Das Nadelburgmuseum in Lichtenwörth

Beitrag von Leserreporter Robert Bachtrögl.

Erstellt am 16. November 2021 | 17:25
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Foto: Robert Bachtrögl, robert.bachtrögl

Das private Nadelburgmuseum im niederösterreichischen Lichtenwörth beherbergt eine einmalige Sammlung der ehemaligen Industrieanlage „Nadelburg“, eine Fabrik die zu Zeiten Maria Theresias ihre Anfänge nahm. Bei der Eröffnung im Jahr 1984 bot das Museum nur einen einzigen Raum, in dem der Pensionist und Historiker Franz Gehrer jederzeit Besucher empfang und Geschichten zur Ortschaft und dem barocken Industriepark Nadelburg erzählte.

Die Leidenschaft des Hrn. Gehrer für sein Museum ist inzwischen Familientradition, denn nach dessen Tode übernahm zunächst Schwiegersohn Roman Bachtrögl das überschaubare Museum und danach Sohn Robert. Durch kontinuierlichen Ausbau der Sammlung wuchs das Museum auf über 250m². Unglaubliche 14 Räume hat das historische Gebäude nun schon zu bieten und noch immer schreitet der Ausbau voran. Einmal Jährlich beim Tag der offenen Tür ist auch der Museumshof mit Ausstellungsgegenständen dekoriert. Ausstellungsräume und Museumshof präsentieren sich dabei auf 500m² und warten darauf erkundet zu werden.

Museumsleiter Robert Bachtrögl zum Museum: „Als ich mich nach dem Tode meines Großvaters 1997 in seinem Museumsraum umsah, war mir klar, dass man hier vieles aus- und umbauen muss. Damals gab es nur diesen kleinen Raum dem Feuchtigkeit bereits zusetzte, die handbeschrifteten Notizen an Opas Bildern begannen zu verblichen. Das historische Winkelhaus bietet eine teils noch erhaltene Bausubstanz wie alte Böden oder Gewölbe. So wurde Raum für Raum als Museumsfläche umgebaut, das erhaltenswerte jedoch stets bewahrt. Durch die Adaptierung als Museum konnten viele Bereiche des Hauses erhalten werden, was durch Modernisierung an sonst unwiederbringlich zerstört worden wäre.

Ein Besuch im Nadelburgmuseum bietet somit Einblicke in verschiedene Räumlichkeiten, in denen die Zeit seit Langem still zu stehen scheint. Unter anderem wurden behutsam alte Kalkputze freigelegt und konserviert, ein Vorraum mit einer bescheidenen Küchennische lässt den damaligen Platzmangel einer typischen Arbeiterwohnung erahnen. Eine Unzahl an Fotografien, Plänen und hier produzierten Gegenständen verteilen sich auf die anderen Räume.

Auch Museumsgründer Franz Gehrer ist noch immer präsent, auf ausgestellten Bildern und auf alten Zeitungsartikeln in denen er zu sehen ist, wird dessen Lebenswerk hochgehalten. Ein Hauch von Dornröschenschlaf kombiniert mit hunderten alten Ansichten und der teils antiquierten Einrichtung erhöht die Wehmut des Anblicks längst vergangener Zeiten.

Buchempfehlung: Die Nadelburg - Ein Denkmal vom Beginn des Industriezeitalters. Geschichte ab 1747.

Öffnung nach Voranmeldung April-Oktober:
www.nadelburgmuseum.at
Telefon: 02622-21414
Email: info@nadelburgmuseum.at