Waldviertel: Totenkopfstein & Herzstein bei St. Oswald. Die NÖN präsentiert mit den Reisereportern Gerald und Sonja Lechner die schönsten Wanderrouten in Niederösterreich. Jede Woche stellen wir eine interessante Route aus allen Vierteln Niederösterreichs vor… Diesmal wandern wir zu spannenden Steinformationen.

Erstellt am 22. April 2021 (08:00)
Die Reisereporter

Spannende Steinformationen betrachten und der Phantasie freien Lauf lassen - macht ihr das auch so gerne wie wir? Beim gruseligen Totenkopfstein erkennen wir ja unterschiedliche Köpfe - beim romantischen Herzstein hingegen sind wir uns einig. Und dabei, dass dies eine ganz besonders stimmungsvolle Rundwanderung in der Nähe von St. Oswald im südlichen Waldviertel ist.

Den Zustieg zu dieser Runde könnt ihr von St. Oswald oder Ysper wählen - wir entscheiden uns für ersteren! Aus einem besonderen Grund: wir schätzen den Aufstieg zur Hauptmann-Mayer-Ruhe, wo wir immer, wenn wir herkommen, eine kleine Pause machen und Ruhe und Ausblick genießen. Von dort geht es auf dem Herz-Weg gemütlich weiter durch den Nadelwald. Bald öffnen sich die Bäume zu einer Wiese und einem Acker, in dem ein Findling liegt, das Steinerne Kornmandl. Es ist ein pyramidenförmiger Granitrestling, der gemeinsam mit zwei bereits entfernten Steinen als Kalendersteine genutzt wurde.

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Wieder im Wald geht es zum ersten Highlight, dem Totenkopf-Stein. Ja, er schaut schon recht gruselig aus. Über die Interpretation sind wir uns aber nicht einig: Gerald sieht einen Neandertaler, unser Sohn Wolfram einen Gorilla, während ich eindeutig einen Schrumpfkopf erkenne. Ein Gesicht sehen wir aber alle! Die leeren Augen des Kopfes schauen nach Norden - dort wo nach germanischem Glauben Asgard und das Totenreich war.

Geht ihr links am Felsen herum, kommt ihr zur Treppe, über die ihr auf den Totenkopfstein steigen könnt. Ihr werdet mit einem schönen Ausblick belohnt. Am hinteren Ende des Totenkopfsteines ist der Drachenstein: beim Hinaufsteigen auf der Leiter seht ihr von oben auf den Schwanz hinab. Auf der Kuppe befindet sich ein viereckiger von Menschen geschaffener Sitz, darunter kann man auf einer Felsplatte eine Schale mit einem eingebauten Winkel an der Seite erkennen. Dieser V-Winkel soll ein Frauensymbol darstellen.

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Weiter geht es für uns ein wenig bergab: zum kleinen Reiterstein. Hier sind wir uns einig und sehen alle den Sattel, auf den man sich gemütlich in Reitportion setzen kann. Davor haben Wanderer einige Steinmännchen gebaut. Auch wenn es einiges bergab und danach wieder bergauf ist - schaut ihn euch an!

Weiter geht es zu unserem heutigen Gipfelsieg. Der 872 Meter hohe Weißenberg hat ein Gipfelkreuz und sogar ein Gipfelbuch! Die Aussicht reicht weit nach Osten und wir sehen heute den Ostrong mit dem Peilstein, auf dem wir erst kürzlich noch im Schnee und bei Kälte waren.

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Nun müssen wir unseren Weg zurück gehen, um am Herzweg weiter Richtung Norden zu marschieren. Aber schon bald verlockt uns eine gemütliche Bank zwischen Bäumen zu einer kleinen Pause. Es geht nun ein wenig bergauf, nicht wirklich steil, aber doch deutlich spürbar. Immer weiter gehen wir Richtung Herzstein, immer auf dem perfekt markierten Weg.

Und da taucht er schon auf: ein fünf Meter hoher Granitfelsen, der wie ein auf dem Kopf stehendes Herz aussieht. Unten könnt ihr durchkraxeln, es soll gesund machen. Bei uns ist es der Sportlichste und Jüngste, der es wagt. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir durchpassen.

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Hier sind wir auf 828 Meter - es ist der höchste Punkt der Wanderung! Der Herzstein ist ein alter weiblicher Kraftplatz, der auch als Kalenderstein gedient haben soll. In der Nähe des Herzsteines gibt es auch zwei Schalensteine. Die Info-Tafeln weisen euch den Weg, wenn ihr sie besuchen wollt.

Für den Rückweg entscheiden wir uns für den Weg Nr 11, der uns ein wenig weiter westlich wieder zum Auto zurück bringt. Zuerst geht es ein Stück die Straße entlang, bevor wir wieder auf einen Waldweg einbiegen.

Und da gibt es eine Überraschung für uns: viele geschnitzte Holzfiguren säumen den Weg - am liebsten gestaltet der Künstler Bären, aber es gibt auch viele andere Motive. Es handelt sich dabei um den Bauern vom Süßenhof, der ein begeisterter Holzschnitzer ist. Was für eine tolle Idee! Nach dem Hof geht es wieder auf die Straße, der wir noch ein kleines Stück Richtung Auto folgen.

Noch viel mehr von dieser Wanderung wie Wanderkarte, GPS-Track und viele Fotos unter: www.diereisereporter.at

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