Wanderung im Wienerwald auf den "Guglzipf"

"Guglzipf" - was für ein witziger Name. Woher er kommt, kann ich im Internet leider nicht eruieren, aber dass der Name bereits seit 1880 verwendet wurde und sich gegen den Namenskontrahenten "Zaglerspitz" durchgesetzt hat. Aber egal, der 473 Meter hohe Berg in den Gutensteiner Alpen ist der Hausberg der Berndorfer, besitzt eine schmucke Warte und eine Berghütte. Die Aussicht ringsum ist herrlich und die Wanderung mit rund zwölf Kilometern bei 250 Höhenmetern eine feine, entspannende Rundtour!

Guglzipf Die Reisereporter
Foto: Die Reisereporter

In Berndorf angelangt ist es kein leichtes Unterfangen einen Parkplatz zu finden - nach ein paar "Umkreisungen" werden wir hinter dem Rathaus fündig. Bevor wir Richtung Warte starten, besuchen wir den hübschen Park rund um das Kaiser-Franz-Josef-Theater. Dann gehen wir über den Fluss, ein kleines Stück der Straße entlang Richtung Wald und erhaschen bereits den ersten Blick auf unser Ziel, den Guglzipf. Neben dem Gipfel gibt es noch etwas sehr imposantes, das wir schon erblicken: das 1910 errichtete (Hermann)-Krupp-Denkmal auf einem Felsen.

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Der Mühlsteig bietet uns Abwechslung beim Gehen - manchmal steinig, manchmal auf Wurzeln bringt er uns immer weiter nach oben. Zum Teil führt er auch über Holzstiegen, ein schöner Abschnitt dieser Wanderung. Um uns ist lichter Föhrenwald, der an frühere Zeiten erinnert: schaut genau, dann werdet ihr immer wieder Pechrinnen entdecken! Die Schwarzföhren prägen die Landschaft im südlichen Wienerwald - das Gewinnen und Verarbeiten des Baumharzes war für viele Familien hier in der Gegend die Lebensgrundlage. Pech war als Grundstoff für Lacke, Arzneien, Kosmetika und Farben sehr beliebt, erst in den 70ern lösten Billigprodukte aus Erdöl das "Gold der Region" ab. Heute steigt das Interesse an heimischem Handwerk - 2011 wurde die Pecherei in Niederösterreich von der österreichischen UNESCO-Kommission in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

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Danach folgt ihr der Zufahrtsstraße einige Meter bergauf, dann aber zweigt ihr nach links in den Wald ab. Nun geht es eben dahin und wir erreichen eine Forststraße. Ihr folgen wir, bis wir links auf einen kleineren Weg einbiegen, der uns bergab bringt. Dann geht es wieder nach rechts einfach gerade aus dahin. Der Mischwald, der uns im Gipfelbereich bis hierher begleitet hat, wird nun wieder mehr Föhrenwald. Unser Ziel auf den Wegweisern ist nun "St. Veit". Als nächstes erreichen wir das Aichkreuz und kurz darauf sehen wir zu unserer Überraschung einen Golfplatz. Doch bevor wir diesen erreichen, drehen wir nach links ab! Spannend, der Kontrast zwischen Wienerwald und Golfplatz. Wobei uns der natürliche Wienerwald schon viel, viel besser gefällt.

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Weiter geht es durch dem Graben Richtung St. Veit. Drei verwachsene Föhren heißen Drei-Brüder-Baum - ob es hier wohl eine Sage gibt? Marienbilder und andere sakrale Zeichen sind am Stamm befestigt, Zeichen einer Verehrung durch viele, viele Jahre.

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Wie viele Bildbäume es wohl in Niederösterreich gibt? Ich mag sie besonders gerne, diese Kleindenkmäler mitten im Wald oder zwischen den Feldern. Sie sind so unterschiedlich und oftmals sieht man, dass sie regelmäßig besucht und geschmückt werden, eine schöne Tradition! Heuer im Wanderurlaub in der Sächsischen Schweiz im Osten Deutschlands ist uns das so richtig bewusst geworden: dort gibt es keine. Klar, weder in der DDR, noch bei den Protestanten waren und sind solche Heiligenbilder üblich. So gelangen wir nach St. Veit und erfreuen uns an der entzückenden Bahn-Haltestelle. Wir überqueren jedoch nicht die Triesting, sondern gehen auf dieser Seite nach links retour Richtung Berndorf. Gemütlich spazieren wir zurück, der Weg ist eindeutig!

Noch viel mehr von dieser Wanderung wie Wanderkarte, GPS-Track und viele Fotos unter: www.diereisereporter.at

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