Wildes & Zahmes Gamseck. Wir bewegen uns auf alpinhistorischem Boden: Das Wilde Gamseck, die einzige echte Grattour der Rax, wurde 1883 von Eugen Guido Lammer erstbegangen. Der überraschend feste Fels erlaubt angeregten Klettergenuss, bei dem der routinierte Kletterer gerne auf eine Seilsicherung verzichten wird.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 02. September 2019 (06:57)

Der Gamsecksteig (auch Zahmes Gamseck genannt) wurde bereits 1875 angelegt und ist damit eine der ältesten gesicherten Steiganlagen der Rax. Neben der historischen Bedeutung haben beide Routen natürlich auch hervorragende landschaftliche Reize: Neben Einsichten in die unmittelbare Felswildnis kann bei entsprechend klarer Luft ein Panorama bis zum Dachstein studiert und bewundert werden!

Aufstieg

Aufstieg über das Wilde Gamseck: Vom Parkplatz den roten Markierungen Richtung Habsburghaus folgend über die Brücke und auf der Forststraße flach talein. Vorbei an den Abzweigungen zur Schneealpe (rechts) und zum Peter-Jokel-Steig (links). Über den Reißbach und durch die eindrucksvolle, kurze Reißtal-klamm (zuletzt Rastplatz mit Gedenktafel). Mit Blick zu den Kahlmäuern talein zur großen Wiese mit der Talstation der Materialseilbahn zum Habsburghaus (Wegweiser). Scharf rechts am Wiesenrand zum Wald und unter einigen Lärchen Beginn des Steilanstiegs zum Naßkamm. Über den stimmungsvollen Naßriegel, dann den Waldhang querend hinauf, zuletzt links auf neuer Forststraße auf den Naßkamm. 1½ Std.

Csaba Szépfalusi

Hierher auch alternativer Zugang aus dem Altenbergtal in ½ Std. vom Wanderparkplatz.

Links zu einem Holzlagerplatz, dann links ab auf gutem Steig sanft ansteigend im Hochwald zur privaten Gamseckerhütte. Am Ende der Lichtung wieder deutlich aufwärts, und durch eine feuchte Grabenmulde in den aussichtsreichen Gupfsattel (lohnender Abstecher auf den nahen Grabnergupf, 1553 m). Vom Sattel auf nicht markiertem Steig nach Osten über den weitgehend baumfreien Latschenrücken zum Einstieg am Fuße des Gamseckgrats, 1680 m, Steinmann, Blick in die Gamseckrinne, die Kahlmäuer und zum Habsburghaus. 1¼ Std.

Csaba Szépfalusi

Ab hier den roten Markierungspunkten folgend zunächst am Gamseckturm rechts entlang, dann hinter einem Grat schräg rechts eine Rampe, um ein Eck und waagrecht in eine bröselige Rinne. Diese empor in eine Scharte mit tollem Tiefblick in die Gamseckrinne. Dann am Grat steil rauf, rechts über ein luftiges Band und exponiert hinauf zum gestuften Grat (Bohrhaken). Über diesen ansteigend, dann rechts in eine steile Wandzone und über diese in anregender Kletterei (Schlüsselstelle, II) hinweg. Nach einem Klemmblock und einem steilen Kamin rechts zu einem alten Ringhaken, um einen Felsvorsprung in eine Rinne, aus dieser gleich links raus und über eine Rampe zum Hauptgrat, Steigbuch. Nur direkt über den verblockten, leichteren Grat durch einen Spalt und luftig hinab in ein Schartl. Jenseits am linken Rand einer Rinne Ausstieg zu einem kleinen Kreuz und weiter zum Gipfelkreuz auf der weitläufigen, aussichtsreichen Rasenkuppe des Gamsecks, 1857 m. ½ Std.

Abstieg

Abstieg über das Zahme Gamseck: Vom Gamseck nach Süden um eine Nebenkuppe rechts herum in eine Senke mit Wasser-lacke. Bei einer Stange Einmündung in den markierten Steig und rechts nach kurzer Gegensteigung zur Abzweigung des Gams-ecksteigs, Pkt. 1849 m. Rechts im Zickzack am Hang abwärts zu den ersten Sicherungen (Stahlseil, geschlagene Tritte), und eine Traverse zu einem Absatz, 1670 m. Dann durch eine enge steile Rinne mit zwei Leitern (B) und unter einen spitzen Felszacken in einem Kessel und jenseits von zwei Rinnen zu einem Absatz mit Bäumen. Jenseits kurz abwärts (Sicherungen) in eine Geröll-rinne, dann rechts raus zu einer gesicherten Schrofen-zone (B), und in einer weiteren Geröllrinne rechts haltend genussvoll abwärts. Rechts mit geringem Anstieg auf einen Baumrücken, 1530 m und damit zum Ende der Sicherungen. Nun auf dem Steig zunächst im Wald, dann durch ein Latschenfeld über eine Geröllrinne hinweg und wieder im Wald in den Gupfsattel hinausqueren. 1 Std.

Weiterer Abstieg wie Aufstieg, 1¾ Std.

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