Skitourengehen in Niederösterreich

Niederösterreich begeistert Skitourengeherinnen und Skitourengeher und alle, die es noch werden wollen, mit seiner vielfältigen Naturlandschaft und Bergwelt.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 08:24
Lesezeit: 4 Min
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Foto: G. Demolsky

Sanfte Hügel sowie alpines Gelände bieten sowohl für Einsteigerinnen und Einsteiger als auch Profis eine sportliche Herausforderung. Es ist eine ideale Sportart, um Energie zu tanken. Allerdings gibt es am Berg einige Regeln, die unbedingt beachtet werden müssen, um Gefahren zu schmälern und Unfälle zu vermeiden.

Die Skitourenschnuppertage Niederösterreich

Bei den Schnuppertagen erlernen Interessierte alles, was es zum Skitourengehen braucht: Von der korrekten Ausrüstung, Basiswissen über die richtige Körperhaltung, Schneebedingungen bis hin zu Lawinenkunde. Im Jänner und Februar gibt es verschiedene Termine in Annaberg, St. Aegyd am Neuwalde und Mitterbach am Erlaufsee. Am Samstag, den 15. Jänner, findet in allen diesen drei Regionen ein eigener Aktionstag statt.

Tipps für Skitouren in Niederösterreich

Der Schneeberg in den Wiener Alpen in Niederösterreich ist mit 2.076 Metern Niederösterreichs höchster Berg und bei Skitourengeherninnen und Skitourengehern besonders beliebt. Verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen von Steilabfahrten bis hin zu einfacheren Touren stehen zur Auswahl. Besonders Ausdauernde ziehen ihre Spuren gerne am Weg zum Wurzengraben (2.038 m). Da man sich am Schneeberg in alpinem Gelände bewegt, sollte der erste Weg aber immer erst zu einer staatlich geprüften Berg- und Skiführerin beziehungsweise einem staatlich geprüften Berg- und Skiführer aus der Region führen oder ein Kurs bei einem der alpinen Vereine Niederösterreichs besucht werden.

Auch in den Mostviertler Bergen Ötscher, Muckenkogel oder Tirolerkogel will Skitourengehen gelernt sein. Letzterer lässt sich in ca. 1,5 Stunden besteigen bevor Skitourengeherinnen und Skitourengeher mit einem traumhaften Ausblick bis ins Gesäuse belohnt werden. Oben drein lädt das Annaberger Haus im Winter zum gemütlichen Einkehrschwung. Viele Skipisten sind zudem auch abends extra für Skitourengeherinnen und Skitourengeher reserviert!

Was es zu beachten gilt

  • Eine gewissenhafte Vorbereitung ist für eine sichere Skitour unverzichtbar. Die Tour wird je nach Kondition, Können, Schwierigkeitsgrad und voraussichtlichem Zeitbedarf gewählt. Die aktuelle Wetterprognose und den Lawinenlagebericht unbedingt beachten!
  • Häufige Unfallursachen sind Übermüdung, Erschöpfung und Überforderung. Bitte daher für sich selbst aber auch für Begleiterinnen und Begleiter, insbesondere für Kinder, eine realistische Einschätzung über das eigene Können und die Kondition treffen!
  • Die Ausrüstung wird an die Wetterlage und das Tourenziel angepasst. Keinesfalls fehlen sollte ein Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Schaufel und Sonde, ein Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und ein Mobiltelefon. Ein Airbag-System erhöht im Notfall die Überlebenschancen.

Orientierung und Pausen

Für Skitourengeherinnen und Skitourengeher ist der sichere Umgang mit Karte, Höhenmesser, Kompass, App oder GPS Voraussetzung. Pausen auf gesicherten Rastplätzen erhalten die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Wichtig: Flüssigkeit und Kohlenhydrate zu sich nehmen!

Respekt vor der Umwelt

Ein rücksichtsvoller Umgang mit der Natur und den Tieren sollte für Skitourengeherinnen und Skitourengeher selbstverständlich sein. Viele Tiere befinden sich im Winterschlaf. Deshalb ist es umso wichtiger, ihre Rückzugsorte zu respektieren, Lärm zu vermeiden und auf den markierten Wegen zu bleiben.

Danninger: "Trend setzt sich fort"

„Skitourengehen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Wir sehen, dass sich dieser Trend auch heuer wieder in Niederösterreich fortsetzt. Bewegung im Freien und an der frischen Luft hält uns fit und ist extrem wichtig für die seelische Gesundheit. Doch es gibt auch einige wichtige Grundsätze auf den Bergen und insbesondere im alpinen Gelände zu beachten. Deshalb empfehlen wir unbedingt in den Anfängen eine professionelle Begleitung durch eine Bergführerin beziehungsweise einen Bergführer oder einem alpinen Verein. Nur so können und wollen wir dieses wichtige Thema bei uns in Niederösterreich verankern.“, so Jochen Danninger, Tourismuslandesrat.

450 Einsätze für Bergrettung

Immer öfter müssen unsere ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergretter zu Einsätzen in Verbindung mit Skitourengeherinnen und Skitourengehern ausrücken. Im letzten Winter musste die Bergrettung Niederösterreich/Wien rund 450 Einsätze bewältigen, knapp 10% davon abseits der Piste. Darunter waren auch einige besonders fordernde Einsätze wie jener zweitätige Rettungseinsatz am Ötscher, der vier jungen Skitourengehern aufgrund ihrer fehlenden Ortskenntnis beinahe das Leben gekostet hätte. Viele unterschätzen einfach die physischen Herausforderungen einer Skitour, sind schlecht ausgerüstet oder haben fehlende Ortskenntnisse. Die Bitte der Bergrettung Niederösterreich/Wien lautet daher Vorsicht walten zu lassen, damit die Skitour auch zum traumhaften Bergerlebnis und nicht zum Albtraum wird. Voraussetzung sind eine gute Vorbereitung auf die Tour was die Orientierung, Fitness und Lawinen- und Wetterlage betrifft und neben dem Mindestmaß an persönlicher Ausrüstung zumindest auch ein Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Sonde und Lawinen-Schaufel.“, so Matthias Cernusca, Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich / Wien.

Michael Duscher, Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung, ergänzt: „Wir bieten unseren Gästen neben den klassischen Wintersportarten wie Skifahren und Langlaufen auch abseits der Pisten viele Erlebnisse. Dazu zählen beispielsweise Wanderungen mit Schneeschuhen oder mit tierischer Begleitung wie Alpakas oder Eseln. Aber auch Skitouren- und Pistengehen sorgt für sportliche Glücksmomente in der Natur. Niederösterreich ist ein wahres Winterparadies und hat extrem viel zu bieten – und das alles beinahe vor der eigenen Haustüre!“