Wandern Wienerwald: auf einer Rundwanderung zur Araburg. Die NÖN präsentiert mit den Reisereportern Gerald und Sonja Lechner die schönsten Wanderrouten in Niederösterreich. Jede Woche stellen wir eine interessante Route aus allen Vierteln Niederösterreichs vor… diesmal geht es auf einer Rundwanderung von Kaumberg zur Araburg.

Erstellt am 04. März 2021 (07:29)
Die Reisereporter

Mit fast 800 Metern ist die Araburg die höchstgelegene Burgruine Niederösterreichs - sie thront über dem Triestingtal und bietet einen herrlichen Ausblick auf den Wienerwald und die Voralpen. Meistens ist es so - heute allerdings hüllt sie sich in Nebel und die versprochene Sonne bleibt uns gänzlich verborgen.

Aber ehrlich gesagt: bei dieser mystischen Stimmung, den abwechslungsreichen Wanderwegen und den ersten Schneerosen sind wir mehr als glücklich auf unserer herrlichen Rundtour.

Die Reisereporter

In Kaumberg findet ihr im Ort jede Menge Parkplätze - wir stehen genau vor dem Gemeindeamt. Gleich rechts daneben startet unser Wanderweg mit einer Treppe hoch zur Kirche. Weiter geht es für uns auf einer kleinen Straße bergan, vorbei an einigen Häusern und dem Friedhof nach oben. Bald führt unsere Wanderroute auf einem Waldweg weiter, zu unserer Rechten eine Wiese und einige Häuser. Wenn ihr wie ich Enten-Liebhaber seid, dann werdet ihr hier eine besondere Überraschung erleben: eine große Gruppe aus mehr als zwanzig Laufenten in den unterschiedlichsten Farben watschelte unter lautem Geschnatter über die Wiese und um den noch gefrorenen Tümpel herum. Da wir selbst früher Laufenten hatten, genießen wir es immer sehr, wenn wir welche beobachten können. Dem Wald entlang geht es ein wenig bergauf bis ihr zu einem Bauernhof kommt, den wir an der linken Seite passieren. Wir sind derzeit auf dem Mariazellerweg 06 unterwegs.

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Nach dem Bauernhof geht es ein kleines Stück auf der Straße nach rechts und ihr seht bereits den Parkplatz für die Ruine. Hier kann man parken, wenn man entweder nur das kleine Stück zur Ruine hoch gehen möchte oder aber wenn man eine längere Tour wie etwa aufs Kieneck plant und Weg sparen möchte. Wir gehen durch den Parkplatz und danach auf dem Waldweg weiter. Immer noch bleibt ihr auf der Wandermarkierung und kommt so zu einer Abzweigung vom Forstweg auf einen Pfad, der links abzweigt. Nun folgt das steilste (und eigentlich einzig wirklich steilere) Stück der Wanderung. Wer das vermeiden möchte und gemütlich weiter hoch gehen will, der bleibt bei der Abzweigung einfach auf dem Forstweg, geht weiter zuerst gerade, dann eine totale Kehre und kommt so zu einer Kreuzung, wo es links zur Burg geht.

Wir aber gehen über den Pfad direkt hoch zu Burg. Sehen können wir sie leider erst im letzten Moment, da der Nebel alles einhüllt. Der prognostizierte Sonnenschein kann sich nicht durch den Nebel kämpfen - erst auf der Heimfahrt im Auto sehen wir die Sonne für ganz kurze Zeit durch die Wolkendecke schauen.

Die Burg ist aber auch oder vielleicht gerade im Nebel überaus spannend. Wenn ich ehrlich bin, mag ich so alte Gemäuer am liebsten in dieser Stimmung. Passt doch perfekt für solch geschichtsträchtige Orte, oder? Total genial finden wir den Ticket-Automat im Burghof für die Eintrittskarten zur Burg. Die Dauerausstellung Szenarium Araburg lockt ganzjährig mit spannender Gestaltung und einem herrlichen Ausblick vom Bergfried.

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Draußen vor der Burg gibt es eine große Glocke, die gegen einen Einwurf von zwei Euro zum klingen gebracht werden kann. Klar, dass wir das ausprobieren müssen. Haben wir uns doch schon den gesamten Anstieg über das viele Glockengeläut gewundert. Jetzt wissen wir, woher das kam!

Unser Weg geht an der Burg vorbei nach hinten, wieder haben wir eine perfekte Wandermarkierung auf dem Weg 06. So kommen wir zu einer Kreuzung, wo wir weiter Richtung Kieneck gehen. Es geht recht gemütlich, mal ein bisschen rauf, mal ein bisschen runter dahin. Zuerst auf einem Forstweg geht unser Weg dann in einen Waldpfad über. Für uns beginnt nun der schönste Weg der Wanderung. Vorbei an Erika, das rosa blüht, und herrlichem Moos schlängelt sich der Pfad durch den Wald, dann tauchen sie auf: die ersten grünen Blätter der Schneerosen. Nur ein paar Schritte weiter ist es so weit: die ersten blühenden Schneerosen des heurigen Jahres! Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, sie waren ein Grund, warum ich heute in diese Gegend wollte. Dieser so zauberhafte Wegabschnitt geht nun einige Zeit weiter, bis er an einer T-Kreuzung ansteht. Hier geht ihr nach links. Nach ein paar Metern kommt ein Bankerl mit dem Namen Wolfgrube, dahinter liegt wirklich eine Grube. Ob es sich hier um eine echte Wolfsgrube handelt oder es vielleicht früher eine gegeben hat, konnte ich leider nicht herausfinden. Aber spannend ist es auf jeden Fall.

Die Reisereporter

Wir gehen vom Waldpfad auf den Forstweg hinaus und überqueren diesen - gleich gegenüber startet unser Abstiegsweg. Zu unserer Freude ist auch das ein Waldpfad, der uns hinunter ins Tal bringt. Auch hier ist alles perfekt markiert und ihr seht auch einen Wegweiser mit "Kaumberg". Am Ende münden wir in eine Straße, wobei sie nur der Zufahrt zu den einzelnen Bauernhöfen dient. Unseren gesamten Abstieg kommt kein einziges Auto. So gelangen wir zurück nach Kaumberg. Nehmt euch Zeit, die Häuser entlang der Stecke zu betrachten - zum Teil sehr imposante historische Gebäude wie eine versteckte Jugendstil-Villa auf der linken Seite oder ein Herrschaftssitz auf der rechte Seite beeindrucken uns und lassen uns überlegen, ob dies wohl aus der Zeit der Sommerfrische stammen. Am Fuß der Kirche vorbei gelangen wir wieder zum Gemeindeamt und zu unserem Auto.

Noch viel mehr von dieser Wanderung wie Wanderkarte, GPS-Track und viele Fotos unter: www.diereisereporter.at

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