Elefantastisch: Nantes und das Loiretal. In Nantes pulsieren das Leben und die Kultur. Beschaulicher ist es im Loiretal mit seinen zahlreichen prächtigen Schlössern, (Wein)Gärten und idyllischen Ortschaften.

Von Christiane Buchecker. Erstellt am 27. Oktober 2018 (05:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr

Bedächtig und majestätisch setzt er einen Schritt nach dem anderen. Dabei schlägt er mit seinen großen Ohren, blinzelt mit den Augen und trompetet seiner Natur entsprechend lautstark. Kinder und Erwachsene fühlen sich gleichermaßen von ihm angezogen und schreien, wenn er aus seinem Rüssel Wasser auf sie sprüht. Aber allesamt laufen sie nicht weg, denn sie wissen offensichtlich um die Friedfertigkeit des einzigen Elefanten von Nantes.

Und sie haben auch wahrlich nichts zu befürchten, denn der zwölf Meter große und 48,4 Tonnen schwere Dickhäuter besteht vorrangig aus Stahl und rundherum aus Holz. Seine Bewegungen steuert ein Fahrer, und dieser gibt auch die Richtung seines Weges am Loire-Ufer entlang der Île de Nantes vor. Im Bauch und auf dem Rücken des hölzernen Elefanten ist Platz für Passagiere. Zum einen, um Einblick in das Räderwerk im Inneren zu bekommen, zum anderen, um Ausblick der besonderen Art auf Nantes zu haben.

Wenn Maschinen zum Leben erwachen

Der Riese ist eine Attraktion von „Les Machines de l’île“. François Delarozière und Pierre Orefice haben mit diesem einzigartigen Projekt fantastische Tierwelten auf das fast vergessene Werftgelände von Nantes geholt und dieses mit Fantasie im Sinne von Jules Verne wieder zum Leben erweckt.

Wie gesagt, der Elefant ist nicht alleine auf der Insel. Zu ihm gesellen sich Riesenkrebs, Tintenfisch, Tiefsee-Leuchtfisch, Mantarochen, Fliegende Fische und noch mehr Getier. Sie drehen und bewegen sich in der Meereswelten-Skulptur auf drei Etagen – vom Meeresgrund weg über die Tiefseegräben bis hin an die Oberfläche der Ozeane. Berührungsängste gibt es keine, Mitmachen ist ein willkommenes Muss. Und so wird geschaukelt, gekurbelt, gedreht, gedampft und letztlich gelacht und die Zeit vergessen ...

An der dritten imaginären Welt, der des Reiherbaumes, wird bereits gearbeitet und in der „Galerie des Machines“ getestet – so steigt vor den Augen der Besucher eine riesige Spinne aus ihrem Nest, und die Galerie wird von einem mechanischen Reiher mit einer Spannweite von acht Metern überflogen. Apropos Reiher und dazugehöriger Baum: Dieser wird 35 Meter hoch werden und 22 begrünte und begehbare Äste haben – und das alles unter den Flügeln zweier Reiher. Man darf gespannt sein, gestartet wird voraussichtlich 2022.

Kultur in Nantes und in den Loire-Schlössern

Noch eine Generation zuvor schien Nantes nach der Schließung der Werft ohne Zukunft. Das hat sich geändert, und wie! Nantes ist jetzt jung, dynamisch. Eine pulsierende Stadt, Kultur an allen Ecken und Enden – historisch und zeitgenössisch. Will man sie erkunden, sei es per pedes oder mit dem Fahrrad, heißt es immer der Nase und der grünen Linie namens Voyage à Nantes nach. Diese zieht sich zwölf Kilometer lang durch die Stadt und führt zu vielen Sehenswürdigkeiten verschiedenster Art.

So zum Beispiel zum Château des ducs de Bretagne, wo es die Geschichte von Nantes, multimedial aufbereitet, zu sehen gibt. Die Stadt an der Loiremündung war im 18. Jahrhundert der erste Hafen und wichtigste Sklavenmarkt Frankreichs – Zeugen dieser Epoche sind heute noch die sehenswerten, stuckverzierten Wohn- und Handelshäuser der Kaufleute und Reeder auf der Île Feydeau. Bummeln, shoppen und vor allem staunen angesichts der architektonischen Meisterleistung lässt es sich gut in der Passage Pommeraye aus dem 19. Jahrhundert.

