Ausgiebig, sonnig, "grün": So urlaubt Österreich 2019. Urlaub dauert länger und kostet mehr, nachhaltiges Reisen für zwei Drittel wichtig

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 16. Mai 2019 (11:32)
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Die Reiselust von Herrn und Frau Österreicher ist hoch: Mehr als jeder Zweite (57 Prozent) gönnt sich heuer Urlaub, lässt das diesjährige Reisemonitoring der ÖAMTC-Touristik verlauten.

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"Eine klare Tendenz gibt es bezüglich der Reisedauer: Acht von zehn Reisenden möchten zwischen 4 und 14 Tagen Urlaub machen. Kurzurlaube hingegen, die im vergangenen Jahr einen Höhepunkt erreichten, stehen heuer seltener am Plan", stellt Clubexpertin Dagmar Riedl Details der repräsentativen Studie vor. "Längere Urlaube gehen zu Lasten der Reisekassa. Dementsprechend ist das Budget der österreichischen Reisenden für den Haupturlaub mit durchschnittlich 1.237 Euro pro Person deutlich höher als in den Jahren zuvor", sagt die Expertin.

"Der durch zahlreiche Flugausfälle und -verspätungen gekennzeichnete Sommer 2018 war für rund ein Viertel der Befragten Grund genug, ihr Reiseverhalten anzupassen – also das Verkehrsmittel zu wechseln bzw. eine wirtschaftlich stabile Airline zu buchen", nennt Riedl weitere Ergebnisse. Für den Haupturlaub 2019 ist das Auto das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel, dicht gefolgt vom Flugzeug. Das wichtigste Motiv für den heurigen Urlaub ist für mehr als die Hälfte der Reisenden die Erholung beim Baden und Sonnetanken, 20 Prozent planen eine Städtereise.

Umweltverschmutzung häufig beobachtet – wie Nachhaltigkeit gelebt wird

Im Fokus des Reisemonitorings lag heuer die Einstellung der Reisenden zum Thema Nachhaltigkeit. "Zwei Drittel der Befragten sprechen Nachhaltigkeit eine große oder sehr große Bedeutung zu.

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Dabei steigt das Bewusstsein für umweltbewusstes Reisen mit dem Alter", hält die Expertin des Mobilitätsclubs fest. "Bei den Entscheidungsfaktoren für eine Reise steht Nachhaltigkeit zwar nicht an erster Stelle – wichtiger sind hier u.a. der Preis und die Erreichbarkeit der Destination – ist jedoch gleichauf mit dem Faktor Familienfreundlichkeit."

"Rund 80 Prozent der befragten Reisenden haben bereits Umweltprobleme am Urlaubsort wahrgenommen – in Form von Müll auf den Straßen, Übertourismus oder zerstörter Natur", sagt ÖAMTC-Expertin Riedl. Insbesondere in fernen Destinationen wird das häufiger beobachtet. Umweltbewusstes Reiseverhalten legen die Österreicher eher indirekt an den Tag, z.B. indem sie in der Nebensaison verreisen oder ein Reiseziel abseits der Touristenströme wählen. Immerhin jeder Fünfte gab an, im Sinne der Nachhaltigkeit bewusst auf Flugreisen zu verzichten.

Urlaub seltener in Österreich – "neue" Länder am Reiseplan

Bei den Top-Destinationen für die bevorstehende Saison gibt es heuer leichte Verschiebungen: Elf Prozent der österreichischen Reisenden planen, ihren Urlaub 2019 in der Heimat zu verbringen – weniger als in den Jahren zuvor. "Mit 70 Prozent möchte der Großteil im europäischen Ausland Urlaub machen: Kroatien ist dabei Spitzenreiter, es folgen Italien und Spanien", weiß die ÖAMTC-Expertin. "Außerdem sind heuer 'neue' Destinationen abseits der Top-Urlaubsländer reizvoll: So tauchen u.a. die Slowakei, die Schweiz, Serbien, Montenegro und das Baltikum erstmals im Ranking der Urlaubsländer auf." 14 Prozent der Reisenden zieht es in fernere Regionen – hier punkten vor allem Ägypten und die USA sowie Kanada.

Das ÖAMTC-Reisemonitoring gewährt jährlich Einblicke in das Reiseverhalten und die Urlaubspläne der Österreicher. Für die repräsentative Umfrage führte das market Institut österreichweit 801 Telefoninterviews mit Österreichern ab 15 Jahren durch.