Demenzerkrankte besuchen. Im Rahmen des Besuchsdienstes des Hilfswerks NÖ können Besucher sich in Sachen Demenz schulen lassen. Das Projekt soll kommendes Jahr ausgeweitet werden. Darüber hinaus fordert Präsidentin Michaela Hinterholzer höhere Zuschüsse für Demenzerkrankte beim Pflegegeld und mehr Unterstützung für Angehörige.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 25. Oktober 2019 (16:38)
Haiderer
Pflegedirektorin Gabriela Goll, Geschäftsbereichsleitung Hilfe und Pflege daheim, Michaela Hinterholzer, Präsidentin Hilfswerk Niederösterreich, und Angela Riesenhuber, Leitung Pflegeentwicklung Hilfswerk NÖ, sprachen über Demenz-Angebote des Hilfswerks NÖ.

Für ältere Menschen, die Gesellschaft suchen, gibt es seit 15 Jahren vom Hilfswerk NÖ einen Besuchsdienst. Ehrenamtliche Besucherinnern und Besucher kommen vorbei, plaudern, spielen Karten … Viele der besuchten Kunden aber sind von einer Demenzerkrankung betroffen. Laut pflegefachlicher Einschätzung etwa ein Drittel der rund 9.000 Kunden, die monatlich vom Hilfswerk NÖ mobil gepflegt werden.

Um darauf besser eingehen zu können, gibt es in Korneuburg das Pilotprojekt „Ehrenamtliche Demenzbegleitung“. Ehrenamtliche Besucher können dabei eine Schulung rund um Demenz machen, sie erfahren mehr über die Krankheit, das Verhalten von Betroffenen und über Beschäftigungsmöglichkeiten. Eine Gedächtnistrainingsgruppe fördert das Soziale. 2020 soll das Pilotprojekt auf weitere Regionen ausgeweitet werden, so Hilfswerk-NÖ-Präsidentin Michaela Hinterholzer.

Der Bedarf an Unterstützungen für von Demenz betroffene Familien in groß. So leben in Niederösterreich rund 22.000 Menschen mit Demenz. Schätzungen der Österreichischen Alzheimergesellschaft zufolge werden 80 Prozent der Betroffenen zuhause gepflegt.

Höhere Zuschläge, mehr Betreuung

Daher fordert Hinterholzer höhere Zuschläge beim Pflegegeld für Demenzerkrankte. Immerhin sei der Pflegeaufwand auch viel höher. Gefordert wird auch der flächendeckende Ausbau leistbarer, mehrstündiger Tagesbetreuung von Demenzerkrankten. Wie etwa durch die Soziale Alltagsbegleitung, eine stundenweise Begleitung und Aktivierung von Betroffenen in den eigenen vier Wänden. Ein Angebot, das pflegende Angehörige entlasten kann. Hierzu kann auch die Pflegeberatung einen wichtigen Beitrag leisten.

Die Demenzbroschüren „Ich bin dann mal alt.“ Und „Mehr als vergesslich.“ gibt es online www.hilfswerk.at/ich-bin-dann-mal-alt oder www.hilfswerk.at/mehr-als-vergesslich oder über 02742/249-1320.