Impfen für mehr Gesundheit. Impfen macht gesundheitlich widerstandsfähiger, heißt es anlässlich des NÖ Impftages, einer Fortbildungsveranstaltung von Ärzten und Apothekern.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 07. März 2019 (13:40)
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Karl Zwiauer, Maria Paulke-Korinek, Robert Weinzettel, Peter Gonda und Dietmar Baumgartner mit dem Österreichischen Impfplan.

„Macht Impfen resilient oder resistent?“ lautet die Frage beim NÖ Impftag, der alljährlichen Fortbildung der Ärzte und Apotheker zum Thema „Impfen“. Heuer am 16. März in St. Pölten. 

Was mit resilient gemeint ist? Der Begriff Resilienz kommt aus der Psychologie. Resilient zu sein, bedeutet, mit Stress und Belastungen fertig zu werden, erläutert NÖ-Impftag-Initiator Karl Zwiauer. Im Rahmen der Salutogenese beschäftigt man sich mit Fragen, wie man Gesundheit herstellen und erhalten kann.

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Maria Paulke-Korinek, Abteilungsleiterin Impfwesen im Sozialministerium, Karl Zwiauer, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde St. Pölten, NÖ-Impftag-Initiator und Mitglied des Nationalen Impfgremiums, Robert Weinzettel, Impfreferent der NÖ Ärztekammer, Dietmar Baumgartner, Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, und Peter Gonda, NÖ-Apothekerkammer-Präsident, freuen sich auf eine interessante Fortbildung.

„Gesundheit wird nicht als Zustand, sondern als dynamischer Prozess verstanden. Und: Risiko- und Schutzfaktoren stehen in einem Wechselwirkungsprozess“, so Zwiauer. Eine Rolle dabei spielt auch das Impfen. „Impfen macht resilient, widerstandsfähiger gegen Infektionen“, sagt der Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde St. Pölten.  

Und was resistent im Zusammenhang mit Impfen meint? Impfungen haben aber auch Einfluss auf Resistenzen. „ Impfungen reduzieren nicht nur Infektionen, sie reduzieren auch Antibiotika-Resistenzen“, so Zwiauer. So würden Daten etwa zeigen, dass Pneumokokken-Impfungen in allen wesentlichen Gruppen (wie etwa Penicillin usw.) zu einem deutlichen Absinken der Resistenzen führe.

Vorteile versus Skepsis 

Wenn Durchimpfungsraten hoch sind, also viele Menschen geimpft sind, gibt es weniger Krankenhausaufenthalte und weniger Arbeitsausfälle. Darüber hinaus seien so „auch Menschen geschützt, die sich nicht impfen lassen können, wie zum Beispiel Babys und kleine Kinder oder auch immungeschwächte Personen“, so der Impfreferent der Ärztekammer für Niederösterreich, Robert Weinzettel. Allerdings gibt es immer mehr Impfskeptiker und Impfgegner.

Die Apothekerkammer setzt weiterhin auf Aufklärung. Interessierte können sich in Apotheken umfassend rund ums Impfen beraten lassen. „Neben der Bereitstellung der Impfstoffe in ausreichender Menge sehe ich für uns Apotheker in dieser Informations- und Aufklärungsarbeit eine sowohl für das Individuum, als auch für das Kollektiv enorm wichtige Aufgabe“, so Peter Gonda, NÖ-Apothekerkammer-Präsident. Auch das Ministerium setzt auf Aufklärung. „Impfen schützt. Überprüfen Sie Ihren Impfstatus jetzt!“, betont Maria Paulke-Korinek, Abteilungsleiterin Impfwesen im Sozialministerium.

Ob Aufklärung reicht, um den Sinn von Impfungen auch Skeptikern näher zu bringen, bezweifelt Dietmar Baumgartner, Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte. Er kann sich auch gewisse Formen der Impfpflicht vorstellen.