Diese Maßnahmen sollen Spitalskeime stoppen. Jährlich sterben 5.000 Menschen an Spitalskeimen. Die Plattform „Kampf gegen Krankenhauskeime“ fordert Maßnahmen.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 26. November 2019 (05:22)
In Gesundheitseinrichtungen ist Hygiene wesentlich. Werden Hygienemaßnahmen nicht eingehalten, kann das zu Harnwegsinfektionen, Sepsis, postoperativen Wundinfektionen usw. führen.
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Jedes Jahr infizieren sich in Österreich rund 95.000 Patienten während eines Spitalsaufenthaltes mit Keimen. Weil immer mehr Bakterien antibiotikaresistent sind, sterben bis zu 5.000 Menschen an diesen nosokomialen Infektionen.

„Was wir brauchen, sind verbindliche und österreichweit einheitliche Maßnahmenstandards“, betont daher Ojan Assadian, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krankenhaushygiene und ärztlicher Direktor des Landesklinikums Neunkirchen, „ein Aktionsprogramm des Gesundheitsministeriums“, so Patientenanwalt Gerald Bachinger. Die Plattform „Kampf gegen Krankenhauskeime“ fordert daher:

  • Patientenrechte zu stärken. Bei Verdacht auf eine nosokomiale Infektion muss der geschädigte Patient derzeit beweisen, dass ein Fehlverhalten dazu geführt hat – was kaum möglich ist. Gebe es aber ein Schutzgesetz, müsste der Patient nur die Übertretung des Gesetzes nachweisen, und der Schädiger müsste beweisen, dass der Schaden auch bei vorschriftsmäßigem Verhalten entstanden wäre. Zudem sollten auch Krankenhausträger in den Patienten-Entschädigungsfonds einzahlen.
  • Transparenz. Die systematische Erfassung von Spitalkeimen muss forciert werden.
  • Eine verbindliche Vorgabe für Hygieneteams. Abhängig von Bettenanzahl und Angebot des Krankenhauses muss es einen verbindlichen Schlüssel zur Anzahl der Hygienespezialisten im Krankenhaus geben.

Neben Hygienestandards und Händehygiene des Personals ist es laut Plattform Patientensicherheit übrigens auch wichtig, dass Patienten lernen, auf Hygiene zu achten, und Besucher sich die Hände desinfizieren.