Stall statt Klasse: Abenteuer am Milchbauernhof. Ein Tag lang Bäuerin oder Bauer sein – am Erlebnisbauernhof von Familie Brandstetter ist das möglich.

Von Tanja Barta und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 15. November 2020 (04:41)
Ein Programmpunkt beim Kindergeburtstag am Bauernhof ist das Heuspringen. Im Bild: Josef und Bernadette Brandstetter mit ihren Kindern Sophie und Anna.
Tanja Barta

„Unsere Familiengeschichte und die des Spanblocherhofs gehen weit zurück. Die erste urkundliche Erwähnung gab es schon im 18. Jahrhundert“, erzählt Bernadette Brandstetter, die seit 2008 den Milchviehbetrieb mit ihrem Gatten Josef führt. 50 Rinder sind derzeit auf dem Hof in Zöbern zuhause, 29 Tiere der Herde geben die Milch, die an die NÖM geliefert wird. Das wichtigste Standbein der Brandstetters ist die Rinderzucht: „Wir sind ein Milchviehbetrieb mit eigener Nachzucht. Das ist unsere Hauptsparte!“

Und wie wird am Hof gearbeitet? „Uns ist es wichtig, den Hof in einer Kreislaufwirtschaft zu betreiben und ihn ökologisch zu bewirtschaften“, erklärt Josef Brandstetter. Bio-Gütesiegel habe man keines, aber: „Das heißt nicht, dass uns das Wohl der Tiere nicht am Herzen liegt. Im Gegenteil, wir wollen natürlich, dass es unseren Tieren an nichts fehlt“, so die Bäuerin, die seit 2018 ihrem Mann hauptberuflich unter die Arme greift.

Der Milchviehbetrieb mit eigener Zucht begrüßt auch immer wieder Schulklassen bei sich am Hof und gibt den Kindern viel Wissenswertes über das Leben am Bauernhof mit auf den Weg.
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Am Hof selbst gibt es nicht nur Rinder, sondern auch Hühner, Ziegen, ein Pony, Wachteln, ein Hängebauchschwein sowie Katzen und Hasen – allesamt beliebt bei den Schülern, die immer wieder auf dem Hof zu Besuch sind, denn: Der Spanblocherhof ist nicht nur ein Milchviehbetrieb, sondern auch ein zertifizierter „Schule am Bauernhof“-Betrieb. So können die Kinder für einen Tag Bäuerin oder Bauer sein. „Man kann den Kindern so viel mit auf den Weg geben. Es ist ja teilweise schon so, dass sie mit Vorstellungen auf den Hof kommen, die sehr von ihren Eltern geprägt sind. Wie zum Beispiel, dass es auf einem Bauernhof stinkt. Wenn sie dann bei uns aus dem Bus steigen, dann halten sie sich gleich einmal die Nase zu, obwohl es eigentlich nicht stinkt“, sagt Bernadette Brandstetter.

Bauernhof hautnah erleben können

Die gelernte Kindergartenpädagogin hat 2018 die Ausbildung zur Seminarbäuerin gemacht und dabei ein spezielles Kindergeburtstags-Programm ausgearbeitet, bei dem gemeinsames Geburtstagfeiern sowie viele „fellnahe“ Erlebnisse auf die Kinder warten. Die Tour beginnt mit einem Besuch bei den Milchkühen, die von den Kindern auch gefüttert und gestreichelt werden.

Tanja Barta

Danach bekommt jeder ein Stamperl frisch gezapfte Kuhmilch vom Milchtank zu trinken. „Das ist für viele Kinder ein echtes Highlight!“ Dann geht die Tour weiter zu den anderen Tieren, ehe das Programm beim Kochen im Seminarraum endet. „Für die Kinder ist das immer etwas Besonderes, wenn sie ihr Essen selbst kochen. Meistens kommen die Eltern zu Hause nicht immer dazu, das macht es für sie dann umso einzigartiger“, freut sich die Bäuerin. Auch während der Coronakrise haben die Landwirte versucht, Wissen an Jüngere zu vermitteln.

„Wir haben uns ein Programm einfallen lassen, bei dem alle Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden konnten. Unter dem Motto ‚Ein Tag Bäuerin oder Bauer sein‘ haben wir dann zu uns eingeladen. Das Angebot ist sehr gut angekommen.“ Abseits von Kindergeburtstagen, Schulbesuchen, Seminarraumvermietung und dem Milchviehbetrieb hat Bernadette Brandstetter übrigens eine ganz neue Leidenschaft für sich entdeckt: das Käsen. „Ich probiere derzeit die verschiedensten Dinge aus. Wir werden sehen, was daraus wird“, so die leidenschaftliche und engagierte Bäuerin.
spanblocherhof.at

Auf dem Spanblocherhof befinden sich derzeit um die 50 Rinder.
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