Frau im Stress. Hohe Anforderungen werden an Frauen gestellt. Oft zulasten der Gesundheit.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 18. Mai 2015 (11:50)
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Zwischen Berufsleben und Familie – Rund zwei Drittel der Frauen in Niederösterreich fühlen sich belastet.
Beruf, Hausarbeit, Kinderbetreuung … Vieles gleichzeitig zu tun zu haben, ist für 63 Prozent der Frauen in NÖ belastend. So die Studie von Rotraud A. Perner.

Sie bestätigt drei große Stressfallen: Perfektionismus, es allen recht machen zu wollen und Zeitmangel. So haben rund 80 Prozent sehr hohe Ansprüche an sich. Jede Dritte fühlt sich dem Termindruck ausgeliefert. Und: Jede dritte Selbstständige sowie jede vierte Angestellte musste Hobbys aufgeben. Dazu kommt, dass 40 Prozent der Selbstständigen und 20 Prozent der Angestellten unter Zukunftsängsten  leiden. Beruflich fühlt sich jede dritte Angestellte und jede fünfte Selbstständige ausgenutzt. Und: Für mehr als jede zweite Selbstständige sind die Kosten für die Gesundheit ein Problem.

Salutogenese soll Gesundheit aufbauen und fördern

All das hat Folgen. Und so leiden viele Frauen unter Verspannungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und psychischen Beschwerden.

Ein Ansatz ist Salutogenese. Worum es dabei geht? Um den Aufbau und die Förderung der Gesundheit. „Was hält mich gesund? Was gibt mir Kraft?“, erläutert Perner, die Gründerin des Institutes für Stressprophylaxe & Salutogenese, beim NÖ Gesundheitstreff – Frau sein des Referates Generationen des Landes im ORF-Landesstudio NÖ in St. Pölten. „Salutogen ist es, sich Pausen zu gönnen, Nein zu sagen, sich selbst zu verlangsamen, zu entschleunigen.“ Landesrätin Barbara Schwarz: „Was wir nicht tun sollten, ist die Freizeit minutiös durchzuplanen. Wir brauchen Zeit, in der wir nichts tun.“ Im Garten in der Sonne sitzen zum Beispiel. „Da kann man sich erholen.“

Das Idealbild der Frau ist nicht real

Und es geht darum, dass man das Bild der Frau als multitaskingfähige Krankenschwester, Lehrerin, Köchin, Karrierefrau usw. verweigert „und selbst entscheidet: Was will ich tun?“, so Perner. Die perfekte Frau, die man immer wieder vorgesetzt bekommt, geht laut Schwarz an der Realität vorbei. Sie ist überzeugt: „Es ist egal, wenn wir nicht perfekt sind.“

Wolfgang Mazal: „Das Bei-sich-selbst-Sein, ist das Entscheidende.“ Nicht das Aussehen, sondern zu sich selbst zu stehen. Authentisch zu sein ist schön. Er glaubt zudem: „Wir brauchen eine andere Arbeitszeitkultur. Skandinavische Gesellschaften sind hier Vorbild. Die Qualität der Arbeit hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, wie lange ich in der Arbeit bin.“ www.noe.gv.at/frauen