Blick in die Zukunft der Gesundheits-Vorsorge. Verein Praevenire will Vorschläge mit Experten erarbeiten. Die sollen Politik dann zur Umsetzung übergeben werden.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 09. April 2019 (13:19)
Martin Gruber-Dorninger

Hans Jörg Schelling hat in seiner politischen Laufbahn einige Stationen durchschritten. Er war nicht nur Finanzminister, sondern auch Vorsitzender des Hauptverbandes.

Nun saß er als Präsident des Vereins Praevenire gemeinsam mit dem niederösterreichischen Patientenanwalt Gerald Bachinger und dem Leiter des Instituts Digital Enabling, Reihard Riedl, vor versammelter Presse und berichtet über ein großes Vorhaben. Dessen Kick-off Mitte Mai durch die Gesundheitstage im Stift Seitenstetten (Bezirk Amstetten) geschehen soll.

„Gesundheit geht uns alle an“, leitet Schelling ein. Und genau deshalb sei es wichtig, sich anzuschauen, wie in Zukunft das Gesundheitssystem bestehen soll. Eine Konsortium aus Experten von mehreren Richtungen sollen binnen eines Jahres Vorschläge und Maßnahmen erarbeiten, die dann in Form eines Weissbuchs an die Politik übergeben werden soll.

„Die Gesundheitsversorgung in Österreich ist gut, aber im internationalen Vergleich sehr teuer“, sieht Schelling hier Handlungsbedarf.
Bachinger zeigte in seinem Vortrag gleich erste Lösungsansätze auf. Diese würden in zwei Punkten ansetzen, in der Patientenorientierunng einerseits und in den digitalen Herausforderungen und Möglichkeiten andererseits.

Digitalisierung mitdenken

„Wir geben in Österreich pro Kopf etwa 3.800 Euro pro Jahr aus. Damit liegen wir 1.000 Euro über dem EU-Durchschnitt und befinden uns damit im Spitzenfeld“, sagt Bachinger. Er wolle die Ausgaben nicht beschränken, nur würde er sich ein Gesundheitssystem mit einer besseren Performance wünschen.

Einen Blick in die Digitalisierung der Gesundheitsvorsorge gewährte Reihard Riedl: „Ärzte müssen digitale Werkzeuge bekommen, die sie auch anwenden, um eine bessere Gesundheitsvorsorge zu gewährleisten.“
Die Gesundheitstage finden im Stift Seitenstetten von 15. bis 17. Mai statt. Vorträge von Experten sowie Podiumsdiskussionen werden den Auftakt zu einer Gesundheitsinitiative bilden.