und Sonja Lechner die schönsten Wanderrouten in Niederösterreich. Jede Woche stellen wir eine interessante Route aus allen Vierteln Niederösterreichs vor… diesmal führt die magische Wanderung in's Waldviertel!

Erstellt am 17. Dezember 2020 (13:58)
Die Reisereporter

Er ist die höchste Erhebung im südlichen Waldviertel und misst stolze 1.061 Meter und doch stiehlt ihm sein kleiner Bruder die Show: der Große Peilstein in der Nähe von Münichreith. Das Gipfelkreuz sucht man vergeblich - fündig wird man am Kleinen Peilstein!

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An Schloss Artstetten vorbei geht es für uns mit dem Auto Richtung Norden. Wir wählen den kleinen Ort Altwaldhäusl, der gleich nach Münichreith kommt und eine Sackgasse ist als unseren Startpunkt. Am Beginn des Waldes ist ein idealer Platz, um das Auto stehen zu lassen. Auf den Peilstein führen verschiedene Routen: kürzer, länger, steiler und gemütlicher. Wir lieben Rundwanderwege und freuen uns immer, wenn wir für Hin- und Rückweg unterschiedliche Strecken kennenlernen. Daher auch die Entscheidung für diesen Startpunkt: Von hier geht es als erstes Ziel zum Katzenstein, dann zum kleinen Peilstein, zum großen Peilstein und zuletzt noch zum Kaiserstein.

Aber nun von Anfang an: wir wandern mit sanften Steigungen auf einem breiten Forstweg durch die von uns so geliebte Waldviertler Natur. Schöne und auch recht gesunde Fichtenwälder begleiten uns die erste Zeit. Immer wieder tauchen Felsformationen im Wald auf - ja, das Waldviertel und die Granitsteine sind schon etwas ganz Besonderes. Die Wegführung ist ganz leicht zu finden - perfekt ausgeschildert braucht man weder GPS noch Wanderkarten, einfach dem Tut-Gut-Wanderweg Nummer 2 oder den Pfeilen zum Peilstein folgen. Hier liegt gerne ein wenig Schnee, so ist es auch jetzt angezuckert. Immer wieder bieten sich tolle Fotomotive und wir müssen kurz verweilen um die Natur zu genießen.

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Unser erstes Ziel ist der Katzenstein. Beim Birkenkreuz geht es nach einer recht langsam steigenden Strecke erstmals auf dem linken Weg wirklich bergauf. Kein Steig, sondern ein Waldweg, aber deutlich steiler als zuvor. Der Anstieg dauert aber nicht lange und bald wird es wieder eben. Hier kommt dann auf der rechten Seite die Abzweigung zum Katzenstein - ein wenig geht es auf einem Waldpfad bergab, bis die Steinformation in unserem Blickfeld auftaucht: Was für ein Anblick! Ja, es zahlt sich absolut aus, diesen kleinen Umweg zu machen. Auf der rechten Seite kann man zum Gipfel des Felsens gelangen, einzig ein Stück muss ein wenig gekraxelt werden, sonst ist es wie ein kleiner Steig. Oben erwartet uns ein ganz besonderes Gipfelkreuz mit einem Gottenanglitz. Wir genießen die Aussicht nach Norden und Osten, verweilen angesichts des (kalten) Windes jedoch nur kurz - an warmen Tagen wäre hier ein wunderschöner Platz für eine Brotzeit!

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Zurück am Hauptweg geht es weiter Richtung Kleiner Peilstein - der Weg ist nun wieder gemütlich steigend. Als erstes lacht uns die Peilsteinhütte an - eine süße kleine Naturfreundehütte auf einer kleinen Lichtung. Derzeit hat sie geschlossen, jedoch gibt es einen Winterraum, der geöffnet ist. Wir suchen uns aber einen Jausenplatz im Freien, wollen wir doch die frische Luft und die Natur genießen. Nach der Hütte geht es auch schon Richtung Gipfelkreuz - und auch hier sind wir überrascht: ein wirklich großes Gipfelkreuz ragt auf einer Felsformation empor. Auch hier wäre ein idealer Platz für eine Jause, wenn es nicht so windig wäre. Aber der eisige Nordwind kann es heute, im Wald merkt man nichts davon, aber kaum ist man auf einer exponierten Lage.... Ein paar Meter entfernt entdecken wir "unseren" Platz: ein Bankerl in der Sonne mit genialem Ausblick. Exakt hinter der Hütte führt ein schmales Wegerl hin.

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Danach geht es hoch zum Großen Peilstein. Und wir sind zum dritten Mal an diesem Tag von einem Gipfelkreuz überrascht: beim ersten über die Gestaltung, beim zweiten über die Größe und hier darüber, dass es eben keines gibt. Nur eine Tafel, auf der die Höhe und die Tatsache, dass der Große Peilstein die höchste Erhebung des südlichen Waldviertels ist, vermerkt sind. Irgendwie schade und er tut uns leid, der Große Peilstein, der hier so stiefmütterlich behandelt wird.

Ein Plätzchen möchten wir uns aber noch ansehen: das Peilsteiner Sonnenplatzerl. Dazu müssen wir ein wenig dem Wanderweg quasi weiter gerade aus bergab folgen. Und hier entdecken wir neben einer weiteren wunderschönen Aussicht - auch zurück zum Kleinen Peilstein - einen weiteren Platz für eine Brotzeit. Ein Tisch mit Bank mitten im Nirgendwo, schön abgeschieden. Hier ist es windstill und wir genießen noch ein wenig die Sonne und den Blick ins Tal.

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Zurück geht es nun wieder hoch zum Gipfel und von dort nach rechts den Wanderweg weiter. Er verläuft auf der Rückseite (also der Ysper-Seite) retour. Wir erfreuen uns wieder an den wunderschönen Buchenwäldern, besonders jetzt wo die Knospen rötlich schimmern und der Baumkrone einen besonderen Zauber verliehen. Die Markierungen sind gut zu finden und unser Ziel lautet nun Kaiserstein. Ja, hier hat der Kaiser, also Kaiser Franz Josef gerne eine Pause bei der Jagd und bei Wanderungen gemacht. Da müssen wir natürlich unbedingt hin, auch auf des Kaisers Stein sitzen. Zuerst geht es lange für uns gemütlich bergab, das letzte Stücks steigt noch einmal an, aber nur für kurze Zeit. Dann sehen wir ihn den Kaiserstein! Auf seiner linken Seite kann man hinauf gehen. Und da sehen wir sie, einige kleinere Steine, aber alle bestens für eine Rast geeignet. Nun, wo mag er wohl gesessen sein? Wahrscheinlich auf allen, schauen sie doch alle ein wenig majestätisch aus.

Für den Rückweg zum Auto steigen wir das letzte Stück wieder ab bis zur Kreuzung, wo zumindest derzeit viel Holz gelagert ist. Dort ist so eine richtige Dreieckskreuzung, also auch ohne Holz gut zu erkennen. Diesem Weg folgen wir, bis wir auf den bereits bekannten Hinweg treffen und gehen retour zum Auto. Eine wirklich landschaftlich sehr, sehr schöne Wanderung auf einfachen Waldwegen!

Noch viel mehr von dieser Wanderung wie Wanderkarte, GPS-Track, Video und viele Fotos unter:

www.diereisereporter.at

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