Ein Zustand mit Folgen. Viele Betroffene / Ein Zustand, der in den letzten Jahren immer mehr zum Thema wurde, ist Burn-out.

Erstellt am 30. Juni 2014 (06:01)
NOEN
Rund ein Drittel der Bevölkerung leidet, sagen Studien, unter einer psychischen Erkrankung. Wenngleich auch nur ein geringer Bruchteil davon deswegen in Behandlung ist. hotblack

Burn-out ist keine Diagnose. Es ist ein Zustand, der zu Erkrankungen wie Depression und langen Krankenständen führen kann. Angst, Panikattacken und psychosomatische Folgen können damit einhergehen.

„Am dringendsten ist ein längerer Krankenstand. Ich empfehle ein halbes Jahr“, beschreibt Sandra Waigmann-Pölzl. „Je stärker der Zustand, desto länger der Krankenstand. Unter drei Monaten sehe ich kaum eine Chance“, so Waigmann-Pölzl, deren Betroffene teilweise nach einem mehrwöchigen stationären Aufenthalt zu ihr kommen. „Was man erlernen muss, ist auf sich selbst zu schauen, wieder schlafen zu können, einen Rhythmus zu finden. Ausdauersport ist ein ganz wichtiger Faktor.“ Zum einen fürs Herzkreislaufsystem, auch erhöhter Blutdruck ist möglich, zum anderen, um „sich zu spüren, für sich etwas zu tun“.

Warnsignale sind laut der Expertin etwa, wenn man nach der Arbeit nicht abschalten kann, das Gedankenkarussell sich weiterdreht und man nicht schlafen kann, wenn man unkonzentriert wird, wenn Hobbys keinen Spaß mehr machen … Dann sollte man sich eine Auszeit nehmen, einen längeren Urlaub, einen Krankenstand.
 

Institutionen

Verschiedene Institutionen in NÖ haben einen Schwerpunkt, wie etwa:


Psychotherapie

Im Erstgespräch sollte man darauf achten, ob man sich vom Therapeuten verstanden und angenommen fühlt. Das ist wichtig. Denn: „Wenn ich mich angenommen fühle und Vertrauen habe, dann habe ich eine größere Chance, dass die Therapie Erfolg hat“, erläutert Sandra Waigmann-Pölzl, Verein für ambulante Psychotherapie.
Ablauf. „Psychotherapie läuft nicht nach einem bestimmten Schema ab.“ Sie richtet sich maßgeschneidert an die Bedürfnisse des Betroffenen. „Sie läuft meist in Gesprächen ab.“ Bei manchen Formen werden aber auch Übungen eingebaut, Entspannungsübungen oder Selbstwert aufbauende Fürsorge-Übungen, die dann untergeübt werden können.
„Ziel der Psychotherapie ist eine Veränderung. Leidenszustände sollen reduziert oder aufgehoben werden.“ Im Zentrum stehen Entschleunigung, Achtsamkeit, Fürsorge für sich selbst und Ähnliches, „um leistungsfähig zu bleiben“.

„Es geht auch darum, Verletzungen und Traumatisierung zu sehen. Was steht hinter der Angsterkrankung, hinter der Sucht?“ Immerhin: „Oft sind schwere Verletzungen oder Wunden da.“ Je mehr diese Verletzungen und Wunden erkannt und in den Fokus genommen werden, desto höher ist die Chance, gesünder zu werden. Auch geht es darum, Bewältigungsstrategien zu finden und diese für den Alltag zu üben. Am wichtigsten ist: „Das Erlernen eines achtsamen und fürsorglichen Zugangs mit sich selbst.“