Wo der Mohn nicht nur am Teller landet . Zuerst: Mountainbiken durch dichte Wälder, auf von Granitblöcken umsäumten Wegen, vorbei an farbenprächtigen Mohnfeldern und kalten Flüssen und Teichen. Und danach: Erdäpfelsuppe, Karpfenfilet und Mohndessert – das alles eröffnen Mountainbike-Trails im Waldviertel.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 14. August 2019 (02:56)
Thomas Rambauske
Mehr als nur ein sportliches Vergnügen: Ob zu Fuß oder auf dem Fahrrad - das Waldviertel berührt alle Sinne.

„Fahr nicht fort, bleib im Ort“, sagt ein Sprichwort. Fahr nicht fort, radle durch die Heimat, heißt es wohl bei Thomas Rambauske, Autor und Betreiber des Outdoor-Portals www.bergnews.com. Während andere für ihre Urlaubszeit außer Landes reisen, fährt – genauer gesagt: radelt – er lieber durch Niederösterreich. Und besonders gerne durch das Waldviertel.

„Einmal Waldviertel, immer Waldviertel. Einmal dort geradelt, immer dort geradelt“, ist Rambauske überzeugt. Denn: „Es ist ein kleines, verborgenes Paradies. Ihre Unverfälschtheit, Echtheit, Lieblichkeit und Authentizität sind der größte Schatz der Waldviertler Landschaft“, benennt der Outdoor-Experte das Waldviertel als absoluten Geheimtipp für Radfahrer, die das stille und beschauliche Natur- und Kulturerlebnis suchen.

Die charmantesten Mountainbike-Strecken von Armschlag bis Zwettl hat er im Erlebnisführer „Die 40 schönsten Ausritte für Genießer, Familien und E-Biker“ zusammengefasst. Zwei Jahre war er dafür mit Diktafon und Fotoapparat unterwegs, um detaillierte Routenbeschreibungen gespickt mit Seitenblicken auf Natur- und Kulturschätze zu erkunden. Herausgekommen ist ein Sammelsurium an Trails für jene, die entspannt und ohne Zeit- und Leistungsdruck durch die Landschaft rollen möchten – oder mit radbegeisterten Kindern unterwegs sind.

Thomas Rambauske
Zum Anbeißen! Beinahe ... Der versteinerte Hamburger aus der Saurierzeit ist eher schwer verdaulich.

„Die sanften Geländewellen, die endlosen Felder, almartigen Hochplateaus und gutmütigen Hügel eignen sich perfekt für Familien“, empfiehlt Rambauske. Auch, weil viele Planschmöglichkeiten, Granitformationen und Höhlen entlang der Trails für (erfrischende) Abwechslung sorgen.

Die bunten Mohnfelder als traumhafte Kulturkulisse

Abwechslung findet sich im Waldviertel an jeder Ecke, zu jeder Jahreszeit: Ob im Herbst im „steinreichen“ oberen Waldviertel, wo die Granitformationen und mittelalterlichen Stadtmauerstädte einen besonderen Zauber ausüben, und „wo das Waldviertler Bier besonders gut schmeckt“.

Oder im Frühling, wenn es speziell die Ufer der Waldviertler Flüsse und Teiche, um die Kampseen, um Litschau, Geras oder im Thayatal, sind, die zu genussvollem Radeln einladen. Im Frühsommer sind es die bunten Mohnlandschaften um Armschlag und Ottenschlag, die eine traumhafte Naturkulisse bilden, von der auch Rambauske schwärmt: „Die violett und rosa-rot blühenden Mohnfelder des Waldviertels vergisst man nie! Ihre Farbenpracht und vor allem die Köstlichkeiten, die daraus entstehen, suchen ihresgleichen.“

Thomas Rambauske
Ein buntes Vergnügen – Touren bei Armschlag und Ottenschlag während der Mohnblüte (Juni und Juli).

Besonders im mittleren Waldviertel herrscht im Frühsommer der pure Mohnsinn, der sich jedoch nicht nur auf das Schauen beschränkt. Zum Schmecken gibt es den Mohn auch abseits der Blütezeit an vielen Ecken des Waldviertels: Pikante und süße Mohnvariationen – von Mohnzelten bis hin zu Mohn-Käse-Schöberl-Suppe – landen das ganze Jahr über auf den Waldviertler Tellern.

Optimal, wenn nach den Trails im 2.000 Kilometer langen Radnetz zwischen Manhartsberg und Nebelstein, Kamp und Thaya, Weinsberger Wald und Südböhmischer Teichplatte der Hunger ruft. „Bei uns finden wir alles, was das Herz erfreut“, ist der Autor überzeugt und entscheidet einmal mehr: „Also ich bleibe im Waldviertel.“