Mit Plasmaspende Erkrankte retten. Wer Virus besiegt hat, soll andere retten: Gesucht werden Genesene, die Antikörper abgeben.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 29. April 2020 (04:20)
Vor der Spende wird der Gesundheitszustand des Spenders gecheckt. Dazu gehört etwa auch das Blutdruckmessen, das hier Christof Jungbauer, medizinischer Leiter der Blutspendezentrale Wien/NÖ/Burgenland, durchführt.
ÖRK/Helmut Mitter

In der Steiermark konnte erstmals ein Corona-Patient mit Blutplasma eines bereits Genesenen geheilt werden. Die Antikörper der Menschen, die das Virus bereits überstanden haben, sollen nun auch in Niederösterreich helfen. Das Rote Kreuz ruft daher Genesene auf, Blutplasma zu spenden.

Genannt wird dieses Verfahren Rekonvaleszentenplasma-Spende. Dabei werden Antikörper entnommen, die die Immunsysteme schwer Erkrankter nicht schnell genug oder in der richtigen Qualität bilden können. Am Universitätsklinikum St. Pölten etwa wurde bereits begonnen, Covid-19-Erkrankte mit den Antikörpern Covid-19-Gesundeter zu behandeln.

Keine geeigneten Geräte in NÖ

Möglich ist eine Rekonvaleszentenplasma-Spende direkt in Niederösterreich aber nicht. Dafür fehlen hierzulande die Geräte. Niederösterreicher, die spenden wollen, können das in der Blutspendezentrale in Wien – nach Voranmeldung unter 0800 190 190.

Dort wird dem Genesenen, wenn bei der Voruntersuchung alles in Ordnung ist, über die Armvene Blut abgenommen. Dafür werden eigene Geräte, sogenannte Zellseparatoren, verwendet. Das Blut wird damit in seine Bestandteile aufgeteilt. Das Plasma wird gesammelt, die restlichen Blutbestandteile zurück in den Körper geleitet.

Wer nicht in die Bundeshauptstadt fahren kann, hat die Möglichkeit, bei einer mobilen Blutspendeaktionen des Roten Kreuz seine Antikörper per Vollblutspende abzugeben. Dabei wird eine normale Blutspende geleistet. Das Blut wird dann jedoch separat behandelt, um Antikörper – in geringeren Mengen – gewinnen zu können.

Benötigt werden auch „normale“ Blutspenden

Vergessen werden soll aber auch auf die „normale“ Blutspende nicht. Das sei nach wie vor wichtig, da damit Akutfälle sowie Krebspatienten versorgt werden, betont man im Uniklinikum St. Pölten.

Zum Schutz der Spender wurden besondere Sicherheitsmaßnahmen eingeführt. Diese bestehen aus einer erweiterten Anamnese, hygienischen Maßnahmen sowie Abstandsregeln.