Karibik-Feeling und vieles mehr. Sardinien besticht mit atemberaubenden Buchten, feinsandigen Stränden und dem saubersten Wasser des Mittelmeers. Die Insel der Hundertjährigen hat aber auch Wälder, tiefe Täler, Hochebenen und viele bizarre Felsformationen zu bieten.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 26. Juni 2019 (02:33)

Weiße Sandstrände. Türkisfarben schillerndes Meer. Ein Paradies für Sonnenanbeter und Badeurlauber. Um dorthin zu gelangen, muss man aber nicht bis in die Karibik reisen. Nicht ganz zwei Flugstunden ab Wien genügen, um in Sardinien an Traumstränden und in atemberaubenden Buchten einmal so richtig die Seele baumeln lassen zu können.

Kein Wunder also, dass der Aga Khan überwältigt war, als er einst vor den Küsten Sardiniens segelte. Einen kleinen Abschnitt im Nordosten der Insel machte er zur weltberühmten Costa Smeralda, die sich zum Spielplatz der Reichen, Schönen und Berühmten entwickelt hat.

Die Region Gallura, zu der die Costa Smeralda zählt, überzeugt aber nicht nur mit ihren traumhaften Stränden, sondern vor allem mit ihrer landschaftlichen Vielfalt. Sie hat schlichtweg mehr zu bieten als Sonne, Strand und Meer. Die Gallura ist nämlich auch eine Region mit Korkeichenwäldern und wildwürzig duftender Macchia und begeistert die Sardinien-Besucher mit unzähligen Felsformationen, die wie von Künstlerhand modelliert zu sein scheinen.

Wie von Künstlerhand geschaffen

Bizarre, wild durcheinander gewürfelte Granitfelsen türmen sich etwa am Capo Testa bei Santa Teresa di Gallura, Sardiniens nördlichstem Ort, auf. Wind und Wetter haben aus dem Gestein fantastische Gebilde geformt. Ein ganz besonderer Fels, der Bärenfels am Capo d’Orso, ist das Wahrzeichen der Region.

Der rund fünfzehnminütige Aufstieg zum gewaltigen Felsmonolith lohnt sich schon allein wegen der herrlichen Aussicht über Land und Küste. Nicht entgehen lassen sollte man sich eine Bootsfahrt entlang des 60 Inseln umfassenden Maddalena-Archipels vor der Küste von Palau.

Wegen seiner großen geologischen Vielfalt sowie der Flora und Fauna über und unter dem Wasser wurde das Inselreich 1994 zum Naturschutzgebiet erklärt. Eine Badepause in einer abgelegenen Bucht und ein Fotostopp beim rosafarbenen Korallenstrand von Budelli sollten dabei Pflichtprogramm sein.

Ingrid Vogl
Wie von Künstlerhand modelliert erscheinen die bizarren Felsformationen des Maddalena-Archipels, der 60 Inseln umfasst und im Jahr 1994 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.

Einen Besuch wert ist auch das Innere der Gallura, wie etwa das Bergdorf Aggius. Hier wurde in den engen Gassen vor rund zehn Jahren eine Art Freilichtmuseum errichtet, an dem sich mehrere Künstler beteiligten. So verzierte eine Künstlerin etwa alle Garagen entlang des rund einen Kilometer langen, mit bunten Fußabdrücken markierten Ausstellungsweges, mit großflächigen Tierbildern.

Zu bewundern sind aber auch Fotografien und Pflastersteine in Form von Mustern jener Teppiche, die im Ort gewebt werden. Die Schönheit der Landschaft in sich aufnehmen sollte man im Valle della Luna nahe Aggius, denn die in die Berge der Gallura eingebettete Hochebene ist wirklich außergewöhnlich.

Sardinien ist aber nicht nur ein Paradies für Touristen. Die leichte und mediterrane Ernährung, die im sardischen Rotwein Cannonau enthaltenen Polyphenole und Antioxidantien sowie viel Bewegung und Verbundenheit zur Natur sind wohl einige der Gründe, warum Sardinien einer dieser magischen Orte ist, an denen viele Einheimische älter als hundert Jahre werden. Deshalb wird Sardinien auch gerne die Insel der Hundertjährigen genannt.

Hundert Jahre oder mehr

„Es gibt kein Geheimnis. Ich habe ein Leben gelebt wie alle anderen auch“, wundert sich Redenta Muntoni, deren Familie die Delphina Hotels & Resorts in der Gallura betreibt, über das Interesse an ihrer Person.

Ingrid Vogl
Rund 400 Menschen, die über 100 Jahre alt sind, leben auf Sardinien. Redenta Muntoni (102) ist eine davon.

Sie feierte zwar am 1. März ihren 102. Geburtstag, ist aber nur einer von rund 400 Menschen, die über hundert Jahre alt sind, auf der 1,65 Millionen Einwohner zählenden Insel.

„A kent’ annos“, was so viel bedeutet wie „Auf hundert Jahre“, ist daher nicht ohne Grund ein beliebter sardischer Gruß. Was vielerorts ein frommer Wunsch ist und auch bleiben wird, hat auf Sardinien gute Chancen, in Erfüllung zu gehen.