Luftgüte in Zeiten von Corona verbessert. Wir wirkt sich die aktuelle Corona-Situation auf die Luftschadstoffbelastung aus? Die fachkundige Antwort liefert Elisabeth Scheicher von der Abteilung "Anlagentechnik & Luftgüteüberwachung" am Amt der NÖ Landesregierung.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 27. April 2020 (07:30)
Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung BD4 – Anlagentechnik
W. Lemmerhofer

Der Shutdown infolge der Corona-Pandemie hat natürlich auch Auswirkungen auf die Luftgütesituation in Niederösterreich. Am deutlichsten erkennbar sind diese in der Entwicklung des Schadstoffes Stickstoffdioxid. Hier kam und kommt es zu einer deutlichen Reduktion der Immissionen, da der Hauptverursacher der Verkehr ist.

Da vor allem der PKW-Verkehr aufgrund der Corona-Krise deutlich reduziert ist, sind auch die Immissionen entsprechend gesunken. Die größten Reduktionen wurde an Luftgütestationen im innerstädtischen Gebiet verzeichnet. Wurde am Montag, 9. März an der Messstation St. Pölten Verkehr (Europaplatz) ein Stickstoffdioxid Tagesmittelwert von 39 µg/m³ beobachtet, so waren es am 16. März nur noch 25 µg/m³ - ein Rückgang von 35%. Natürlich waren die Rückgänge nicht überall so drastisch, jedoch an fast allen Luftgütestationen des Landes messbar.

Seitdem verbleiben die Belastungen mit Stickstoffdioxid auf relativ niedrigem Niveau – ändern wird sich das erst, wenn wieder der volle Verkehr durch die Straßen rollt.

Bei Feinstaub PM10 sind keine Auswirkungen der Corona-Krise zu erkennen. Grund dafür ist, dass Feinstaub nicht nur durch den Verkehr verursacht wird, sondern auch durch Hausheizungen, Industrie und Landwirtschaft verursacht wird. Die höchsten Belastungen bei Feinstaub werden daher in den Wintermonaten verzeichnet, wenn alle vier Verursacher ihre Beiträge liefern.

In den letzten Wochen war es zwar tagsüber recht warm, jedoch in den Nächten sehr kalt, wodurch viel geheizt wurde und es zu einem deutlichen Anstieg bei Feinstaub PM10 kam. Zusätzlich sorgte eine Südostströmung mit dem Herantransport von belasteten Luftmassen für eine Anreicherung von Feinstaub - aus Studien wissen wir, dass bei diesen Luftströmungen bis über 50% des Feinstaubanteils in NÖ importiert wird.

Zusammengefasst ist die Luftqualität durch den Shutdown bei Stickstoffdioxid durch den Rückgang des Verkehrs deutlich besser geworden. Die Entwicklung wird auch weiterhin beobachtet und in einem weiteren Schritt auch unter Einbeziehung von meteorologischen Daten genauer analysiert.

Weitere Informationen auf www.noe.gv.at/luft.