Wie Destinationen gegen "Overtourism" ankämpfen . Einige Sehenswürdigkeiten sind regelrechten Tourismusmassen ausgesetzt. Viele Destinationen reagieren darauf und versuchen, den "Overtourism" einzudämmen bzw. die Besucherströme besser zu lenken.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 07. Mai 2019 (15:56)
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"Für Reisende ergeben sich daraus spezielle Verhaltensregeln und teilweise Zusatzkosten. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man sich daher vorab  informieren", sagt ÖAMTC-Touristikerin Maria Renner. Beispiel Venedig: Ein Besuch des Stadtzentrums wird dort schon bald teurer. Ab September müssen Tagestouristen Eintritt für die Lagunenstadt zahlen. "Der Preis liegt zunächst bei drei Euro pro Person, ab 2020 verdoppelt sich der Preis bereits. Besucher, die eine Übernachtung in der Stadt gebucht haben, sind von der Zahlung jedoch befreit", weiß die Expertin des Mobilitätsclubs. Ursprünglich war die Einführung der Tagesgebühr bereits für Mai 2019 vorgesehen, wurde jedoch kurzfristig auf September verschoben.

   Sowohl Palma de Mallorca als auch Amsterdam reagieren auf die vielen Partygäste, die den Anwohnern mit Lärm und Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit teils das Leben erschweren. Wer sich "daneben" benimmt, muss ab sofort mit einer Strafe rechnen – in Palma sind sogar 3.000 Euro möglich. In Amsterdam ist die Gebühr mittels Kartenlesegerät direkt an Ort und Stelle zu zahlen.

   Mallorcas Hauptstadt hat außerdem zur Steuerung größerer Besucherströme, v.a. durch Kreuzfahrturlauber, kürzlich die App "Welcome Palma" ins Leben gerufen. Diese liefert Echtzeit-Informationen, in welchen Bereichen der Stadt es aktuell überfüllt ist und wo man stattdessen entspannter gehen kann. Aber auch in Österreich sind manche Städte vom Massentourismus geplagt – so hat beispielsweise Hallstatt die Anzahl der erlaubten Touristenbusse begrenzt.

Stressfreier Städtetrip – Tipps zum Ticketkauf ohne Warten

 

  • "Richtige" Webseite: Am besten bucht man seine Tickets noch vor der Reise direkt auf der Webseite der Sehenswürdigkeit. Aber Achtung: Es gibt durchaus auch unseriöse Webseiten, die mit Ticket-Imitaten locken. Keinesfalls sollte man auf vergünstigte Ticket-Angebote "auf der Straße" eingehen. Auch bei diesen Lockangeboten handelt es sich oftmals um Betrug.
  • City Cards: "Um Warteschlangen zu umgehen, eignen sich City Cards, die es für nahezu jede Metropole gibt. Reisende haben damit neben 'Vorrang' beim Zutritt zu vielen Sehenswürdigkeiten weitere Vorteile – wie freien bzw. stark ermäßigten Eintritt in Museen und andere Attraktionen. Oft gelten City Cards auch als Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr", sagt ÖAMTC-Expertin Renner.
  • Voranmeldung: Einige Attraktionen können ohne entsprechende Voranmeldung gar nicht besucht werden. So ist z.B. für den Besuch der Berliner Reichstagskuppel eine Anmeldung absolute Voraussetzung.
  • Besuchszeitraum: Bei manchen Sehenswürdigkeiten ist es nötig, vorab online bzw. per App einen Zeitslot für die Besichtigung zu buchen (z.B. Sagrada Familia in Barcelona). "Wer zu spät kommt, erhält keinen Eintritt mehr, geschweige denn eine Rückerstattung des Ticketpreises", warnt die Expertin.