Ein Schloss und sieben Gärten . Ein Schloss allein – erst recht ein barockes und das eines Prinzen – macht schon viel her. Aber: Ein Schloss mit Garten, genauer: mit sieben Gärten auf sieben Terrassen, originalgetreu bepflanzt, bebaut und bewachsen wie in der Barockzeit, das ist schlicht eine Pracht. Und die wird in Schloss Hof diese Woche (neu) eröffnet.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 22. Mai 2019 (03:24)
Kulhanek
Sieben Gärten, genauer: sieben Terrassen hat der jetzt fertig rekonstruierte Barockgarten von Schloss Hof. Die letzte, siebente Terrasse (ganz vorne) macht allein gut ein Drittel der Gesamtfläche aus. Und ist nicht ganz so formal und streng wie die ersten Terrassen. Sondern lässt auch Platz, für Hecken, Alleen, Obst und Irrgärten.

Die Pracht lag unter der Erde. 30 Zentimeter war die (Erd-)Schicht dick, die im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert über dem lag, was einst ein Prinzengarten, dann ein Kaiserinnenpark war. Hinter einem Schloss, das so prunkvoll wie Versailles werden sollte. Darunter, unter den 30 Zentimetern Erde, lagen 16 Hektar Garten. Mit Stiegen und Kaskaden, mit Wegen und Blicken, mit Blumenbeeten und Wandelgängen.

All die sind jetzt nicht nur sichtbar, die sind jetzt auch wieder begehbar. Und: Die sind jetzt, nach 15 Jahren detailgetreuer Rekonstruktionsarbeit, endlich fertig. Und öffnen ab dieser Woche wieder für Besucher ihre Tore.

"Schloss Hof ist ein wunderbares Beispiel"

Sieben Terrassen sind es insgesamt, die letzte allein sechs Hektar groß. „Das Besondere daran“, sagt Kuratorin Katrin Harter, „ist, dass das barocke Gesamtkunstwerk Schloss Hof nun komplettiert ist und sich als Ensemble in voller Pracht zeigt.“ Und, so Katrin Harter weiter: „Schloss Hof ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man ein verloren geglaubtes Gartenparadies wieder zum Leben erwecken kann!“

Dazu hat man ein 2.200 Quadratmeter großes Labyrinth integriert, einen Irrgarten angelegt, eine Aussichtsplattform, einen Obsthain. Und dafür hat man 400 Hainbuchen, Linden-, Obst- und Kastanienbäume, 1.000 heimische Wildsträucher und mehrere Kilometer lange Feldahorn-Hecken gepflanzt – alles originalgetreu und historisch korrekt. Rund neun Millionen Euro, davon fünf allein für die letzte, siebente Terrasse, hat man in die Rekonstruktion des Barockgartens investiert. Besucht werden kann er künftig das ganze Jahr über.