Wandern Waldviertel: Der Anti-Stress-Weg bei Gutenbrunn. Anti-Stress-Weg - klingt doch schon mal sehr gut, oder? Wobei Stress und Waldviertel - für uns reichen die Stille der Natur, wo nur das Murmeln der kleinen Bäche und der Gesang der Vögel zu hören sind, und der Blick ins tiefe Grün der Wälder oder in die Weite der Landschaft aus, um auf Stress-Level Null zu kommen. Die Übungen an den einzelnen Stationen ergänzen das perfekt!

Erstellt am 12. August 2021 (10:38)
Reisereporter Gutenbrunn
Die Reisereporter

Mit dem Auto geht es für uns ins südliche Waldviertel, vorbei am weithin sichtbaren Gipfelkreuz des kleines Peilsteins gelangen wir nach Gutenbrunn. Dort findet ihr mitten im Ort einen großzügigen Parkplatz. Auf der Hauptstraße gibt es einen Fleischer und ein kleines Geschäft, wo ihr eine Jause kaufen könnt. Wobei die Wanderung an mehreren Wirtshäusern vorbei führt... Da die Wetterprognosen heute aber Stürme und Unwetter für den späteren Nachmittag ansagen, entscheiden wir uns ohne richtiges Einkehren und dafür mit Jause zu wandern.

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Zuerst gehen wir ein kleines Stück die Straße entlang bis zur Kirche, gegenüber biegen wir nach rechts ab. Hier seht ihr die ersten Wanderwegweiser. Unsere heutige Tour ist der Anti-Stress-Weg. So geht es ein wenig bergab bis ans Ortsende, dann führt unser Weg in den Wald hinein. Nach ein paar Metern weisen uns die ersten Wanderschilder nach rechts auf die Wiese. Im Winter ist hier die Langlauf-Loipe. Gutenstein ist bekannt für seine abwechslungsreichen Loipen - insgesamt 60 Kilometer führen durch den Weinsberger Wald. Heute ist die Wiese ein wenig "gwatschig" - das bedeutet, der viele Regen der vergangenen Tage konnte nicht mehr gänzlich vom Erdreich aufgenommen werden und man geht gefühlt über einen Schwamm.

Links ist ein kleiner Teich, hier geht die Wiese in einen Waldweg über, der uns ein wenig nach oben bringt. Wir gelangen zu einem lichten Waldgebiet, gleich am Beginn kündigt der Wegweiser einen Ausblick auf der rechten Seite an. Gerald schaut kurz hinüber, ich entdecke in der Zwischenzeit etwas ganz Besonderes. Süß und rot ist es.... Ja, Himbeeren, wirkliche Mengen hängen hier genau in Griffhöhe reif an den Trieben. Ein paar Schritte weiter sind es dann Heidelbeeren, die heuer schön groß und saftig sind. Oft haben wir in den vergangenen Jahren leere Stöcke in Hülle und Fülle gesehen, aber Beeren? Mangelware. Der viele Regen heuer hat ihnen offenbar sehr gut getan. Also machen wir einen längeren Stopp und naschen bis die Finger rot-blau verfärbt sind.

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Aus dem Wald gelangen wir ins freie Feld - ein Feldweg bringt uns vorbei an Kornfeldern und Wiesen zur (wenig befahrenen) Straße. Hier wenden wir uns nach links und gehen in den kleinen Ort Edlesberg. An der Kreuzung biegen wir links ab und folgen der Straße bis zum Edelsberger Teich. Das Wirtshaus Seewolf lockt uns zum Einkehren - die Terrasse ist seeseitig und es duftet schon herrlich. Aber die aufziehenden Wolken raten uns, keinen längeren Stopp zu machen. Unsere in Gutenbrunn gekauften Wurstsemmeln genießen wir auf einer Bank beim See.

Perfekt markiert geht es weiter dem Anti-Stress-Weg nach. Bei der Felsformation mit der Einsiedlerhöhle machen wir einen kurzen Abstecher nach rechts vom Weg. Unten könnt ihr in die Höhle kraxeln, genau darüber befindet sich oben eine Opferschale. Von der Rückseite der Steine könnt ihr bequem hinauf klettern. Eine Station des Weges befindet sich hier. Der Tipp ist im Grätschstand die Hände auf den untersten Pyramidenstein aufzulegen, durchzuatmen und die Augen zu schließen. Dabei sich selbst ein Versprechen zum bewussten Stressabbau zu geben.

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Oben am Stein ist auch ein idyllischer Ort für eine kleine Meditation, falls ihr das gerne macht.

Wir erreichen den Umkehrpunkt der heutigen Wanderung. In einem großen Bogen nähern wir uns wieder dem Teich, zu dem ein Weg hinführen würde. Plötzlich hören wir Wasser murmeln, durch das hohe Gras sehen wir den Bach erst recht spät. Er fließt in den Teich und hat die so typische Farbe für das Waldviertel: goldbraun.

Als nächstes treffen wir auf zwei alte Häuser. Beide recht hübsch, aber beim ersten schaut es leider so aus, als würde es schon länger nicht mehr bewohnt sein. Das zweite ist gepflegt und sogar der Rasen ist gemäht.

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Nach ein paar Metern heißt es kulinarisch noch einmal sehr stark bleiben: an einer Kreuzung müssen wir uns zwischen Seewolf (ihr wisst, das Lokal am See...) und Gutenstein entscheiden. Kurz bleiben wir stehen, schauen Richtung Himmel. Nein, heute leider nicht. Es ist zu dunkel da oben. So wandern wir weiter und folgen den Wegweisern durch den Wald. Danach kommen wir wieder ins freie Feld und wenden uns in einer engen Kehre nach rechts. Der Weg bringt uns wieder in den Wald und mündet bei den ersten Himbeeren in unseren Hinweg. So folgen wir ihm das letzte Stück bis zum Auto. Glück gehabt, trocken beim Auto angelangt. Erst zu Hause in St. Pölten kommt das Unwetter, aber dafür überaus heftig mit Sturm und Regen.

Noch viel mehr von dieser Wanderung wie Wanderkarte, GPS-Track und viele Fotos unter: www.diereisereporter.at

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