Außerhalb des historischen Zentrums setzt die Stadt auf moderne Architektur und leistete sich unter anderem einen Justizpalast vom französischen Stararchitekten Jean Nouvel. Noch ein Tipp zum Relaxen bei so viel geballter Kultur: Ab in einen der Liegestühle des Lokals La Cantine du Voyage an der Westspitze der Île de Nantes und sich kulinarisch regional verwöhnen lassen und Muscadet trinken.

2019 wird 500 Jahre Renaissance gefeiert

Nantes für sich alleine ist schon eine Reise wert, die Stadt eignet sich aber auch perfekt als Ausgangspunkt für eine Entdeckungsreise der Schlösser an der Loire. Da wäre zum Beispiel das Wasserschloss Azay-le-Ridau im gleichnamigen Ort. Es gilt als Kleinod unter den Loireschlössern. Oder das Königsschloss Clos Lucé in Amboise.

Hier hat, was nur wenige wissen, das Genie Leonardo da Vinci auf Einladung von Franz I. seine letzten drei Lebensjahre verbracht. In den Wohnräumen und Werkstätten ist noch der Geist des Allrounders zu spüren, in den Parkanlagen sind seine nachgebauten Erfindungen ausgestellt, und die Besucher sind eingeladen, diese auch zu betätigen. Beeindruckend auch die großen, durchscheinenenden Leinwände mit Porträts, Anatomieskizzen usw. im Park.

Garten- und Kunstfreunde werden von der Domaine Régional de Chaumont-sur-Loire begeistert sein – Zeit nehmen und nach der Schlossbesichtigung durch die Gartenanlagen voller Kunstwerke schlendern! Und natürlich Château royal de Blois, eine Werkschau der französischen Architektur (Gotik, Renaissance, Spätgotik und Klassizismus) sondergleichen.

Übrigens: In der Region des Loiretals wird 2019 das 500-Jahr-Jubiläum der Renaissance (Todestag von Leonardo da Vinci, Geburt von Caterina de Medici und Grundsteinlegung des Château de Chambord) gefeiert – ein wirklich guter Grund wiederzukommen!

F. Charel – CRT Centre-Val de Loire, Christiane Buchecker

Wichtige Adressen und Tipps

Tourismus:
www.nantes-tourisme.com 
Tourismusbüro Nantes
www.loiretal-frankreich.de 
Tourismusamt Loiretal
at.france.fr
Atout France (allgemeine
Informationen über Frankreich)

Flug:
www.volotea.com
Volotea bietet Direktflüge von Wien nach Nantes zweimal in der Woche am Montag und Freitag an.

Unterkünfte:
Im Zentrum von Nantes:
Mercure Nantes Centre Grand Hotel
www.accorhotels.com/de/hotel-1985-mercure-nantes-centre-grand-hotel
Kleines, feines Hotel in Azayle-Rideau: Hotel de Biencourt
www.hotelbiencourt.fr

Essen und Trinken:
Muscadet vom Château du Coing
www.vgc.fr/de
Restaurant Les Grottes in
Azay-le-Rideau
www.restaurantlesgrottes.sitew.fr
La Cigale in Nantes
www.lacigale.com
Le Maître d’Art in Amboise
https://lemaitredart37.wixsite.com/lemaitredart

F. Charel – CRT Centre-Val de Loire, Christiane Buchecker

Raiffeisen Reisen

Nantes und die Schlösser der Loire

Fünf-Tage-Reise um 975 Euro!
Programm:
1. Tag: Wien – Nantes
2. Tag: Nantes – Gärten von
Villandry
3. Tag: Château Chambord – Blois – Château Chenonceau – Vouvray
4. Tag: Abtei von Fontevraud – Saumur – Höhlenwohnungen
Rochemenier
5. Tag: Nantes – Wien
Termine: 15. 4. und 16. 9. 2019
Infos und Details:
Telefon: 0800 66 55 74
info@raiffeisen-reisen.at