Zwei Räder und viele Ufer in NÖ. 4.200 Kilometer sind Niederösterreichs Radwege lang. Und erkunden das weite Land von oben bis unten, von vorne bis hinten, vom Fluss bis zum See und noch viel weiter. Wie das heißt, im Radland? Genussradeln!

Von Michaela Fleck. Erstellt am 24. Juli 2019 (01:30)

Für manche geht’s ums Schwitzen. Für manche geht’s ums Schauen. Aber für die meisten geht’s erst um „Landschaft und Natur“. Dann um „Routen und Strecken“. Sagt die jüngste Analyse unter Österreichs Radreisenden. Und die finden in Niederösterreich jede Menge Landschaft, mindestens genauso viel Natur und mehr als 4.000 Kilometer Strecken und Routen.

Ziele gibt’s auch viele. Die Landesausstellung in Wiener Neustadt zum Beispiel, die ja nicht zufällig die „Welt in Bewegung“ sieht und neben Automobilen, Zügen und Fluggeräten auch das Rad auf die Reise schickt. Oder: den nächsten Wirt. Der wartet hinter der nächsten Kurve, und zwar entlang der neuen Wirte-Tour , die auf 240 Kilometern und in drei Etappen in die Wiener Alpen, ins Most- und Waldviertel führt. Und zum Triad, zum Blumentritt, zum Kalteis, zum Bärenhof.

Und doch ist gerade beim Radeln ja schon der Weg das Ziel. Und an Radwegen hat es viele, das Radland. 1.400 Kilometer (von insgesamt 4.200) sind allein die Top 10 unter Niederösterreichs Radrouten lang. Und so bunt wie das Land.

Erstens: der Donauradweg .

Den kennt man längst in ganz Europa. Und der hat so viel Landschaft und ganz nebenbei noch so viel (Welt-)Kulturerbe, dass einem schon mal der Mund offen bleibt vor Staunen. 260 Kilometer führt der große europäische Radweg namens EuroVelo 6 durch Niederösterreich, von Ybbs/Persenbeug bis nach Hainburg und durch den Nationalpark Donau-Auen und die Römerstadt Carnuntum weiter nach Bratislava. Und wer mal Pause braucht, der kann auch schnell aufs Wasser, genauer: aufs Donauschiff, umsteigen. Natürlich mit dem Rad.

Zweitens: der Traisentalradweg.

Von „mild bis wild“ ist die zweite Flusstour für Niederösterreich-Radler. Führt 111 Kilometer entlang der Traisen von St. Pölten, oder besser: von der Donau (also: Traismauer), bis nach Mariazell – vorbei an Wilhelmsburg, Lilienfeld, Hohenberg, St. Aegyd und Kernhof. Flach und entspannt geht es in vier Etappen dahin, nur von Kernhof aufs Gscheid wird es auf vier Kilometern richtig steil. Zum Ausrasten und Umsteigen warten Bahn und Bus. Wobei: Geradelt wird im Traisental fast die ganze Route lang abseits der Straße auf gut asphaltierten und beschilderten Radwegen.

Drittens: die Kamp-Thaya-March-Radroute.

Gleich drei Flüsse und zwei Viertel verbinden die 420 Radkilometer zwischen Krems und Marchegg. Die starten recht sportlich, werden dann kulinarisch und historisch und enden ganz entspannt und sanft. Geradelt wird abseits von Hauptstraßen und entlang der Flussufer, wer mag in neun Etappen von schwierig bis leicht und von (Rosen-)Burg bis (Marchfeld-)Schloss.

Viertens: der EuroVelo 9.

Der gehört, wie der EuroVelo 6 entlang der Donau, zu Europas großen Radrouten. Verbindet auf 1.930 Kilometern die Ostsee mit der Adria. Rollt von Břeclav (Grenzübergang Reintal) bis Wien durchs Weinviertel, fährt gleich weiter durch die Thermenregion, um in den Wiener Alpen am Wechsel aus Genussradlern Gipfelstürmer zu machen. Also von der Kellergasse bis zum Gipfelkreuz.

Fünftens: der Eiserne-Vorhang-Weg.

„Iron Curtain Trail“ nennt sich eine der historisch, aber auch aktuell spannendsten unter Niederösterreichs Radrouten. Geradelt wird auf gut 200 Kilometern durchs Wald- und Weinviertel, immer entlang der tschechischen Grenze. Die wird auch mal überschritten, nein: gequert, bevor es weiter zum Wein, zur Kultur und zur jüngsten Geschichtsschau im Weitraer Schloss geht.

Und die anderen fünf unter Niederösterreichs Top-Routen? Heißen Piestingtal- , Triesting-Gölsental- und Triesingau-Radweg , Thaya-Runde und, ganz jung, Ybbstalradweg. www.niederösterreich.at