Wandern Wachau: von Rossatzbach auf den Seekopf. Viele Wege führen auf den Seekopf mit seiner neuen Aussichtswarte und die benachbarte Hirschwand. Von schwierig bis leicht, von steinigem Steig bis zu gemütlicher Forststraße und von kurz bis lang. Diese Variante zählt zu den leichten, meist auf gemütlichen Waldwegen, aber mit rund 12 Kilometern zu den längeren Touren.

Erstellt am 26. August 2021 (07:00)
Reisereporter Seekopf
Die Reisereporter

Einen speziellen Bonus hat sie gerade an heißen Augusttagen wie jetzt: sie verläuft in vielen Bereichen schattig und unter dem Blätterdach angenehm kühl(er).

Heiß ist es heute und auch für den morgigen Tag sind Temperaturen jenseits der 30 Grad angesagt. Wandern wollen wir aber in jedem Fall, haben wir doch die ganze Woche gearbeitet und freuen uns schon auf die Bewegung an der frischen Luft. Für uns gibt es da zwei Varianten: früh aufstehen und ab in die Berge, dort hoch hinauf, wo es kühler ist oder aber am späten Nachmittag aufbrechen und eine schattige Tour aussuchen. Dafür haben wir uns heute entschieden: auf ans Südufer der Wachau. Das klingt jetzt sicher komisch auf den ersten Blick, aber das Südufer zeigt nach Norden und so finden wir dort den ersehnten Schatten.

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Mit dem Auto geht es nach Krems und von dort donauaufwärts bis Rossatzbach. Links biegen wir von der Hauptstraße zum Parkplatz ab. "Oh, was für ein Pech, da ist ja ein Heuriger....", meint Gerald mit einem Augenzwinkern, als wir einparken. Damit ist das "Und was machen wir nach dem Wandern?" schon mal abgeklärt.

Unser Wanderweg führt uns zuerst Richtung Wald asphaltiert nach hinten zu den Weingärten, dort gehen wir seitlich an einem vorbei und steigen ein wenig zum Panoramaweg auf. Jetzt gilt es die erste Entscheidung zu treffen: nach links oder rechts. Wir wählen die linke Seite, da wir uns dort mehr Schatten im Aufstieg erhoffen. Es ist eine Forststraße, die uns entlang vom Rossatzbach ins Tal begleitet. Falls ihr über Stechmücken und Co nachdenkt (Seit wir vor einigen Jahren im nördlichen Niederösterreich gefühlt von Millionen an Gelsen verfolgt wurden, stellen wir uns um diese Jahreszeit immer die Frage, wie es denn am geplanten Wanderort mit den lästigen Plagegeistern sein wird.) es ist nur ein ganz kurzes Stück, wo uns ein paar belästigen. Also kein Problem!

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Auf diesem Waldweg geht es gemütlich und meist schattig bergauf. Die Wandermarkierung in weiß-hellblau begleitet uns und ist perfekt zu finden. Keine Unsicherheit bei der Wegführung, einfach gemütlich dahin schlendern. Einmal gibt es eine lustige Abzweigung - "Zeckensessel" ist darauf zu lesen. Heute ist nicht mehr genügend Zeit, um diesen witzigem Namen auf den Grund zu gehen - aber neugierig sind wir!

Schon fast oben mündet unser Aufstieg in einen Forstweg ein, dem wir nach rechts folgen. Wir kennen diesen Wegabschnitt bereits vom Abstieg der Stoasteig-Karl-Runde. Heute geht es aber in die umgekehrte Richtung! Die Temperaturunterschiede zwischen Dunkelsteinerwald und Wachau sind uns ja schon beim vergangenen Besuch aufgefallen - auch heute ist es wieder deutlich: nach einer Kehre wird es plötzlich deutlich wärmer, die Luft ist wie aufgewärmt. Spannend, wenn solche Klimaunterschiede spürbar sind.

Wir gelangen zum Rührsdorfer See, der ja in den Karten auch als solcher eingezeichnet ist - beim ersten Besuch hier oben haben wir ja mit einem echten See oder zumindest Teich gerechnet, jetzt wissen wir schon, dass es sich mehr um eine feuchte Wiese samt Pflanzen handelt. So eine, die man von außen nicht als Teich erkennt, dann rein geht und plötzlich nasse Füße hat. Mehr Seefeeling bietet sie aber nicht! Trotzdem: Sie hat es in die Landkarten geschafft - hätte der Rührsdorfer See einen eigenen Marketing-Beauftragten, dann müssten wir sagen: alles richtig gemacht ;)

Reisereporter Seekopf
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Nun folgt das letzte Stück im Anstieg zum Seekopf, die Warte ist schon sichtbar. Es ist nun ein einfacher Steig, der uns hoch bringt. Dank der warmen Wachau-Temperaturen kommen wir aber dennoch ins Schwitzen. Oben angelangt sind es noch ein paar Stufen hinauf zum Aussichtspunkt. Ja, sie ist wunderhübsch, die neue Warte und passt perfekt hierher! Sehr gelungen! Unten ist die Box mit dem Gipfelbuch ist zu meiner Freude auch ein Stempel mit dem Abbild der Warte. Was für eine schöne Erinnerung für mein Skizzenbuch.

Der Ausblick aufs Donautal ist phänomenal, die bewaldeten Hügel ringsum und die Fernsicht bis Stift Göttweig. Mittlerweile weht ein frisches Lüftchen und es herrscht die Stimmung, die wir im Sommer so lieben. Nur an solchen Hitzetagen verbleibt in den Abendstunden eine laue Wärme. Etwas ganz Besonderes an wenigen Tagen im Jahr!

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Bald beginnen wir mit unserem Abstieg, der uns zuerst über einen einfachen Steig hinüber zur Abzweigung Hirschwand bringt. Heute besuchen wir sie nicht mehr, da wir noch im Hellen ins Tal wollen. Weiter geht es bergab auf einem Steig bis wir die Forststraße erreichen. Wir befinden uns auf einem markierten Wanderweg, dem wir gemütlich talwärts folgen. Rossatz ist immer wieder angeben auf den Wegweisern. Vor einem Schranken geht der Weg als leichter Steig in den Wald hinein oder hinter dem Schranken als Wiesenweg weiter. Wir entscheiden uns für diese Variante und folgen ihr bis wir das letzte Stück unserer Wanderung am Jankerlweg absteigen. Ihn kennen wir bereist vom Aufstieg über den Wildschweingraben. Es ist ein schöner Waldsteig, der uns vorbei an vielen Pilzen zum Panoramaweg bringt. Dort ist es nur mehr ein kleines Stück nach rechts bis zu unserem Abgang zum Parkplatz.

Was jetzt folgt, könnt ihr euch sicher vorstellen: Ich sag nur: Hauerjause mit Wachauer-Laberl! Haben wir uns verdient!

Noch viel mehr von dieser Wanderung wie Wanderkarte, GPS-Track und viele Fotos unter: www.diereisereporter.at

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