Hilfe bei Mädchenproblemen. Nicht nur Frauen, auch kleine Mädchen können gynäkologische Gründe haben, eine Frauenärztin aufzusuchen. In dem Fall sollte man darauf achten, dass sie sich auskennt.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 22. September 2014 (10:37)
NOEN, Marcel Jancovic / Shutterstock.com
Auch Mädchen können von Entzündungen oder Hauterkrankungen betroffen sein, die eine Kindergynäko-login behandeln sollte.
Juckreiz, Brennen, Ausfluss … Auch Kinder können im Genitalbereich Probleme haben. Zum Beispiel Entzündung oder Hauterkrankung. „Man sollte es ernst nehmen, wenn ein Kind solche Beschwerden angibt“, rät Sigrid Schmidl-Amann, Frauenärztin und Kindergynäkologin in St. Pölten. Und man sollte dies bald abklären lassen.

Wichtig dabei ist, dass sich der Arzt, an den man sich wendet, damit auch auskennt. Daher: Am besten einfach nachfragen, ob er oder sie kindergynäkologische Erfahrung hat! In der Ausbildung von Kinder- und auch von Frauenärzten ist dieser Themenbereich leider nicht vorgesehen, bedauert Schmidl-Amann. Sie selbst hat sich deshalb in Deutschland auf dem Gebiet weitergebildet.

Haben Ärzte keine Erfahrung, kann es vorkommen, dass sie beispielsweise aufgrund der Symptome einen Scheidenpilz vermuten und eine Pilzcreme verschreiben.

Und das, obwohl im Kleinkindalter ein Scheidenpilz gar nicht vorkommen kann. Die Creme wird dann aufgetragen, ohne dass es zu einer Besserung kommt. Möglicherweise sind auch weitere Arztbesuche nötig.

Unnötiges Leiden durch Unwissenheit möglich

Problematisch ist eine fachlich nicht korrekte Behandlung bei Kindern aber vor allem, wenn es um Missbrauchsverdacht geht. Auch diese Untersuchungen fallen in den Aufgabenbereich von Kindergynäkologen.

Zu wenig Erfahrung kann hier dazu führen, dass das Kind unnötig mehr untersucht werden muss. Etwa, wenn der Arzt nicht weiß, dass er die Untersuchung dokumentieren muss. Oder wenn er nicht weiß, wie Hinweise auf einen Missbrauch aussehen können.

Schmidl-Amann, die am Aufbau des Möwe-Schutzzentrums in St. Pölten dabei war und als Sachverständige tätig ist, setzt sich daher dafür ein, das Thema Kindergynäkologie mehr ins Zentrum zu rücken.

Zwar gibt es immer mehr Ärzte (auch aus Österreich), die sich in Deutschland in diesem Bereich ausbilden beziehungsweise zertifizieren lassen, dennoch braucht es mehr Ärzte mit mehr Erfahrung auf diesem Gebiet in Österreich.

www.kindergynaekologie.de