London: Einmal abseits der Trampelpfade. London – die Stadt, deren Sehenswürdigkeiten spätestens seit Beginn des Englisch-Unterrichts in unseren Schulen bei jedermann präsent sind. Der Big Ben, die Tower Bridge, der Buckingham Palace, das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud … Es gibt aber auch das etwas andere London!

Von Hannes Ramharter. Erstellt am 27. Februar 2019 (02:34)

Unexpected London: Secret Places – Hidden Interior. Hier handelt es sich um eine private Führung in Ufernähe der Themse. Man erkennt, dass der Fluss früher weitaus mehr Raum hatte. Im Somerset House sieht man, mit welchen Schiffen die Menschen damals vom einen Ufer an das andere gebracht wurden.

Der Innenhof des ehemaligen Adels- und Regierungssitzes wird heute gerne als Filmkulisse verwendet, besonders für das Nachstellen von Balkonszenen des Buckingham Palace, denn der Balkon von Somerset House ist jenem des Palasts täuschend ähnlich. Auch Kunst wird in dem weitläufigen Areal immer wieder in verschiedenen Ausstellungen präsentiert.

Wie James Bond auf das Dach der O2-Arena klettern

Unexpected London ist aber auch die Kirche St. Clement Danes ganz in der Nähe von Somerset House. Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert von Sir Christopher Wren erbaut, der auch St. Pauls Cathe-dral geschaffen hatte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus durch Bombentreffer fast völlig zerstört und anschließend von der Royal Airforce übernommen und wieder aufgebaut. Daher dient die Kirche der Luftwaffe als Gedächtnisstätte für all jene Menschen, die im Dienst ums Leben gekommen waren.

London bietet auch Skurriles, wie das Victor Wynd Museum of Curiosities der Last Tuesday Society. Dabei handelt es sich um
eine Bar, die neben dem üblichen Getränkesortiment auf Absinth und Cocktails spezialisiert ist, wobei das Lokal und das über eine Wendeltreppe erreichbare kleine Museum mit Kuriositäten vollgestopft ist. Skelette von Tieren und Menschen, präparierte Tiere. Unbedingt kosten sollte man dort auch das Bethnal Pale Ale der lokalen Red Church Brewery.

Einen Besuch wert ist das Stadt- viertel Brixton. Dort ist die aus der Karibik stammende Bevölkerung Londons zu Hause. Der überdachte Brixton Market bietet eine bunte Vielfalt an Geschäften, Marktständen und Restaurants.

In Brixton findet man die berühmte Street Art, wie das bereits durch Glas geschützte Porträt von David Bowie, der seine ersten Lebensjahre in diesem Stadtteil verbracht hatte, oder eines von Michelle Obama. Der Stadtteil wurde immer wieder auch von bekannten Menschen besucht, wie Nelson Mandela, Muhammed Ali oder Mike Tyson.

Eine besondere Rundfahrt mit einem Original-Doppeldeckerbus, der einer auf dem Picadilly beheimateten Bäckerei gehört, bietet sich ebenfalls an. Die Mitfahrenden sitzen bei Tischen, werden mit Süßem und Pikanten sowie Tee versorgt und nebenbei über die Sehenswürdigkeiten entlang der Route informiert. Und natürlich gibt es da noch eine ganz besondere Tour: Wie einst Pierce Brosnan als James Bond kann man auf das Dach der O2-Arena klettern, wo man die wohl außergewöhnlichste Aussicht auf die Londoner Skyline hat. Die Ausrüstung für die Bergwanderung der anderen Art ist im Preis inbegriffen.

Wenn Computer zu Tischen werden

Und selbstverständlich kann man in London wie wohl kaum an einem anderen Ort auch besonders essen. Zum Beispiel im Rabot 1745 am Borough Market, wo westindische Küche auf britische Tradition trifft und sich in jedem Gericht in irgendeiner Form Schokolade befindet, weil das Restaurant zum Hotel Chocolat gehört, dem einzigen britischen Chocolatier mit eigener Plantage. Im Restaurant Inamo isst man asiatisch.

Das Besondere ist aber, dass die Restauranttische Computer sind, über die man das Essen und die Getränke bestellen, in die Küche hineinschauen, das virtuelle Tischtuch auswählen oder einfache Computerspiele machen kann. Die Avobar in der Henrietta Street ist ebenfalls ein interessantes Restaurant, wo Avocados in je-dem Gericht dominieren.