Wandern Wienerwald: von Gugging auf die Tempelbergwarte. Die NÖN präsentiert mit den Reisereportern Gerald und Sonja Lechner die schönsten Wanderrouten in Niederösterreich. Jede Woche stellen wir eine interessante Route aus allen Vierteln Niederösterreichs vor… diesmal führt die Wanderung hoch zur Tempelbergwarte mit beeindruckendem Ausblick auf das Donautal!

Erstellt am 03. Dezember 2020 (07:46)
Die Reisereporter

Unweit von Wien, sozusagen über den Dächern der Stadt gibt es im nahen Wienerwald viele Wanderungen, die von kurz und gemütlich bis hin zu lang und anstrengend reichen. Von Gugging aus gehen wir über nur rund 300 Höhenmeter hoch zur Tempelbergwarte oberhalb von Klosterneuburg. Derzeit ist die Warte in Winterpause und wir sehen die Donau nur bei den Bäumen "durchblitzen", von oben gibt es aber einen beeindruckenden Ausblick aufs Donautal und weit darüber hinaus.

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An der Hauptstraße 132 in Gugging befindet sich das Gasthaus Waldhof - kurz davor (oder danach, wenn ihr von Klosterneuburg kommt) seht ihr an der Straße eine Marienandacht - hier geht eine Straße ins Tal hinein, an deren Ende sich ein hervorragender Wanderparkplatz befindet.

Der Start unserer Wanderung führt uns zunächst weiter nach hinten ins Tal. Das erste Stück gehen wir gemütlich auf einer Forststraße leicht steigend, dann kommen wir zu einer Wegkreuzung: hier führt ein Waldpfad direkt geradeaus weiter etwas steiler bergauf. Die Abzweigung ist mit einer Wandermarkierung leicht zu sehen. Nun folgt der eigentliche Aufstieg - es ist der einzige Abschnitt, der wirklich bergauf geht, wenn gleich sehr moderat und nicht lange. Er führt uns durch den herrlichen Buchenwald - so typisch für den Wienerwald. Nun im Spätherbst mit den goldbraunen Blättern am Boden und den silbergrauen Stämmen wirken die Buchen noch höher. Eine tolle Stimmung von gigantischer Höhe wie in einer gotischen Kathedrale. Gerade die Mischung aus alten, dicken Stämmen und jungen, zarten Bäumen macht diesen besonderen Wald aus.

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Wir gehen nun fast eben durch den Wald dahin, einzig der Boden ist sehr matschig und wir müssen des Öfteren den Pfad verlassen, um nicht restlos in der feuchten Erde zu stecken. Das Ausweichen in den Wald ist aber problemlos und für Groß und Klein gut machbar. Nach einer Weile treffen wir auf eine Wiese und sehen bereits den kleinen Ort Hadersfeld vor uns. Es geht zuerst auf einem schmalen Pfad zwischen den Wiesen dahin, dann auf einem Feldweg weiter in den Ort. Wer gerne Tiere beobachtet, der wird sich freuen: Schafe mit mächtigen Hörnern liegen in einem Gatter am Wegrand.

Im Ort selbst halten wir uns links und gelangen so zum Schloss. Hier wenden wir uns nach rechts und es geht in den Wald hinein. Bald wird der Waldweg zu einem Pfad - und auch hier heißt es seine Schritte überlegt zu setzen, da es sehr rutschig ist. Aber ungefährlich rutschig - im schlechtesten Fall würde es uns auf den Po setzen, aber es ist nicht gefährlich. Nach einem kurzen Stück sehen wir die Tempelbergwarte bereits vor uns. Nur noch ein paar Schritte bergauf und schon haben wir unser Ziel erreicht. Einziger Wermutstropfen an diesem herrlichen Herbsttag: die Warte ist über die Wintermonate geschlossen. So sehen wir die Donau nur durch die Bäume "blitzen" - sie ist heute besonders blau! Am Fuße der Warte gibt es ein Jausenbankerl und so genießen wir hier eine kleine Pause.

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Zurück geht es zuerst den selben Weg bis zum Schloss - dort zweigen wir aber nach rechts ab und spazieren so aus dem Ort hinaus. Leicht bergab führt unsere Wanderung durch den Buchenwald - herrliche Luft und Sonnenschein begleiten uns. Die Wanderung führt uns am Südhang hinauf und hinunter, was gerade jetzt im November, wo wir uns über jeden Sonnenstrahl und die damit verbundene laue Wärme freuen. So geht es eine Weile dahin, bis wir nach links Richtung Lourdesgrotte abzweigen. Zuerst wandern wir eben weiter, dann wechselt der gemütliche Forstweg aber in einen rutschigen, schmalen Pfad. Kein Problem, ihn zu gehen, aber rutschig ist halt immer eine Herausforderung. Die Bäume am Rand des Pfades geben uns aber zusätzlichen Halt und so "seilen" wir uns langsam ab. Diese Stücke sind aber zum Glück nur kurz, der Rest ist ein normaler Waldpfad, der uns sicher direkt zur Lourdesgrotte bringt.

Die Reisereporter

Ein spannender Ort erwartet uns. Sehr hübsch gestaltet, mit Marienstatue, Grotte und natürlich einer Quelle. Besonders interessant finden wir die vielen Danktafeln am Gebäude selbst, alte und auch sehr neue. Hier verweilen wir einige Zeit, lesen die Inschriften und genießen die Stille des Ortes. Der Weg durch das Eingangstor führt uns exakt zurück zu unserem Parkplatz. Voll getankt mit frischer Waldluft und viel Sonnenlicht geht es für uns wieder zurück nach Hause.

Noch viel mehr von dieser Wanderung wie Wanderkarte, GPS-Track, Video und viele Fotos unter:

www.diereisereporter.at

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