Landsleute sind stolz auf ihr Niederösterreich. Die Niederösterreicher schätzen die Ausflugsziele im Land und besuchen sie mehrmals jährlich.

Von Anna Perazzolo. Erstellt am 24. August 2021 (08:54)

Nirgends ist das Zugehörigkeitsgefühl zum eigenen Bundesland so stark wie in Niederösterreich oder in Tirol. Die Bewohner Niederösterreichs sind stolz auf ihre Herkunft und zeigen das auch: Die Hälfte besucht mindestens einmal jährlich eine Sehenswürdigkeit im eigenen Bundesland. Das hat eine im Juni von der NÖ-Werbung beauftrage Studie über die Einstellung der Niederösterreicher zum Thema Tourismus erhoben.

Niederösterreicher fühlen sich zugehörig

Fast drei Viertel der Befragten seien stolz, Niederösterreicher zu sein, erklärte Marktforscherin Sophie Karmasin. „Neben den Tirolern ist das Zugehörigkeitsgefühl bei den Niederösterreichern, im Vergleich zu den anderen Bundesländern, am höchsten“. Aber nicht nur dem Land selbst, sondern auch dem Tourismus stehen die Bewohner durchaus positiv gegenüber.

Über 90 Prozent zeigen eine hohe Affinität zum Tourismus und finden, dass genau das Richtige für den Tourismus unternommen wird. Jeder Zweite nutzt das touristische Angebot mehrmals im Jahr selbst und verbindet das sogar mit einer Übernachtung. Besonders beliebt bei den Niederösterreichern sind die Ausflugsziele in der Wachau, das Naherholungsgebiet Wienerwald und der Semmering. Einzigartig mache das Land vor allem die Nähe zu Wien. Daneben befinden die Befragten die Landschaften, die Möglichkeit für einen Kurzurlaub und das Preis-Leistungsverhältnis als außergewöhnlich.

Michael Duscher – Geschäftsführer Niederösterreich Werbung, Sophie Karmasin
Bei einer Pressekonferenz präsentierte Marktforscherin Sophie Karmasin die Ergebnisse dieser Studie, Tourismuslandesrat Jochen Danninger erläuterte die wichtigsten Erkenntnisse für das Land Niederösterreich und Michael Duscher von der Niederösterreich-Werbung sprach über Potenziale und zukünftige Strategien für den Tourismus.
NLK/Burchhart

Aber auch das Kulturangebot hat einen hohen Stellenwert: Für mehr als die Hälfte der Befragten gehört es nämlich untrennbar zu Niederösterreich. Lediglich 22 Prozent übernachten nie im eigenen Bundesland. Aktuell werden 60 Prozent der touristischen Wertschöpfung durch den Ausflugstourismus erzielt, rechnete Michael Duscher, Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung vor. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Niederösterreich vom Ausflugstourismus stärker zum Kurzurlaubs- und Haupturlaubsland zu machen.“

Geschehen soll das vor allem durch die Steigerung der Bettenkapazität, erklärte Tourismuslandesrat Jochen Danninger (ÖVP). Aber auch der Wein- und Radtourismus soll an Bekanntheit gewinnen. Das fordern laut der Studie auch die Niederösterreicher: Trotz der hohen Zufriedenheit mit dem Tourismus im eigenen Land soll vor allem im Bereich der Nachhaltigkeit weitergearbeitet werden. Gewünscht werde zum Beispiel die vermehrte Verwendung regionaler Lebensmittel in der Gastronomie, aber auch der Ausbau der E-Mobilität und der Radwege.

Ausbau des Donautourismus

Daran ansetzen sollen die geplanten Investitionen in eine neue Schiffsanlegestelle in Melk und in die Infrastruktur des Donauradweges. Unter anderem soll dabei der Radweg in Etappen gegliedert werden. Aber auch neue Rastplätze und eine einheitliche Beschilderung sollen zur besseren Inszenierung beitragen. Außerdem sollen Pakete, die das Radfahren mit Kulturveranstaltungen, Wein und das Erkunden des Umlands verbinden, die Zahl der Nächtigungen steigern.