Oktober 2021 etwas zu kühl

Mit einer Temperaturabweichung von rund -0,5 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 fällt der Oktober in diesem Jahr eine Spur zu kühl aus.

Erstellt am 31. Oktober 2021 | 11:29

Typisch für den Herbstmonat Oktober waren hierbei letzte Sommergefühle bei 25 Grad und mehr sowie erste Wintergrüße mit Schnee bis in höhere Tallagen. Markant war in jedem Fall nach einem in dieser Hinsicht ähnlichen September das große Niederschlagsdefizit, landesweit fehlen rund 50 Prozent Regen auf eine ausgeglichene Bilanz. Eine weitere Folge des häufig herrschenden Hochdruckeinflusses war darüber hinaus die überdurchschnittliche Anzahl an Sonnenstunden – rund ein Fünftel mehr Sonnenschein als üblich gab es im zurückliegenden Monat.

Temperaturen ausgeglichen

Österreichweit betrachtet schließt der Oktober rund ein halbes Grad zu kühl ab, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Klimamittel von 1991-2020. „Selbst mit dem alten, etwas kühleren Klimamittel von 1981-2010 fällt die Bilanz leicht unterdurchschnittlich zu Ungunsten des Oktobers 2021 aus“, sagt Konstantin Brandes, Meteorologe in der Unwetterzentrale von UBIMET. „Die Abweichungen zeigen sich dabei im gesamten Land recht einheitlich.“ Eine Spur zu mild war der Oktober lediglich im östlichen Flachland, hier belaufen sich die Abweichungen auf wenige Zehntel Grad.

Sommer und Winter in einem Monat

Typisch für den Herbstmonat Oktober sandte der Sommer noch letzte Grüße, doch auch der Winter gab in etwas höheren Lagen bereits ein Stelldichein. So wurde die erste dünne Schneedecke der Saison zur Monatsmitte in Lagen über 1000 m registriert: Ramsau, Schröcken und Fischbach zeigten sich weiß angezuckert. Wenige Tage später schaffte Reichenau an der Rax den bis dato letzten Sommertag in diesem Jahr in Österreich mit 25 Grad. Zu Monatsbeginn wurden die höchsten Werte des gesamten Monats erreicht, bis auf 27 Grad kletterten die Temperaturen im Burgenland und in Vorarlberg.

Deutlich zu trocken

Passend zum häufig vorherrschenden Hochdruckeinfluss fällt auch die Niederschlagsbilanz eindeutig negativ aus, rund 50 Prozent Regen fehlen in den heimischen Messkübeln am Ende des Monats. Somit erlebten wir den trockensten Oktober seit 16 Jahren, zuletzt war es 2005 noch trockener. „Lokal zeigen sich hier aber doch deutliche Unterschiede, so schließt St. Pölten (+4%) als einzige Station im Land leicht zu nass ab“, weiß der Meteorologe. „Alle anderen Wetterstationen haben ein mehr oder weniger dickes Minus in der Bilanz stehen.“ Besonders markant war die Trockenheit nach einem bereits ähnlich trockenen September in Oberösterreich und generell im Bergland. Exemplarisch seien hier Schärding (-70%), St. Anton/Arlberg (-75%), Spittal/Drau (-80%) und Galtür mit sogar fast -90% genannt.

Sonne macht Überstunden

Österreichweit wurden rund 20 Prozent mehr Sonnenstunden gemessen als im langjährigen Mittel, lokal ergeben sich aber hier doch große Differenzen. In weiten Teilen des Berglandes fällt das Plus an Sonnenstunden kaum ins Gewicht, so schließt Mariapfarr den Monat mit 5% mehr Sonnenstunden ab, Lunz am See mit 6%. Zu trübe Regionen gibt es jedoch nicht, im ganzen Land machte die Sonne im zurückliegenden Monat Überstunden. Hauptverantwortlich für die deutlich positive Bilanz in ganz Österreich zeichnet sich eindeutig der Nordosten. Vom Waldviertel bis ins Mittelburgenland beträgt der Überschuss an Sonnenstunden oft 50 bis 70%. Am Beispiel Wien zeigt sich, wie außergewöhnlich der Oktober war: Im langjährigen Mittel gibt es in der Bundeshauptstadt gut 130 Sonnenstunden, heuer knacken wir die Marke von 200 Sonnenstunden, was einer Abweichung von 50 Prozent entspricht.